Glencore setzt auf Kupfer, während Kohlegeschäft belastet - Rohstoffe | PriceONN
Der Schweizer Rohstoffriese Glencore forciert eine kupferzentrierte Wachstumsstrategie und verzichtet auf Fusionen, um seine Position bei Zukunftsmaterialien zu stärken, während schwächere Kohlepreise die Erträge dämpfen.

Glencore setzt auf Kupfer und Unabhängigkeit

Glencore (LON: GLEN), der Schweizer Rohstoffhändler und Minenbetreiber, verfolgt konsequent eine Strategie, die auf Kupfer als zentrales Wachstumselement setzt. Das Ziel ist es, zu einem der weltweit größten Kupferproduzenten aufzusteigen, ohne dabei auf Mega-Fusionen zu setzen. Diese Ausrichtung erfolgt zu einer Zeit, in der schwächere Kohlemärkte die Geschäftsergebnisse unter Druck setzen. Anfang Februar beendete das Unternehmen Fusionsgespräche mit Rio Tinto (ASX, LON: RIO), die zu einer der größten Bergbaufirmen der Welt hätten führen können. Parallel dazu verkaufte Glencore eine 40%ige Beteiligung an seinen führenden Kupfer- und Kobaltprojekten in der Demokratischen Republik Kongo an das von den USA unterstützte Orion Critical Mineral Consortium. Branchenanalysten deuten diese Schritte als bewusste Neuausrichtung des Portfolios hin zu Metallen der Zukunft, wobei die finanzielle Flexibilität erhalten bleiben soll. Die Konzentration auf Metalle, die in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen, positioniert das Unternehmen vorteilhaft für den Abschluss lukrativer Lieferverträge, so BMI, eine Einheit von Fitch Solutions. Insbesondere Kupfer, Kobalt und Nickel werden als entscheidende Wachstumstreiber identifiziert.

Strategische Neuausrichtung und operative Leistung

Die jüngsten Geschäftszahlen von Glencore spiegeln diesen Wandel wider. Das Unternehmen meldete für 2025 "starke strategische Fortschritte", die durch Portfoliooptimierung und operative Verbesserungen erzielt wurden. Gleichzeitig bekräftigte Glencore seine Pläne, bis 2028 jährlich mehr als 1 Million Tonnen Kupfer und bis 2035 etwa 1,6 Millionen Tonnen zu produzieren. Dieses Wachstum soll primär aus projekten mit geringem Kapitalbedarf sowie aus Effizienzsteigerungen bei bestehenden Betrieben stammen. Dazu zählt auch der Komplex Katanga (KCC) in der Demokratischen Republik Kongo, wo eine Landzugangsvereinbarung mit Gécamines den Weg für eine jährliche Produktion von rund 300.000 Tonnen ebnet und die Lebensdauer der Mine verlängert.

Die operative Leistung im vergangenen Jahr zeigte sowohl Stärken als auch Schwächen. Die Kupferförderung belief sich 2025 auf 851.600 Tonnen, ein Rückgang von 11% gegenüber dem Vorjahr. Dies resultierte aus geringeren Erzgehalten und geringeren Rückgewinnungsraten bei Schlüsselbetrieben wie Collahuasi, Antamina und Mount Isa. Die Produktion erholte sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte, mit einem Anstieg von fast 50% gegenüber der ersten Hälfte aufgrund verbesserter Erzqualitäten. Die Zinkproduktion stieg um 7% auf 969.400 Tonnen. Die Nickelproduktion sank hingegen um 7%, und die Kobaltförderung ging aufgrund von Exportbeschränkungen in der DR Kongo um 5% zurück.

Die Finanzergebnisse waren ebenfalls gemischt. Der Umsatz stieg um 7% auf 247,5 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte EBITDA verringerte sich jedoch um 6% auf 13,5 Milliarden US-Dollar, und das bereinigte EBIT fiel um 14% auf 6 Milliarden US-Dollar, teilweise bedingt durch niedrigere Kohlepreise. Der Nettogewinn erholte sich auf 363 Millionen US-Dollar, nach einem Verlust von 1,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Die Bilanz blieb mit Nettoschulden von 11,2 Milliarden US-Dollar und einer Liquidität von 12,9 Milliarden US-Dollar stabil. Die Ausschüttungen an die Aktionäre beliefen sich auf rund 2 Milliarden US-Dollar.

Ausblick und Risiken im Rohstoffsektor

Das Kohlegeschäft generiert zwar weiterhin starke Cashflows, stellt aber eine Herausforderung für die Investment-These dar. Angesichts des globalen Wandels hin zur Dekarbonisierung und steigender Umweltauflagen ist der langfristige Ausblick für Kohle unsicher, auch wenn die Nachfrage im sich entwickelnden Asien weiterhin robust ist. BMI schlägt vor, dass Glencore sein Kohlegeschäft abspalten könnte, obwohl das Unternehmen keine offiziellen Pläne hierzu angekündigt hat. Glencore formt sein Portfolio weiter um und navigiert dabei operative und geopolitische Risiken. Die Übernahme des Kupferprojekts Quechua in Peru und die Veräußerung von Vermögenswerten wie der Kupferhütte Pasar und des Kohleexportterminals Puerto Nuevo signalisieren eine Verlagerung hin zu margenstärkeren und übergangsbezogenen Rohstoffen. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen rechtlichen Prüfungen, Ressourcen-Nationalismus und sozialem Widerstand in wichtigen Gerichtsbarkeiten gegenüber, was den Betrieb und die Projektentwicklung beeinträchtigen könnte. Schwache Nickelpreise haben bereits zu Produktionsunterbrechungen in Neukaledonien geführt.

Für 2026 erwartet Glencore eine Kupferproduktion zwischen 810.000 und 870.000 Tonnen. Bei Zink wird ein Wert von 700.000 bis 740.000 Tonnen prognostiziert. Bei Energie-Kohle wird mit bis zu 100 Millionen Tonnen gerechnet. Für Kobalt wurden aufgrund der Unsicherheiten bei den Exportquoten in der DR Kongo keine genauen Angaben gemacht. Die eigenständige Strategie von Glencore konzentriert sich darauf, die wachsende Angebotslücke bei kritischen Mineralien, die für die Energiewende unerlässlich sind, zu schließen. Dies positioniert Glencore, um ohne die Abhängigkeit von Großfusionen zu einem dominanten Kupferproduzenten aufzusteigen.

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