Gold stürzt ab – Energiekrise im Nahen Osten befeuert Inflationsängste - Rohstoffe | PriceONN
Gold und Silber erleiden massive Verluste, da die Eskalation im Golfkrieg und die daraus resultierenden Energiepreissprünge die Inflationssorgen überlagern und Anleger in zinstragende Anlagen treiben.

Gold und Silber unter massivem Verkaufsdruck

Der Goldpreis hat am Donnerstag einen dramatischen Absturz erlebt und die Verluste vom Vortag noch verschärft. Grund dafür ist die erneute Eskalation der Spannungen im Golfkrieg, bei der Israel und Iran gezielt Energieinfrastrukturen angegriffen haben. Die daraus resultierenden Inflationsängste, angeheizt durch explodierende Ölpreise, veranlassen Investoren derzeit, sich von Edelmetallen abzuwenden. Der Frontmonatskontrakt für Gold (XAUUSD) mit Fälligkeit im April fiel um 5,91 % auf 4.606,70 US-Dollar pro Feinunze. Auch der Silberpreis zog kräftig nach unten; der Frontmonatskontrakt für Silber mit Fälligkeit im April rauschte um 8,50 % auf 70,755 US-Dollar pro Feinunze abwärts.

Bereits am 20. Tag des andauernden Konflikts kam es zu Vergeltungsschlägen. Nachdem Israel den südisraelischen Gasfeld South Pars angegriffen hatte, reagierte der Iran mit Angriffen auf Energieanlagen in Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait. Das South Pars-Feld, essenziell für Irans Energieversorgung und Wirtschaft, ist Teil des größten Erdgasfeldes der Welt und wird von Iran und Katar gemeinsam genutzt. Insbesondere das kritische LNG-Drehkreuz Ras Laffan in Katar wurde getroffen und erlitt schwere Schäden. Berichten zufolge hat Katar daraufhin iranische Militär- und Sicherheitsattachés ausgewiesen. US-Präsident Donald Trump drohte damit, Irans größtes Gasfeld „vollständig in die Luft zu sprengen“, sollte es zu weiteren Angriffen auf Katar kommen.

Die diplomatischen Verwicklungen nahmen zu, als Irans Außenminister Abbas Araghchi die Länder davor warnte, sich mit den USA zu verbünden, um die Straße von Hormuz wieder zu öffnen. Auf einer Pressekonferenz im Pentagon äußerte sich US-Verteidigungsminister Pete Hegseth dahingehend, dass die USA auf dem Weg seien, ihre Ziele im Golfkrieg zu erreichen, vermied jedoch eine Zeitangabe für das wahrscheinliche Ende der Operation. Hegseth wurde vom Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff, General Dan Caine, begleitet, der erklärte, dass die USA Schläge gegen vom Iran unterstützte militante Gruppen im Irak durchführten und Anstrengungen unternommen würden, um iranische Minenlager und Marine-Munitionsdepots „auszuschalten“.

Die USA stehen in diesem Konflikt isoliert da, nachdem ein Aufruf von US-Präsident Donald Trump an NATO-Nationen und andere Verbündete erfolglos blieb. Trump kritisierte die NATO-Mitglieder scharf und erklärte später, die USA bräuchten keine Hilfe von irgendjemandem. Der Konflikt hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz bereits nahezu zum Erliegen gebracht. Die Beschädigung von Öl- und Erdgasanlagen im Golf hat die Lage zusätzlich verschärft.

Marktreaktionen und ökonomische Implikationen

Die „ungewissen Auswirkungen“ der Eskalation im Nahen Osten veranlassten die US-Notenbank Fed, die Zinssätze am Vortag unverändert zu lassen. Die Bank of Japan und die Schweizerische Nationalbank folgten diesem Beispiel. Angesichts schwindender Zinssenkungsperspektiven durch die Zentralbanken gewinnen zinstragende Anlagen gegenüber nicht-verzinslichen Vermögenswerten an Attraktivität. Eine breitere Risikoaversion zieht die Kurse von Gold und Silber nach unten.

Ökonomen deuten darauf hin, dass der makroökonomische Druck aufgrund von Inflationssorgen, die außer Kontrolle zu geraten drohen, die geopolitischen Ängste überschattet, welche den Edelmetallmarkt belasten. Die vom US-Arbeitsministerium veröffentlichten Daten zeigten einen Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung um 8.000 auf 205.000 in der zweiten Märzwoche. Diese Zahlen liegen deutlich unter den Erwartungen, die einen Anstieg von 2.000 prognostizierten. Die fortlaufenden Arbeitslosenansprüche stiegen in der Woche bis zum 7. März auf 1.857.000 gegenüber 1.847.000 in der Vorwoche. Der Vierwochenschnitt der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sank in der Woche zum 14. März auf 210.750.

Ausblick für Anleger und Märkte

Die jüngsten Ereignisse im Nahen Osten und die daraus resultierende Angst vor galoppierender Inflation stellen eine signifikante Herausforderung für traditionelle Fluchthäfen wie Gold dar. Die Tatsache, dass die Zentralbanken angesichts der unsicheren Wirtschaftslage und steigender Energiepreise eine restriktivere Haltung einnehmen, reduziert die Attraktivität von Nicht-Ertragsanlagen. Trader und Investoren sollten die Entwicklungen im Golfkrieg genau beobachten, da jede weitere Eskalation die Energiepreise und damit die Inflationserwartungen weiter anheizen könnte. Die Reaktion der Fed auf diese Entwicklungen wird entscheidend sein.

Angesichts der aktuellen Marktverfassung könnten auch andere Anlageklassen unter Druck geraten. Aktienmärkte könnten volatil reagieren, insbesondere Sektoren, die stark von Energiepreisen abhängig sind. Währungsseitig könnte ein starker US-Dollar von der globalen Risikoaversion profitieren. Es ist ratsam, Schlüsselmarken für XAUUSD und Silber im Auge zu behalten, da anhaltende Verkaufsdruck weitere Abwärtsbewegungen signalisieren könnte. Die Inflationsdaten aus den USA bleiben ein wichtiger Indikator für die zukünftige Geldpolitik.

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