Ölpreise im Spannungsfeld: Nahost-Krise und Konjunkturdaten im Blick
Geopolitische Risiken belasten Ölmarkt
Die Ölpreise bleiben volatil, da die geopolitische Lage im Nahen Osten weiterhin angespannt ist. Insbesondere die Sorge vor anhaltenden Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus treibt die Preise an. Jüngsten Berichten zufolge wurden zwei Tanker in irakischen Gewässern von mit Sprengstoff beladenen iranischen Booten angegriffen, was Irak veranlasste, den Betrieb in seinen Ölhäfen einzustellen. Oman verlegte vorsorglich Schiffe von seinem Hauptölterminal.
Die Internationale Energieagentur (IEA) bezeichnete den Konflikt als die größte Ölversorgungsunterbrechung der Geschichte. Obwohl die IEA eine Rekordfreigabe von 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven ankündigte, bestehen weiterhin Zweifel an den Auswirkungen, da das Volumen nur 25 Tage der aktuellen Unterbrechung abdeckt. Die US-Regierung erteilte eine 30-Tage-Ausnahmegenehmigung, die es Ländern erlaubt, gestrandetes russisches Öl auf See zu kaufen. Diese Maßnahme könnte zwar kurzfristig den Angebotsdruck verringern, birgt aber das Risiko, die Bemühungen zur Begrenzung der russischen Einnahmen zu untergraben.
Der neu ernannte Oberste Führer des Iran bekräftigte die Absicht, die Straße von Hormus geschlossen zu halten, und forderte verstärkte Angriffe auf US-Stützpunkte. Diese Äußerungen heizen die geopolitischen Spannungen weiter an. Die US-Regierung erwägt eine vorübergehende Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, um Treibstoffpreisspitzen und Versorgungsunterbrechungen zu begegnen. Diese würde es ausländischen Schiffen ermöglichen, Waren zwischen US-Häfen zu transportieren, was die Kosten senken könnte. Benzin- und Dieselpreise befinden sich auf Höchstständen und stellen ein politisches Risiko dar.
Konjunkturdaten im Fokus
Neben den geopolitischen Entwicklungen rücken auch wichtige Konjunkturdaten in den Fokus. In den USA wird der von der Fed bevorzugte PCE-Preisindex für Januar veröffentlicht. Ebenfalls erwartet wird der JOLTs-Bericht für Januar, der sich aufgrund des Regierungsstillstands verzögert hatte. Zudem wird die University of Michigan die erste Einschätzung zur Verbraucherstimmung im März veröffentlichen.
In Norwegen wird der Technische Berechnungsausschuss seinen Abschlussbericht vor den Lohnverhandlungen vorlegen. Die Märkte werden insbesondere auf mögliche Revisionen der vorläufigen 3,0%igen Inflationsprognose achten, da diese Auswirkungen auf die Lohnforderungen hätte. Das Vereinigte Königreich veröffentlicht BIP-Daten für Januar. Schweden publiziert die Arbeitskräfteerhebung (AKU) für Februar. Die gestrigen Zahlen des Arbeitsamtes deuteten auf einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit hin. Die AKU ist jedoch bekanntermaßen volatil, und nach dem deutlichen Rückgang im Januar auf 8,0% wird heute ein leichter Anstieg auf 8,4% erwartet.
Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Die steigenden Ölpreise belasteten gestern die US-Aktienmärkte. Der S&P 500 schloss mit einem Minus von -1,5%, der Russell 2000 mit -2,2%. Europäische Aktien hielten sich besser, der Stoxx 600 schloss nur -0,7% tiefer. Der US-Handelstag zeigte eine stärkere Risikoaversion als in der Vorwoche. Zyklische Aktien entwickelten sich schlechter als defensive, Small Caps schlechter als Large Caps und Wachstumswerte schlechter als Value-Aktien. Neben dem Energiesektor entwickelten sich Rohstoffe und Basiskonsumgüter relativ gut, während Industrie, Technologie und zyklische Konsumgüter am stärksten nachgaben.
Die Risikoaversion nahm im gestrigen Handel zu, nachdem der neue Oberste Führer des Iran bekräftigt hatte, die Straße von Hormus weiterhin zu blockieren. Aktien gaben nach, und Öl wird derzeit um die Marke von 100 USD/Barrel gehandelt. Der USD legte gegenüber den meisten Währungen zu, und EUR/USD fiel auf etwa 1,15. Die schwedische Krone war der größte Underperformer, was EUR/SEK über 10,70 trieb. EUR/NOK stieg auf knapp unter 11,19, und EUR/DKK blieb über 7,4720.
Die Renditen stiegen über alle Märkte hinweg, wobei Bundesanleihen über die Kurve um 2-4 Basispunkte zulegten und die 1Y EUR ZC Inflationsswaps in den letzten zwei Tagen um etwa 20 Basispunkte höher notierten. Die Renditen 2-jähriger US-Staatsanleihen stiegen um etwa 10 Basispunkte. Die Umfrage der University of Michigan wird der Fed einen ersten Eindruck davon vermitteln, wie sich die Inflationserwartungen der Verbraucher entwickelt haben.
Märkte in Echtzeit verfolgen
Stärken Sie Ihre Anlageentscheidungen mit KI-gestützter Analyse und Echtzeit-Preisdaten.
Treten Sie unserem Telegram-Kanal bei
Erhalten Sie aktuelle Marktnachrichten, KI-Analysen und Handelssignale sofort auf Telegram.
Kanal beitreten