Gold: 5.000 USD Marke in Gefahr
Goldpreis unter Druck
Die neue Handelswoche begann für Gold mit einem Abwärtsdruck, während der US-Dollar gegenüber vielen Währungen zulegen konnte. Der Konflikt im Nahen Osten, der nun schon in der zweiten Woche andauert, zeigt keine Anzeichen einer Entspannung, was den Dollar als sicheren Hafen stärkt. Gold zeigt derzeit eine Schwäche nahe der psychologisch wichtigen Marke von 5.000 USD, einem Preisniveau, das aufgrund der Positionierung im Optionsmarkt von Bedeutung ist. Ein Durchbruch unter diese Marke könnte eine Welle von Stop-Loss-Orders auslösen und den Abstieg in Richtung 4.400 USD beschleunigen.
Traditionell profitieren sowohl der Dollar als auch Gold von geopolitischen Unsicherheiten, da Investoren Schutz suchen. Die aktuelle Konfliktdynamik scheint jedoch den Dollar zu bevorzugen.
Auswirkungen des Energiepreisschocks
Der Konflikt hat die Energieströme durch die Straße von Hormus beeinträchtigt, eine wichtige Lebensader für globale Öltransporte. Diese Störung hat den Preis für West Texas Intermediate (WTI) Rohöl auf über 100 USD pro Barrel getrieben und der Weltwirtschaft einen erheblichen inflationären Impuls verliehen. Angebotsunterbrechungen dieser Größenordnung führen in der Regel zu höheren Energiepreisen, die sich dann in den globalen Produktionsketten auswirken. Erhöhte Transportkosten, Produktionskosten und Verbraucherpreise können zu erneuten Inflationssorgen beitragen.
Mit steigenden Energiekosten verliert die zuvor erwartete Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbanken an Glaubwürdigkeit. Marktteilnehmer bewerten nun die Möglichkeit neu, dass die Zinsen länger als erwartet auf einem erhöhten Niveau bleiben müssen. Diese veränderte Erwartungshaltung ist besonders günstig für den Dollar, da höhere Zinsen tendenziell Kapitalzuflüsse anziehen.
Die starke Performance von Gold in den letzten zwei Jahren wurde teilweise durch sinkende Realzinsen beflügelt, da die Zentralbanken eine Lockerung der Geldpolitik signalisierten. Wenn die Realrenditen sinken, verringern sich die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Vermögenswerten wie Gold, was dessen Attraktivität erhöht. Diese Dynamik könnte sich nun umkehren und den Goldpreis unter Druck setzen.
Technische Analyse
Aus technischer Sicht wird der aktuelle Rückgang von 5.419,02 als dritte Welle einer Korrekturmuster betrachtet, das vom Allzeithoch von 5.598,38 ausgeht. Das Abwärtsrisiko bleibt bestehen, solange der geringfügige Widerstand bei 5.205,99 hält. Ein Durchbruch unter das temporäre Tief von 4.496,03 würde wahrscheinlich den Abstieg in Richtung der Unterstützung bei 4.844,91 fortsetzen. Ein deutlicher Durchbruch unter diese Unterstützung würde die bärische Aussicht weiter bestätigen und möglicherweise die Unterstützung bei 4.403,34 anvisieren.
Im Gesamtbild konsolidiert Gold derzeit innerhalb des größeren Aufwärtstrends, der im Jahr 2022 bei 1.614,60 begann. Das Korrekturmuster von 5.598,38 könnte sich bis zum 38,2%-Retracement-Level der Spanne von 1.614,60 bis 5.598,38 erstrecken, das bei 4.076,57 liegt, oder möglicherweise etwas tiefer in Richtung der psychologischen Marke von 4.000, bevor sich ein Boden bildet.
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