Zinserhöhungs-Erwartungen treiben AUD/JPY an, GBP/AUD unter Druck
Australischer Dollar im Aufwind: RBA im Fokus
Der australische Dollar zeigt weiterhin Stärke, da die Märkte ihre Erwartungen an zwei aufeinanderfolgende Zinserhöhungen durch die Reserve Bank of Australia (RBA) in den kommenden Monaten verstärken. Investoren sind zunehmend davon überzeugt, dass die RBA auf ihrer Sitzung am 17. März den Leitzins anheben und im Mai eine weitere Erhöhung folgen lassen wird. Dies würde den aktuellen Leitzins von 3,85 % auf 4,35 % anheben.
Was diese Einschätzung in dieser Woche maßgeblich verstärkt hat, ist die Einigkeit unter den großen australischen Banken. Commonwealth Bank und ANZ haben sich nun NAB und Westpac angeschlossen und prognostizieren ebenfalls zwei aufeinanderfolgende Zinserhöhungen. Da alle vier großen Institute nun den gleichen geldpolitischen Kurs erwarten, hat sich am Markt schnell die Ansicht durchgesetzt, dass die RBA sich darauf vorbereitet, entschlossener gegen Inflationsrisiken vorzugehen.
Ein wesentlicher Faktor für diesen Wandel ist die Annahme, dass die RBA zunehmend „aktivistisch“ vorgeht, um die Inflationserwartungen zu verteidigen. Luci Ellis, Chefökonomin von Westpac und ehemalige hochrangige RBA-Mitarbeiterin, merkte an, dass die Entscheidungsträger nun möglicherweise aggressiver auf den durch steigende Ölpreise verursachten Inflationsschock reagieren könnten. Ein proaktives Handeln könnte dazu beitragen, dass sich der energiebedingte Preisanstieg nicht in den längerfristigen Inflationserwartungen verfestigt.
Die Dringlichkeit ist angesichts der jüngsten Inflationsdaten Australiens verständlich. Die Kerninflation stieg im Januar auf 3,4 % und liegt damit bereits deutlich über dem Zielband der RBA von 2–3 %. Angesichts der weltweit steigenden Energiepreise scheinen die Entscheidungsträger zunehmend besorgt zu sein, dass sich die Inflationsaussichten weiter verschlechtern könnten, wenn Maßnahmen verzögert werden.
Trotz der wachsenden Erwartungen an eine restriktivere Geldpolitik gehen die Märkte weiterhin davon aus, dass der Straffungszyklus bei etwa 4,35 % seinen Höhepunkt erreichen wird. Dieses Niveau wird allgemein als ausreichend restriktiv angesehen, um den Inflationsdruck einzudämmen und gleichzeitig einen starken Wirtschaftsabschwung zu vermeiden. Die wichtigere Frage dürfte jedoch sein, wie lange die Zinsen auf diesem erhöhten Niveau bleiben werden. Viele Analysten gehen inzwischen davon aus, dass die Politik bis weit in die zweite Hälfte des Jahres 2027 auf diesem Niveau bleiben könnte.
Technische Analyse: AUD/JPY und GBP/AUD im Fokus
Technisch gesehen war AUD/JPY einer der klarsten Nutznießer dieser veränderten Erwartungen. Das Währungspaar stieg in dieser Woche über die 38,2 %-Projektion von 96,24 auf 110,78 von 107,67 auf 113,22. Obwohl das Paar nun die Obergrenze seines steigenden Kanals testet und kurzfristig eine Konsolidierung erfahren könnte, bleiben die allgemeinen Aussichten bullisch, solange der ehemalige Widerstand bei 110,78 als Unterstützung hält. Das nächste Aufwärtsziel für AUD/JPY ist die 61,8 %-Projektion bei 116,20.
Unterdessen hat GBP/AUD seinen Abwärtstrend fortgesetzt und bereits die 200 %-Projektion von 2,0848 auf 1,9984 von 2,0472 bei 1,8744 erreicht. Obwohl das Paar möglicherweise eine vorübergehende Erholung vom Boden des fallenden Kanals versucht, bleiben die allgemeinen Aussichten bärisch. Solange der Widerstand bei 1,9114 jede Erholung begrenzt, dürfte sich der Abwärtstrend in Richtung der 261,8 %-Projektion bei 1,8210 fortsetzen.
Implikationen für Trader
Die zunehmend restriktive Haltung der RBA gegenüber der Inflation hat erhebliche Auswirkungen für Trader. Der Fokus liegt nun auf der Sitzung am 17. März, bei der eine Zinserhöhung erwartet wird. Trader sollten die Entwicklung von AUD/JPY und GBP/AUD genau beobachten. Bei AUD/JPY ist ein Durchbruch des Widerstands bei 113,22 ein Kaufsignal, während ein Unterschreiten der Unterstützung bei 110,78 zu Gewinnmitnahmen führen könnte. Bei GBP/AUD sollten Trader auf eine mögliche Erholung vom aktuellen Niveau achten, bevor sie Short-Positionen eingehen. Ein Bruch des Widerstands bei 1,9114 würde die bärische These in Frage stellen.
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