Fed im Wandel und Energie-Schock trüben Konjunkturausblick - Forex | PriceONN
Die Märkte blicken gespannt auf die Reaktion des Irans auf die Tötung seines Top-Sicherheitschefs und die möglichen Folgen für die globalen Energiemärkte. Die heutige FOMC-Sitzung wird voraussichtlich keine geldpolitischen Änderungen bringen.

Geopolitische Spannungen und die Geldpolitik im Fokus

Die globale Aufmerksamkeit richtet sich heute verstärkt auf den Nahen Osten, insbesondere auf die erwartete Reaktion des Irans nach der Tötung seines ranghöchsten Sicherheitschefs durch Israel. Die potenziellen Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte bleiben ein zentrales Thema. Parallel dazu steht die heutige Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) im Mittelpunkt. Sowohl wir als auch die breiten Märkte rechnen mit keinerlei Änderungen der Geldpolitik. Die Marktteilnehmer preisen derzeit noch eine weitere Zinssenkung im Jahresverlauf ein, während wir von zwei Lockerungsschritten ausgehen. Vor der Zinsentscheidung der Fed werden am Nachmittag zudem die US-Produzentenpreisdaten (PPI) für Februar veröffentlicht.

Am Nachmittag rückt auch die Sitzung der Bank of Canada (BoC) um 14:45 Uhr MEZ in den Fokus. Konsensgemäß erwarten wir hier eine Beibehaltung des Leitzinses bei 2,25%. Da es sich um eine Zwischensitzung ohne neuen geldpolitischen Bericht handelt, wird die Tonalität der zukünftigen geldpolitischen Aussagen (Forward Guidance) entscheidend sein. Zuvor erhalten wir noch die endgültigen Inflationsdaten für die Eurozone im Februar, die Aufschluss über die Erwartungen vor der morgigen EZB-Entscheidung geben werden. Diese Zahlen dürften die vorläufigen Schätzungen bestätigen.

Wirtschaftliche Entwicklungen und Marktgeschehen

Die geopolitische Lage im Nahen Osten eskalierte gestern weiter, als das israelische Militär (IDF) den iranischen Top-Sicherheitschef Ali Larijani sowie Gholamreza Soleimani, den Anführer der Basij-Miliz im Rahmen der Revolutionsgarden, tötete. Als Reaktion darauf startete der Iran in der Nacht Raketenangriffe auf Tel Aviv. Mojtaba Khamenei bekräftigte die Haltung, keine Verhandlungen zur Deeskalation oder für einen Waffenstillstand zu akzeptieren, solange die USA und Israel nicht "ihre Niederlage eingestehen und Entschädigung zahlen". Der politische Druck auf Donald Trump steigt, da Joe Kent, Direktor des US National Counterterrorism Centre, aus Protest gegen den Iran-Krieg zurücktrat. Trump deutete am Dienstag an, dass die USA ihre Militäroperation im Iran "in naher Zukunft" beenden würden, betonte jedoch, dass ein Abzug noch nicht unmittelbar bevorstehe.

Im Ölmarkt sorgte eine Vereinbarung zwischen dem Irak und der kurdischen Regionalregierung für Aufsehen. Diese sieht die Umleitung eines Teils der Ölförderung über eine Pipeline durch die kurdische Region in die Türkei vor. Dies könnte marginalen Druck auf den Ölmarkt und die irakische Wirtschaft lindern. Der Ölpreis pendelte sich über Nacht knapp über 100 USD pro Barrel ein. In Deutschland überraschte der ZEW-Index im März positiv, indem die Einschätzung der aktuellen Lage entgegen den Konsensprognosen zulegte, während die Erwartungen für das zukünftige Wachstum stärker als erwartet zurückgingen. Die Bewertung der aktuellen Situation verbesserte sich auf -62,9 (Konsens: -68,0; Vorperiode: -65,9), während die Erwartungen auf -0,5 fielen (Konsens: 39,2; Vorperiode: 58,3). Dieser Rückgang der Erwartungen war historisch bedeutsam und vergleichbar mit dem Einbruch nach dem "Befreiungstag" und in den ersten Monaten der Covid-Pandemie. Die gesunkenen Wachstumserwartungen unterstreichen das Dilemma der EZB angesichts sinkender Wachstumsaussichten bei gleichzeitig höherer Inflation.

Aktienmärkte zeigen Erholungstendenzen

Die Aktienmärkte verzeichneten gestern erneut Gewinne, wobei sich ein bekanntes Muster innerhalb des Handelstages zeigte: Die Marktstimmung verbesserte sich durch die europäischen und US-amerikanischen Handelssitzungen hindurch. Oberflächlich betrachtet deutete die Kursentwicklung auf eine erhöhte Risikobereitschaft hin: Aktien stiegen, zyklische Werte übertrafen defensive, geringvolatilitätsorientierte Strategien entwickelten sich schwächer und der VIX-Index tendierte abwärts. Das übergreifende Signal über verschiedene Anlageklassen hinweg bleibt jedoch vielschichtiger. Die Ölpreise gaben gestern nicht nach, was die typische Beziehung "geopolitisches Risiko steigt = Ölpreise fallen" durchbricht. Dies impliziert, dass die Märkte kein Szenario einer vollständigen Deeskalation einpreisen. Vielmehr scheinen die Anleger sich allmählich an eine anhaltende Konfliktsituation zu gewöhnen, gestützt durch zunehmende Hinweise, dass die Ölversorgung, wenn auch eingeschränkt, weiterhin aus dem Nahen Osten fließt.

Insbesondere in den USA war eine deutlichere Rotation hin zu zyklischen Werten zu beobachten. Bemerkenswert ist, dass Konsumgüteraktien nach einer sechsmonatigen massiven Underperformance zu einer Erholung ansetzen. Am heutigen Morgen setzt sich der positive Trend in Asien fort, angeführt von Südkorea (+5% zum Zeitpunkt der Berichterstattung). Auch die Futures für die US- und europäischen Märkte notieren höher. Wichtig ist, dass der Ölpreis heute Morgen nachgibt, was den Risikoanlagen einen zusätzlichen Rückenwind verleiht. Bei festverzinslichen Wertpapieren und im Devisenhandel bewegte sich EUR/USD gestern wieder über die Marke von 1,15, gestützt durch sinkende Renditen von US-Staatsanleihen (UST) und eine vorsichtig erholte Risikostimmung.

Ausblick für Anleger und Händler

Für das Währungspaar EUR/USD erwarten wir nicht, dass die heutige FOMC-Sitzung entscheidende Impulse liefern wird, da die Fed in einer komfortablen Position ist, abzuwarten, wie sich die Entwicklungen im Iran entfalten. Zuvor gehen wir davon aus, dass die BoC ihren Leitzins unverändert lassen wird. Der kanadische Dollar (CAD) zeigt sich im G10-Währungssegment weiterhin robust gegenüber dem US-Dollar, gestützt durch Kanadas Status als Netto-Energieexporteur. Dennoch haben eine risk-off-Stimmung und die allgemeine Stärke des US-Dollars den USD/CAD im Bereich zwischen 1,36 und 1,37 gehalten. Unser taktischer Trade zur Absicherung der jüngsten Stärke des Norwegischen Kronen (NOK) erreichte gestern seinen Stop-Loss. Wir bleiben daher vorerst in Norwegen am Spielfeldrand und warten auf die Zentralbankentscheidungen und die Umfrageergebnisse des Regionalnetzwerks morgen.

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