US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen - Wirtschaft | PriceONN
Der US-Arbeitsmarktbericht für Februar fiel deutlich schlechter aus als erwartet, was zu Turbulenzen an den Finanzmärkten führte. Besonders die Abwärtskorrektur der Vormonate belastet die Stimmung.

Schwache US-Arbeitsmarktdaten

Der gestern veröffentlichte Arbeitsmarktbericht der US-amerikanischen Statistikbehörde BLS (Bureau of Labor Statistics) für den Februar enttäuschte auf breiter Front. Statt der erwarteten +50.000 neuen Stellen wurden -92.000 Stellen gemeldet. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem nach unten korrigierten Wert von +126.000 für Januar. Die Arbeitslosenquote stieg um 10 Basispunkte auf 4,4%.

Als Gründe für die schwachen Zahlen werden unter anderem das raue Wetter im vergangenen Monat sowie ein 41-tägiger Streik im Pflegesektor genannt, der zu einem Rückgang von -28.000 Stellen im Gesundheitswesen führte. Besonders ins Gewicht fallen jedoch die Abwärtskorrekturen für den Dezember, der von ursprünglich gemeldeten +50.000 auf nunmehr -17.000 Stellen revidiert wurde. Für diese Korrektur können weder Wetter noch Streiks verantwortlich gemacht werden. Der gleitende Vier-Monats-Durchschnitt der BLS-Arbeitsmarktdaten liegt nun bei -21.000 Stellen pro Monat – der erste negative Wert seit der Covid-Pandemie.

Neben dem Gesundheitswesen, das -28.000 Stellen abbaute, verzeichneten auch die Bereiche Informationstechnologie (-11.000) und Transport/Lagerhaltung (-11.000) sowie der öffentliche Sektor (-10.000) Rückgänge. Lediglich der Bereich Sozialhilfe konnte mit +9.000 Stellen zulegen. Insgesamt war dies jedoch ein schwacher Arbeitsmarktbericht. Im vergangenen Jahr hat der Bereich Transport/Lagerhaltung -157.000 Stellen verloren, was einem Rückgang von -2,4% entspricht.

Lichtblicke und Marktreaktionen

Einziger Lichtblick sind die gestiegenen Stundenlöhne, die sowohl im Monatsvergleich als auch im Jahresvergleich um +10 Basispunkte höher ausfielen als erwartet und nun bei +0,4% bzw. +3,8% liegen. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sank auf 33,8 Stunden, die Erwerbsquote fiel auf +62,0% (der niedrigste Wert seit Dezember 2021), und die U-6-Arbeitslosenquote (die sogenannte „reale Arbeitslosenquote“) lag bei +7,9%.

Die Einzelhandelsumsätze für Januar fielen mit -0,2% besser aus als erwartet (Prognose: -0,4%), lagen aber dennoch unter dem Wert des Vormonats (0,0%). Ohne Berücksichtigung von Automobilen blieben die Umsätze unverändert, während sie ohne Automobile und Benzin um +0,3% stiegen (Prognose: +0,2%).

Ausblick auf den Handelstag

Die Futures fielen nach Bekanntgabe der schwachen BLS-Daten deutlich. Zusätzlich belasten steigende Ölpreise – mittlerweile über 90 Dollar pro Barrel (bbl), nachdem sie vor wenigen Wochen noch bei 55 Dollar pro Barrel lagen – und eine Nachricht von Präsident Trump. Der Dow Jones liegt aktuell bei -1,37%, der S&P 500 bei -1,27%, der Nasdaq bei -1,56% und der Small-Cap Russell 2000 bei -2,29%.

Trotz der Verluste notiert der Russell 2000 seit Jahresbeginn noch im grünen Bereich. Nach einer kurzen Erholungsphase Ende Januar liegen die wichtigsten Indizes nun -2-3% im Minus, mit weiterem Abwärtspotenzial. Es bleibt abzuwarten, ob die Anleger erneut eingreifen, um die Märkte zu stabilisieren. Mittelfristig sind jedoch positive Nachrichten erforderlich, um eine nachhaltige Erholung zu gewährleisten.

Nach der Handelseröffnung werden die Lagerbestände der Unternehmen für Dezember (erwartet: +0,1%) und die Konsumentenkredite für Januar (erwartet: Rückgang auf +11 Milliarden Dollar von +24 Milliarden Dollar) veröffentlicht. Um die Marktstimmung nachhaltig zu verbessern, bedarf es jedoch deutlich positiverer Impulse.

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