Südkorea verhängt massive Strafe gegen Bithumb und schränkt Geschäftsbetrieb ein
Massive Geldstrafen und Betriebseinschränkungen für Bithumb
Die südkoreanischen Finanzbehörden haben hart durchgegriffen und die Kryptobörse Bithumb mit einer empfindlichen Strafe von 36,8 Milliarden Won, umgerechnet etwa 24,5 Millionen US-Dollar, belegt. Grund dafür sind gravierende Verstöße gegen die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML). Zusätzlich zu der finanziellen Sanktion wurde eine halbjährige, teilweise Aussetzung des Geschäftsbetriebs verhängt. Diese Maßnahmen unterstreichen das entschlossene Vorgehen Seouls gegen nachlässige Akteure im boomenden Kryptosektor.
Im Rahmen einer eingehenden AML-Prüfung deckten die Regulierungsbehörden rund 6,65 Millionen Verstöße auf. Diese umfassten Mängel bei der Verifizierung der Kundenidentität, bei Transaktionsbeschränkungen und bei der ordnungsgemäßen Führung von Aufzeichnungen. Besonders alarmierend war die Feststellung, dass Bithumb 45.772 Krypto-Transaktionen mit 18 nicht registrierten, ausländischen Anbietern virtueller Vermögenswerte (VASPs) ermöglichte. Dies steht im direkten Widerspruch zu den südkoreanischen AML-Gesetzen.
Die Finanznachrichtendienst-Einheit (FIU) unter der Aufsicht der Finanzdienstleistungskommission (FSC) entschied über die Sanktionen nach einer Sitzung eines Sanktionsberatungsausschusses. Dieser überprüfte die Einhaltung des Gesetzes über die Meldung und Nutzung spezifischer Finanztransaktionsinformationen durch die Börse. Die verhängte Geldstrafe stellt die höchste Summe dar, die jemals gegen eine südkoreanische Kryptobörse verhängt wurde, und ist Teil einer fortlaufenden regulatorischen Kampagne zur Stärkung der AML-Compliance.
Details zur teilweisen Geschäftsschließung und regulatorischer Hintergrund
Die angeordneten Maßnahmen sehen vor, dass Bithumb für einen Zeitraum von sechs Monaten, beginnend am 27. März bis zum 26. September, keine externen Krypto-Transfers für Neukunden mehr abwickeln darf. Bestehende Nutzer sind von diesen Einschränkungen nicht betroffen. Sie können weiterhin uneingeschränkt handeln, Ein- und Auszahlungen in koreanischer Won vornehmen sowie Kryptowährungen kaufen und verkaufen. Neukunden können ebenfalls weiterhin Ein- und Auszahlungen in Won tätigen.
Die FIU betonte, dass Bithumb wiederholt ermahnt wurde, Transaktionen mit nicht registrierten ausländischen Krypto-Firmen einzustellen. Die Börse habe diesen Aufforderungen jedoch nicht nachkommen können und war nicht in der Lage, wirksame Sperrmaßnahmen zu implementieren, so die Behörde. Bereits am 9. März hatte die FIU Bithumb eine vorläufige Mitteilung über die halbjährige Teilaussetzung des Betriebs zugestellt, um die Bedenken hinsichtlich der Verstöße zu prüfen, bevor die endgültigen Sanktionen festgelegt wurden.
Diese Entscheidung reiht sich ein in eine breitere Initiative Südkoreas zur Durchsetzung von AML-Vorschriften im Kryptosektor. Auch andere Börsen waren bereits Ziel von Sanktionen. So verhängte die FIU im Februar 2025 gegen Upbit eine dreimonatige Beschränkung für Ein- und Auszahlungen von Kryptowährungen für Neukunden und verhängte eine Strafe von 35,2 Milliarden Won (rund 23,5 Millionen US-Dollar) wegen Verstößen im Zusammenhang mit nicht registrierten VASPs. Zuvor, im Dezember 2025, musste Korbit eine Strafe von 2,73 Milliarden Won (rund 1,8 Millionen US-Dollar) sowie eine institutionelle Verwarnung wegen Verstößen gegen AML- und Kundenverifizierungsrichtlinien hinnehmen.
Implikationen für den Markt und Anleger
Die verschärften Regulierungsmaßnahmen in Südkorea, die sich nun auch gegen eine der größten Plattformen wie Bithumb richten, senden ein klares Signal an den gesamten asiatischen Kryptomarkt. Es ist zu erwarten, dass andere Börsen ihre Compliance-Prozesse kritisch überprüfen und gegebenenfalls nachbessern werden, um ähnlichen Sanktionen zu entgehen. Anleger sollten die Entwicklungen genau verfolgen, da verstärkte regulatorische Unsicherheit kurzfristig zu erhöhter Volatilität bei betroffenen Kryptowährungen und Börsentoken führen kann.
Für Händler bedeutet dies, dass die Einhaltung von AML- und KYC-Richtlinien (Know Your Customer) zunehmend an Bedeutung gewinnt. Börsen, die hier Schwächen zeigen, laufen Gefahr, nicht nur hohe Strafen zu zahlen, sondern auch den Zugang zu wichtigen Märkten zu verlieren. Die Auswirkungen auf die Handelsvolumina und die Liquidität könnten spürbar sein, insbesondere wenn weitere Länder ähnliche strikte Regeln einführen. Die Fokussierung auf nicht registrierte ausländische VASPs deutet auf eine verstärkte grenzüberschreitende Überwachung hin.
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