USD/CHF klettert über 0,7800: Erwartungen an restriktive Fed stützen den Dollar
USD/CHF im Aufwind: Dollarstärke treibt Kurs
Der USD/CHF zeigt sich am Donnerstagmorgen fester und durchbricht die Marke von 0,7800. Hintergrund ist die allgemeine Stärke des US-Dollars (USD), der von steigenden Ölpreisen und den damit verbundenen Inflationserwartungen profitiert. Diese Entwicklung nährt Spekulationen, dass die US-Notenbank (Fed) ihren restriktiven Kurs beibehalten oder sogar verschärfen könnte.
Der US-Dollar ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten von Amerika und die De-facto-Währung einer beträchtlichen Anzahl anderer Länder, in denen er neben lokalen Banknoten im Umlauf ist. Er ist die meistgehandelte Währung der Welt und macht über 88% des gesamten globalen Devisenumsatzes aus, was laut Daten aus dem Jahr 2022 durchschnittlich 6,6 Billionen US-Dollar pro Tag entspricht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg löste der USD das Britische Pfund als Weltreservewährung ab. Während des grössten Teils seiner Geschichte war der US-Dollar durch Gold gedeckt, bis das Bretton-Woods-Abkommen 1971 aufgehoben wurde und der Goldstandard wegfiel. Der wichtigste einzelne Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) gestaltet wird. Die Fed hat zwei Mandate: die Preisstabilität zu erreichen (die Inflation zu kontrollieren) und die Vollbeschäftigung zu fördern. Ihr wichtigstes Instrument, um diese beiden Ziele zu erreichen, ist die Anpassung der Zinssätze.
Die Rolle der Fed und ihre Auswirkungen
Die Geldpolitik der Fed spielt eine entscheidende Rolle für den Wert des US-Dollars. Die Fed strebt zwei Hauptziele an: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Um diese Ziele zu erreichen, setzt sie primär auf die Steuerung der Zinssätze.
Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Zielwert der Fed von 2% liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des USD zugute kommt. Wenn die Inflation unter 2% fällt oder die Arbeitslosenquote zu hoch ist, kann die Fed die Zinssätze senken, was den Greenback belastet. In extremen Situationen kann die Federal Reserve auch mehr Dollar drucken und eine quantitative Lockerung (QE) beschliessen. QE ist der Prozess, bei dem die Fed den Kreditfluss in einem festgefahrenen Finanzsystem erheblich erhöht.
Es handelt sich um eine nicht standardmässige politische Massnahme, die eingesetzt wird, wenn die Kreditvergabe versiegt ist, weil sich die Banken untereinander kein Geld mehr leihen (aus Angst vor einem Ausfall des Kontrahenten). Sie ist ein letztes Mittel, wenn eine einfache Zinssenkung das notwendige Ergebnis wahrscheinlich nicht erzielen wird. Sie war die bevorzugte Waffe der Fed zur Bekämpfung der Kreditklemme, die während der grossen Finanzkrise im Jahr 2008 auftrat. Sie beinhaltet, dass die Fed mehr Dollar druckt und diese verwendet, um hauptsächlich von Finanzinstituten US-Staatsanleihen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einem schwächeren US-Dollar. Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess, bei dem die Federal Reserve aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen, und das Kapital der fällig werdenden Anleihen, die sie hält, nicht in neue Käufe reinvestiert. Sie wirkt sich in der Regel positiv auf den US-Dollar aus.
Implikationen für Trader und Investoren
Die aktuelle Entwicklung am Devisenmarkt, insbesondere die Stärke des USD/CHF, bietet Tradern und Investoren verschiedene Möglichkeiten und Risiken. Ein steigender USD/CHF-Kurs könnte für Anleger attraktiv sein, die von einer weiteren Aufwertung des US-Dollars profitieren möchten. Allerdings sollte man die Volatilität des Devisenmarktes und die potenziellen Auswirkungen von Zinsentscheidungen der Fed nicht unterschätzen.
Beobachten Sie die Entwicklung der Ölpreise und deren Einfluss auf die Inflationserwartungen. Achten Sie auf die Signale der Fed bezüglich zukünftiger Zinsschritte. Berücksichtigen Sie die globalen Konjunkturdaten, die ebenfalls Einfluss auf die Währungsrelationen haben können.
Für den EUR/USD könnte ein starker Dollar weiter belastend wirken. Auch der Goldpreis (XAUUSD) könnte unter Druck geraten, da ein fester Dollar Gold tendenziell weniger attraktiv macht. Der Schweizer Franken (CHF) als sicherer Hafen könnte bei steigenden globalen Unsicherheiten wieder an Bedeutung gewinnen.
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