Milliardenverluste im Golf: Ölproduzenten spüren die Auswirkungen des Konflikts - Energie | PriceONN
Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten haben Ölproduzenten in der Golfregion schätzungsweise bereits 15,1 Milliarden Dollar an Öl- und Gaseinnahmen verloren. Die eingeschränkte Durchfahrt durch die Straße von Hormus verschärft die Situation.

Massive Einnahmeverluste für Golfstaaten

Die Ölproduzenten in der arabischen Golfregion haben seit Beginn des Nahostkonflikts bereits erhebliche finanzielle Einbußen erlitten. Laut Schätzungen des Rohstoffanalyseunternehmens Kpler, die von der Financial Times zitiert werden, belaufen sich die Verluste auf mindestens 15,1 Milliarden US-Dollar an Öl- und Gaseinnahmen. Die faktische Einschränkung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus seit dem 1. März hat den Durchfluss von Millionen Barrel Rohöl und raffinierten Erdölprodukten pro Tag sowie 20 % des globalen LNG-Angebots erheblich reduziert.

Den Schätzungen von Kpler zufolge, basierend auf durchschnittlichen Preisen und Mengen für 2025, entspricht die Menge an Rohstoffen, die die Straße von Hormus nicht passieren kann, einem Wert von etwa 1,2 Milliarden US-Dollar pro Tag. Dies verdeutlicht das Ausmaß der wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Golfstaaten.

LNG-Produktion in Katar betroffen

Kurz nach Beginn des Konflikts gab Katar die Einstellung der LNG-Produktion in Ras Laffan bekannt, dem weltweit größten Verflüssigungskomplex, und informierte seine Kunden über den Eintritt von „Force Majeure“. In Kombination mit den Mengen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sind durch den Konflikt nun 20 % des globalen LNG-Angebots in der Golfregion blockiert. Die Lage im Ölsektor ist nicht weniger angespannt. Die Golfproduzenten haben bereits etwa 10 % der täglichen globalen Ölproduktion stillgelegt. Es wird erwartet, dass die Verluste in den kommenden Tagen und Wochen weiter steigen werden, da sich die Angriffe auf Schiffe im Golf sowie auf die Exportinfrastruktur in Oman und Fujairah ausweiten und den Konflikt auf ein deutlich größeres Gebiet als die Straße von Hormus selbst ausdehnen.

Die Internationale Energieagentur (IEA) gab in ihrem monatlichen Ölmarktbericht am Donnerstag bekannt, dass die Golfproduzenten ihre kombinierte Ölproduktion aufgrund begrenzter Kapazitäten zur Umgehung der Straße von Hormus und der volllaufenden Lagerkapazitäten um mindestens 10 Millionen Barrel pro Tag reduziert haben. Alternative Routen, wie beispielsweise saudische Exporte vom Yanbu-Terminal am Roten Meer, reichen nicht aus, um den enormen Angebotsausfall durch die Straße von Hormus zu kompensieren.

Alternative Routen und ihre Kapazitäten

Die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien verfügt zwar theoretisch über eine Kapazität von 7 Millionen Barrel pro Tag, jedoch bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der tatsächlichen Ladekapazität der Terminals in Yanbu. Schätzungen von Vortexa aus der vergangenen Woche zufolge liegt diese Kapazität bei etwa 3 Millionen Barrel pro Tag. Vor dem Konflikt exportierte Aramco etwa 6 Millionen Barrel pro Tag über die Straße von Hormus.

Wer trägt die Hauptlast?

Saudi-Arabien hat seit Kriegsbeginn die größten Einnahmeverluste erlitten, doch der größte Verlierer in Bezug auf angespannte Staatsfinanzen dürfte der Irak sein. Das Land ist am stärksten von Öleinnahmen abhängig und verfügt nicht über einen so großen Staatsfonds wie Kuwait, die VAE oder Saudi-Arabien, so Analysten.

Auswirkungen für Trader und Investoren

Die aktuelle Situation birgt erhebliche Risiken, aber auch Chancen für Trader und Investoren. Die Volatilität am Ölmarkt dürfte hoch bleiben, was kurzfristige Trading-Möglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig könnten Unternehmen, die in alternative Energiequellen investieren, von der Unsicherheit im Ölsektor profitieren. Es ist ratsam, die geopolitischen Entwicklungen und die Produktionszahlen der Golfstaaten genau zu beobachten. Insbesondere die Entwicklung der Lagerbestände und die Kapazitätsauslastung der alternativen Exportrouten sollten im Auge behalten werden.

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