Ölpreise steigen: Eskalation im Nahen Osten
Kanada: Ölpreisboom und seine Folgen
Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten hat die Ölpreise in die Höhe getrieben. Unterbrechungen an der Straße von Hormus sorgen für Unsicherheit hinsichtlich der kurzfristigen Preisentwicklung. Der WTI-Ölpreis ist seit letztem Freitag um beachtliche 30% auf über 89 USD/Barrel gestiegen – der höchste Stand seit Ende 2023.
Höhere Ölpreise bedeuten kurzfristig höhere Einnahmen für Kanadas Energiesektor und den Staatshaushalt. Allerdings bekommen die Konsumenten dies bereits zu spüren, da die landesweiten Benzinpreise in dieser Woche deutlich gestiegen sind. Der durchschnittliche Preis für Benzin ist um 12 Cent pro Liter gestiegen, was einem Anstieg von fast 10% entspricht.
Die wenigen kanadischen Wirtschaftsdaten dieser Woche fielen eher schwach aus. Die vorläufigen Daten zu den Hausverkäufen im Februar stagnierten, während die Produktivität im vierten Quartal leicht zurückging.
USA: Schockwellen an den Finanzmärkten
Die globalen Aktienmärkte verzeichneten in dieser Woche Abverkäufe, während die Energiepreise nach den Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran deutlich stiegen. Trotz des starken Anstiegs der Ölpreise in dieser Woche sind die Auswirkungen auf die US-Wirtschaft bislang relativ gering. Dies setzt jedoch voraus, dass der Konflikt von kurzer Dauer ist.
Der Arbeitsmarktbericht für Februar fiel schwächer aus als erwartet, mit rückläufigen Neueinstellungen und einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4.4%. Der S&P 500 beendete die Woche mit einem Minus von über 2%.
Ausblick und Risiken
Die Ölpreisprognosen sind derzeit mit großer Unsicherheit behaftet. Aktuell gehen wir davon aus, dass die Preise im März auf dem derzeitigen Niveau bleiben werden, bevor sie in den folgenden Monaten allmählich sinken. Die Risikoprämien dürften hoch bleiben, da die aktuelle Situation als die größte Bedrohung für die Energieversorgung im Nahen Osten seit mehreren Jahren angesehen wird. Ein Worst-Case-Szenario könnte die Preise über 100 USD/Barrel steigen lassen, falls weitere Ölförderanlagen für längere Zeit ausfallen und wichtige Infrastruktur beschädigt wird.
Die Märkte haben auch begonnen, höhere Inflationserwartungen in Anleihen einzupreisen, was die Renditen 2- und 10-jähriger kanadischer Staatsanleihen um rund 20 Basispunkte steigen ließ.
Aus Sicht der Fed sollten die politischen Entscheidungsträger den Energieschock aufgrund seiner angebotsseitigen Natur eigentlich ignorieren. Da der Anstieg der Ölpreise jedoch auf bereits erhöhten Inflationsdruck trifft, werden die Fed-Beamten die Inflationserwartungen wahrscheinlich genau beobachten. Bislang sind die marktgestützten Messgrößen gut verankert geblieben, es besteht jedoch das Risiko, dass sie nach oben abdriften könnten, insbesondere wenn sich der Konflikt in die Länge zieht.
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