Eskalation im Nahen Osten: Gold unter Druck, Ölpreis explodiert
Gold unter Beschuss: Eskalation treibt Öl, nicht sichere Häfen
Die Goldpreise setzten am Donnerstag ihren Abwärtstrend fort, da sich die geopolitische Lage im Nahen Osten weiter verschärfte. Während gewöhnlich Krisenzeiten dem Goldpreis Auftrieb verleihen, dominiert aktuell die Angst vor Inflation die Märkte. Der April-Kontrakt für Comex Gold fiel um 49,8 USD (oder 0,96%) auf 5.129,30 USD pro Feinunze. Auch Comex Silver gab leicht nach, der April-Kontrakt sank um 0,061 USD (oder 0,07%) auf 85,180 USD pro Feinunze.
Der Konflikt im Nahen Osten dauert nun bereits 13 Tage an. Die Gefahr einer Blockade der Straße von Hormus, einer wichtigen Schifffahrtsroute für Öl, schwebt weiterhin über dem Markt. Berichten zufolge musste der Irak seine Ölhäfen schließen, nachdem mit Sprengstoff beladene Boote, mutmaßlich aus dem Iran, zwei Treibstofftanker (Safesea Vishnu und Zefyros) in irakischen Gewässern getroffen hatten.
Der Preis für WTI-Rohöl (April-Lieferung) stieg zuletzt auf 94,50 USD pro Barrel, ein Plus von 7,25 USD (oder 8,31%). Kurzzeitige Entspannungssignale, wie die Äußerung des US-Präsidenten Donald Trump vom Montag, der Krieg werde „sehr bald“ enden, erwiesen sich als Strohfeuer. Berichte über iranische Seeminen in der Nähe der Straße von Hormus verärgerten Trump, der dem Iran mit schweren Konsequenzen drohte, sollte er diese nicht unverzüglich entfernen. Der Iran wies die Forderung jedoch zurück.
Ein iranischer Drohnenangriff setzte Treibstofftanks im omanischen Hafen Salalah in Brand, ein weiterer Angriff traf ein thailändisches Frachtschiff in der Straße von Hormus. Die iranischen Revolutionsgarden drohten bereits mit Angriffen auf jedes „Wirtschaftszentrum und jede Bank“, die mit den USA und Israel in Verbindung stehen, und warnten die Bevölkerung, sich im Umkreis von einem Kilometer um diese Institutionen nicht aufzuhalten. Citigroup und Standard Chartered wiesen ihre Mitarbeiter an, von zu Hause aus zu arbeiten. HSBC schloss vorübergehend Filialen in Katar.
Obwohl Trump letzte Woche erklärte, die US-Marine würde Schiffe durch die Straße von Hormus eskortieren und schützen, weigert sich die US-Marine dies nun unter Berufung auf das hohe Angriffsrisiko.
Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei warnte in seiner ersten öffentlichen Botschaft arabische Nachbarn davor, US-Militärstützpunkte in der Region zu beherbergen, da diese andernfalls angegriffen würden. Khamenei betonte auch, dass die Straße von Hormus als Druckmittel gegen die Feinde des Iran geschlossen bleiben würde.
Inflationsängste dominieren: Zinswende rückt näher
Die eskalierenden geopolitischen Spannungen treiben normalerweise die Goldpreise in die Höhe. Trotz der sich zuspitzenden Lage überwiegt jedoch die Furcht vor Inflation. Der sprunghafte Anstieg der Ölpreise hat zu erheblichen Bedenken hinsichtlich einer deutlichen Erhöhung der Preise für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen weltweit geführt. Es wird erwartet, dass die Zentralbanken weltweit ihre Zinssätze beibehalten oder sogar erhöhen werden, um die Inflation zu bekämpfen. Höhere Zinssätze machen verzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen attraktiver im Vergleich zu zinslosen Edelmetallen wie Gold.
Die nächste geldpolitische Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist für den 17. und 18. März geplant. Marktteilnehmer erwarten, dass die Entscheidungsträger die Zinssätze unverändert lassen und eine Zinssenkung um 25 Basispunkte erst um September herum erwarten.
Die heute veröffentlichten Daten des Arbeitsministeriums zeigten, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der ersten Märzwoche um 1.000 gegenüber der Vorwoche auf 213.000 gesunken sind und damit unter den Erwartungen von 215.000 lagen. Die fortgesetzten Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sanken in der Woche zum 28. Februar auf 1.850.000 gegenüber 1.871.000 in der Vorwoche. Der Vier-Wochen-Durchschnitt der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sank ebenfalls auf 212.000 am 7. März gegenüber 216.000 in der Vorwoche.
Der US-Dollar-Index notierte zuletzt bei 99,64, ein Plus von 0,20 Punkten (oder 0,20%).
Implikationen für Trader und Investoren
Die aktuelle Situation bietet sowohl Chancen als auch Risiken für Anleger. Der steigende Ölpreis könnte kurzfristig zu Gewinnen bei Energieaktien führen, birgt aber gleichzeitig das Risiko einer Stagflation, also einer Kombination aus hoher Inflation und niedrigem Wirtschaftswachstum. Gold könnte als Inflationsschutz wieder an Bedeutung gewinnen, sollte sich die Inflationsangst weiter verfestigen. Trader sollten die Entwicklung der geopolitischen Lage und die Reaktion der Zentralbanken genau beobachten. Einbruch der Aktienmärkte und steigende Volatilität sind nicht auszuschließen.
Märkte in Echtzeit verfolgen
Stärken Sie Ihre Anlageentscheidungen mit KI-gestützter Analyse und Echtzeit-Preisdaten.
Treten Sie unserem Telegram-Kanal bei
Erhalten Sie aktuelle Marktnachrichten, KI-Analysen und Handelssignale sofort auf Telegram.
Kanal beitreten