EZB: Tokenisierte Einlagen brauchen Zentralbankgeld für Skalierung - Krypto | PriceONN
Piero Cipollone von der EZB betont, dass private digitale Währungen allein die europäischen tokenisierten Märkte nicht skalieren können. Er hebt die Notwendigkeit von tokenisiertem Zentralbankgeld und die Pontes-Initiative als entscheidende nächste Schritte hervor.

Zentralbankgeld als Anker für tokenisierte Märkte

Die Skalierung europäischer tokenisierter Finanzmärkte erfordert zwingend ein Ankerinstrument in Form von tokenisiertem Zentralbankgeld. Ohne eine solche öffentliche Abwicklungsbasis können private digitale Währungen wie Stablecoins und tokenisierte Einlagen das volle Potenzial dieser aufstrebenden Märkte nicht ausschöpfen. Dies erklärte Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), am Montag in Brüssel. Er wies darauf hin, dass die Eurosystem-Initiative Pontes, die auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) basiert, eine Schlüsselrolle spielen wird. Pontes soll Marktteilnehmern ermöglichen, DLT-basierte Transaktionen in Zentralbankgeld abzuwickeln und die bestehenden TARGET-Dienste des Eurosystems mit neuen DLT-Plattformen zu verbinden.

Cipollone verdeutlichte die Risiken, die mit einer rein privaten Absicherung verbunden sind: „Ohne tokenisiertes Zentralbankgeld könnte ein Verkäufer eines tokenisierten Wertpapiers eine Zahlung in einem Vermögenswert erhalten, den er nicht gerne hält – einem, der Preisschwankungen oder Kreditrisiken ausgesetzt ist. Dies begrenzt die Fähigkeit des Marktes zu skalieren“, so Cipollone in seiner Rede.

Die erste Phase von Pontes ist für das dritte Quartal 2026 angesetzt. Diese Initiative baut auf der breiteren Appia-Initiative der EZB auf, deren Blaupause für ein zukünftiges europäisches tokenisiertes Finanzökosystem bis 2028 fertiggestellt sein soll. Die Appia-Initiative adressiert die Notwendigkeit einer Interoperabilität zwischen verschiedenen DLT-Plattformen durch standardisierte Datenformate und Smart Contracts.

Rechtliche Klarheit und Public-Private-Partnerschaften sind essenziell

Über die Notwendigkeit der Abwicklung in Zentralbankgeld hinaus betonte Cipollone die Bedeutung einer engen öffentlich-privaten Zusammenarbeit und eines Rechtsrahmens, der mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt hält. Er rief Marktteilnehmer, Banken, Depotbanken und Technologieanbieter dazu auf, die Appia-Roadmap zu prüfen und Feedback zu geben, um die Entwicklung von Partnerschaften voranzutreiben.

Cipollone äußerte die Ansicht, dass Europa möglicherweise einen dedizierten Rechtsrahmen benötigt, um die nahtlose Emission und Übertragung tokenisierter Vermögenswerte im gesamten Block zu unterstützen. Er bezeichnete den Vorschlag der Europäischen Kommission zur Erweiterung des DLT-Pilotregimes als „wichtige Entwicklung“. Gleichzeitig warnte er jedoch davor, dass das Fehlen eines ganzheitlichen Tokenisierungsrahmens dazu führen könnte, „fortschrittliche Abwicklungsinfrastrukturen auf einem Flickenteppich von Vorschriften aufzubauen, was uns daran hindert, die Vorteile voll auszuschöpfen“.

Diese Äußerungen erfolgen kurz nach der Einreichung einer Stellungnahme des Stablecoin-Emittenten Circle bei der Europäischen Kommission. Circle forderte darin eine Ausweitung des bestehenden DLT-Pilotregimes und die Ermöglichung von E-Geld-Token (EMT)-Cash-Account-Diensten für zugelassene Krypto-Dienstleister. Die EZB sieht offenbar die Notwendigkeit eines robusten und klaren regulatorischen Umfelds, um die Innovationskraft im Bereich der tokenisierten Finanzprodukte zu fördern und gleichzeitig die finanzielle Stabilität zu gewährleisten.

Marktausblick und Anlegereinschätzung

Die Aussagen der EZB unterstreichen die strategische Bedeutung der Tokenisierung für die Zukunft des Finanzwesens in Europa. Für Investoren und Marktteilnehmer bedeutet dies, dass die Entwicklung des Marktes für tokenisierte Vermögenswerte eng mit regulatorischen Fortschritten und der Verfügbarkeit zentralbankgestützter Infrastrukturen verknüpft sein wird. Initiativen wie Pontes und Appia sind zentrale Bausteine, die Vertrauen und Effizienz in diesem Sektor schaffen sollen.

Beobachter erwarten, dass die EZB weiterhin eine aktive Rolle bei der Gestaltung des Rahmens für digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) und tokenisierte Vermögenswerte spielen wird. Die Herausforderung besteht darin, Innovationen zu ermöglichen, ohne die Finanzstabilität zu gefährden. Die enge Verzahnung von traditioneller Finanzinfrastruktur mit neuen DLT-Lösungen, verankert durch Zentralbankgeld, erscheint als der favorisierte Weg der EZB, um den europäischen Kapitalmarkt zukunftsfähig zu machen. Die kommenden Jahre werden zeigen, inwieweit die regulatorischen Initiativen und technologischen Entwicklungen Hand in Hand gehen, um das volle Potenzial der Tokenisierung zu entfalten.

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