Drohnenangriff auf russische Anlage zwingt Kasachstan zur Drosselung der Gasförderung
Folgen eines Angriffs auf die Energieinfrastruktur
Kasachstan hat seine Erdgasförderung im bedeutenden Karachaganak-Öl- und Gasfeld um ein Viertel zurückgefahren. Auslöser war ein ukrainischer Drohnenangriff auf eine russische Anlage, die einen Teil des Gases weiterverarbeitet. Wie der kasachische Energieminister Yerlan Akkenzhenov am Freitag mitteilte, wurde die Gasaufnahme entsprechend reduziert. Die Gasversorgung innerhalb Kasachstans sei davon jedoch nicht betroffen, fügte Akkenzhenov hinzu.
Auch die Ölproduktion in Karachaganak, einem Feld, das von internationalen Energiekonzernen betrieben wird, verzeichnet Rückgänge. Dies liegt an der engen Verflechtung der Förderung von Gaskondensat und Rohöl. Aktuell beläuft sich die Öl- und Gaskondensatproduktion in Karachaganak auf rund 25.000 metrische Tonnen pro Tag, was etwa 196.500 Barrel pro Tag (bpd) entspricht. Diese Mengen liegen damit etwa ein Viertel unter den 34.000 Tonnen, die vor dem ukrainischen Angriff auf das Orenburg-Gasaufbereitungswerk in Russland gefördert wurden.
Ukrainische Offensive auf russische Energieanlagen
Der Angriff erfolgte in den frühen Morgenstunden des Donnerstags, als ukrainische Streitkräfte die Orenburg Gas Processing Plant in Russland mit Drohnen attackierten. Dies ist Teil einer verstärkten Offensive, die darauf abzielt, kritische russische Energieinfrastrukturen wie Verarbeitungsanlagen, Raffinerien und Treibstofflieferrouten zu treffen. Infolge des Angriffs und des daraus resultierenden Brandes in der Orenburger Anlage sah sich Kasachstan gezwungen, die Gasförderung und damit auch die Ölproduktion in Karachaganak zu drosseln. Das Karachaganak-Feld zählt zu den größten Öl- und Gaskondensatfeldern des Landes.
Es ist nicht das erste Mal, dass Karachaganak von Produktionskürzungen betroffen ist, die auf einen ukrainischen Angriff auf den Orenburger Komplex zurückzuführen sind. Bereits im Oktober 2025 führte ein ähnlicher Drohnenangriff zu einer Unterbrechung der Gasverarbeitung im russischen Orenburg-Komplex, was eine Reduzierung der Fördermengen in Karachaganak zur Folge hatte.
Internationale Beteiligungen am Karachaganak-Feld
Die Betreibergesellschaft des Karachaganak-Projekts, die Karachaganak Venture, setzt sich aus mehreren internationalen Energieunternehmen zusammen. Der italienische Energieriese Eni und der britische Supermajor Shell halten jeweils eine Beteiligung von 29,25%. Der US-amerikanische Konzern Chevron und der russische Ölproduzent Lukoil sind mit 18% bzw. 13,5% beteiligt. Die kasachische staatliche Nationalgesellschaft KazMunayGas hält einen Anteil von 10%.
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