Globale Emissionen auf Rekordhoch trotz Boom bei sauberer Energie - Energie | PriceONN
Der Energy Institute Statistical Review 2026 zeigt: Erneuerbare Energien wachsen rasant, doch die globalen Treibhausgasemissionen erreichten erneut einen Höchststand. Ein US-Wiederaufleben und Chinas Verlangsamung verändern die Dynamik.

Globale Emissionen erreichen neuen Höchststand

Der aktuelle Statistical Review of World Energy 2026, eine wichtige jährliche Referenz für globale Energiedaten, die nun vom Energy Institute in Zusammenarbeit mit Ember, KPMG und Kearney veröffentlicht wird, enthüllt eine widersprüchliche Entwicklung. Trotz des rasanten Wachstums sauberer Energiequellen, insbesondere Solar- und Windkraft, die 2025 einen starken Anstieg der Stromerzeugung verzeichneten, sind die globalen Treibhausgasemissionen auf einen neuen Allzeitrekord gestiegen. Die Emissionen, die neben der Energiewirtschaft auch industrielle Prozesse, Abfackelung und Methan aus der fossilen Brennstoffförderung umfassen, kletterten von 40,7 Milliarden Tonnen im Jahr 2024 auf 41,0 Milliarden Tonnen im Jahr 2025. Dies entspricht einem Anstieg von rund 331 Millionen Tonnen oder 1,1% gegenüber dem Vorjahr, was über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 0,9% liegt. Die Welt hat damit seit 2022 durchgehend Emissionsrekorde aufgestellt.

Die Daten umfassen mehr als nur Kohlendioxid aus der Verbrennung. Die CO2-Äquivalent-Reihe des Statistical Review schließt energiebezogene Emissionen, industrielle Prozess-Emissionen, Abfackelung und Methan im Zusammenhang mit der Förderung, dem Transport und der Verteilung fossiler Brennstoffe ein. Dies erklärt, warum der Emissionsanstieg nicht allein durch Kraftwerke und Verkehr bedingt ist.

Regionale Verschiebungen und die Rolle von Kohle

Interessanterweise deckte das Wachstum der erneuerbaren Energien im globalen Stromsektor 2025 den gesamten Nettozuwachs der Stromerzeugung von rund 855 Terawattstunden ab, wobei erneuerbare Quellen um etwa 861 Terawattstunden zulegten. Gleichzeitig ging die Stromerzeugung aus Kohle um rund 59 Terawattstunden zurück. Der Anstieg der Erdgasproduktion war mit etwa 22 Terawattstunden moderat, während Öl weniger beitrug. Dies unterstreicht, dass der Anstieg der Gesamtemissionen nicht allein auf Kohleverstromung zurückzuführen ist, sondern auch auf Kraftstoffe für den Transport, industrielle Aktivitäten, die Förderung fossiler Brennstoffe, Methanemissionen, Abfackelung und regionale Verschiebungen im Energiemix.

Ein signifikanter Faktor war die Entwicklung in Nordamerika. Die Region trug 47,1% zum globalen Emissionsanstieg bei, obwohl sie nur 15,6% der Gesamtemissionen ausmacht. Haupttreiber war die USA, wo die Emissionen von 5,1 Milliarden Tonnen 2024 auf 5,3 Milliarden Tonnen 2025 anstiegen, ein Zuwachs von rund 147 Millionen Tonnen oder 3,2%. Dieser starke Aufschwung kehrte die Rückgänge der Vorjahre um. Zwar liegen die US-Emissionen langfristig unter dem Höchststand von 2007 und leicht unter dem Niveau von 1990, doch 2025 zeigte, dass Emissionsfortschritte nicht garantiert sind. Ein Anstieg des Energiebedarfs, kombiniert mit einer ungünstigen Stromerzeugungsmischung, kann schnell zu einem Emissionsanstieg führen. Die US-Stromerzeugung stieg 2025 um etwa 133 Terawattstunden. Erneuerbare Energien legten um fast 99 Terawattstunden zu, doch die Kohleverstromung sprang um rund 91 Terawattstunden (etwa 13%) an, während die Erdgasproduktion um 67 Terawattstunden sank. Dieser Wechsel von Gas zu Kohle erhöht die Emissionen, selbst wenn Erneuerbare wachsen.

China, nach wie vor der größte Emittent weltweit (30,5% der globalen Emissionen, 12,5 Milliarden Tonnen), verzeichnete 2025 eine deutliche Verlangsamung seines Emissionswachstums auf nur etwa 4 Millionen Tonnen. Dies steht im Kontrast zu den Vorjahren und macht China trotz seiner dominanten Rolle bei den Emissionen seit 2000 (etwa 61% des globalen Anstiegs) nicht zum Haupttreiber des Anstiegs 2025. Chinas Stromerzeugung stieg zwar um 488 Terawattstunden, aber das Wachstum bei nicht-fossilen Quellen (Erneuerbare: 478 TWh, Kernkraft: 34 TWh, Wasserkraft: 28 TWh) deckte den Bedarf weitgehend ab, während die Kohleverstromung um 80 Terawattstunden zurückging.

Auch Indien zeigte eine Verlangsamung mit einem Anstieg von 21 Millionen Tonnen auf 3,28 Milliarden Tonnen. Insgesamt dominieren nicht-OECD-Länder mit 70,5% der globalen Emissionen, während OECD-Länder nur noch 29,5% ausmachen. Bemerkenswert ist, dass Afrika trotz eines geringen Anteils an den Gesamtemissionen (4,7%) 16,9% zum globalen Anstieg beitrug. Europa hingegen zeigte eine stagnierende Entwicklung, die EU-Emissionen sanken erneut um etwa ein Drittel gegenüber 1990.

Die Herausforderung der Energiewende

Die Daten für 2025 zeichnen ein komplexes Bild. Erneuerbare Energien wachsen stark und decken den Strombedarf, doch die Gesamtemissionen steigen weiter. Die Energiewende schreitet voran, aber das Gesamtsystem dekarbonisiert noch nicht schnell genug. Der Wiederanstieg der US-Emissionen, teilweise bedingt durch steigende Nachfrage und die Rückkehr der Kohleverstromung, ist eine Schlüssel Erkenntnis. Die Verlangsamung in China markiert eine Veränderung in der Emissionsdynamik, auch wenn ein einzelnes Jahr noch keinen Trend etabliert. Die zentrale Herausforderung bleibt: Trotz des schnellen Wachstums sauberer Energiequellen werden fossile Brennstoffe, industrielle Emissionen, Methan und Abfackelung nicht schnell genug reduziert, um die globale Emissionskurve nach unten zu biegen.

Hashtags
#Emissionen #ErneuerbareEnergien #Klimawandel #Energiewende #CO2 #PriceONN

Märkte in Echtzeit verfolgen

Stärken Sie Ihre Anlageentscheidungen mit KI-gestützter Analyse und Echtzeit-Preisdaten.

Treten Sie unserem Telegram-Kanal bei

Erhalten Sie aktuelle Marktnachrichten, KI-Analysen und Handelssignale sofort auf Telegram.

Kanal beitreten