Risiko-On vs. Risiko-Off: Was steckt dahinter?
Risikoappetit und Marktbewegungen
In der Finanzwelt beschreiben die Begriffe „Risk-on“ und „Risk-off“ die Risikobereitschaft der Anleger. In einem „Risk-on“-Marktumfeld sind Investoren optimistisch und bereit, in risikoreichere Anlagen zu investieren. Umgekehrt suchen Anleger in einem „Risk-off“-Szenario Sicherheit und bevorzugen risikoarme Anlagen mit гарантиierter Rendite, auch wenn diese geringer ausfällt.
Typischerweise steigen in „Risk-on“-Phasen die Aktienmärkte, und die meisten Rohstoffe – mit Ausnahme von Gold – legen ebenfalls an Wert zu, da sie von positiven Wachstumsaussichten profitieren. Die Währungen von Ländern, die stark auf Rohstoffexporte angewiesen sind, erfahren aufgrund der gestiegenen Nachfrage eine Aufwertung. Auch Kryptowährungen profitieren von dieser Stimmung.
In einem „Risk-off“-Markt hingegen gewinnen Anleihen an Wert – insbesondere Staatsanleihen großer Emittenten. Gold erlebt einen Aufschwung, und auch Safe-Haven-Währungen wie der japanische Yen, der Schweizer Franken und der US-Dollar profitieren.
Währungseffekte im Detail
Der australische Dollar (AUD), der kanadische Dollar (CAD), der neuseeländische Dollar (NZD) sowie kleinere Währungen wie der russische Rubel (RUB) und der südafrikanische Rand (ZAR) tendieren dazu, in „Risk-on“-Märkten zu steigen. Dies liegt daran, dass die Volkswirtschaften dieser Länder stark von Rohstoffexporten abhängig sind und Rohstoffe in Zeiten erhöhter Risikobereitschaft tendenziell im Preis steigen. Investoren antizipieren in solchen Phasen eine höhere Nachfrage nach Rohstoffen aufgrund einer gesteigerten Wirtschaftstätigkeit.
Die wichtigsten Währungen, die in „Risk-off“-Phasen tendenziell an Wert gewinnen, sind der US-Dollar (USD), der japanische Yen (JPY) und der Schweizer Franken (CHF). Der US-Dollar profitiert von seiner Rolle als Weltreservewährung und davon, dass Investoren in Krisenzeiten US-Staatsanleihen kaufen, die als sicher gelten, da ein Zahlungsausfall der größten Volkswirtschaft der Welt als unwahrscheinlich angesehen wird.
Der Yen profitiert von einer erhöhten Nachfrage nach japanischen Staatsanleihen, da ein hoher Anteil von inländischen Investoren gehalten wird, die diese auch in Krisenzeiten kaum verkaufen dürften. Der Schweizer Franken wird durch die strengen Schweizer Bankgesetze gestützt, die Anlegern einen erhöhten Kapitalschutz bieten.
Zusammenfassende Betrachtung
Die Unterscheidung zwischen „Risk-on“ und „Risk-off“ ist entscheidend für Anleger, um die aktuelle Marktsituation einzuschätzen und ihre Anlagestrategien entsprechend anzupassen. Die globale Wirtschaftslage, geopolitische Ereignisse und die Geldpolitik der Zentralbanken (Fed, EZB) spielen eine wesentliche Rolle bei der Bestimmung des jeweiligen Marktumfelds.
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