Circle fordert Großbritannien auf: MiCA-Klarheit mit US-Regeln für Stablecoins verschmelzen
Großbritanniens Finanzsektor steht an einem kritischen Punkt. Dante Disparte, der Leiter der globalen Politik bei Circle, hat dem britischen Oberhaus am Mittwoch eine einzigartige Möglichkeit aufgezeigt: die Verschmelzung der besten Elemente aus der EU-Kryptoverordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets) und dem neuen US-Regulierungsrahmen für Stablecoins, dem sogenannten GENIUS Act. Sein Appell an die Gesetzgeber war klar: „Das Modell ist eindeutig: Nehmen Sie das Beste aus beiden Welten und machen Sie es unverwechselbar britisch.“
Einzigartige Chance für britische Krypto-Regulierung
Disparte legte dem Finanzausschuss des House of Lords dar, wie das Vereinigte Königreich sein eigenes Krypto-Regulierungsregime gestalten könnte. Er schlug vor, die umfassende Klarheit, die präzisen Definitionen, die Lizenzierungsverfahren, die Governance-Strukturen und den starken Verbraucherschutz aus Europa zu übernehmen. Ergänzt werden soll dies durch die wegweisenden Ansätze des US-Gesetzesentwurfs, insbesondere im Hinblick auf Stablecoins. Ohne einen klaren und umfassenden regulatorischen Rahmen besteht laut Disparte die Gefahr, dass die Aktivität im Bereich der Stablecoins ins Ausland abwandert. Dies würde nicht nur britische Nutzer anfälliger machen, sondern auch Londons Status als globales Zentrum für Finanzinnovationen gefährden.
Diese Anhörung war Teil der Untersuchung des Oberhauses zum Wachstum und zur geplanten Regulierung von Stablecoins im Vereinigten Königreich. Neben Disparte wurde auch Jesse McWaters von Mastercard als Zeuge geladen. Die britische Finanzaufsichtsbehörde, die Financial Conduct Authority (FCA), befindet sich derzeit in Konsultationen zu einem breiteren Krypto-Asset-Regime, dessen Inkrafttreten für den 25. Oktober 2027 erwartet wird. Ab diesem Datum benötigen Unternehmen, die die neuen regulierten Aktivitäten durchführen, eine entsprechende Autorisierung.
Vertrauenswürdige Stablecoins als Markterweiterung
Disparte entkräftete auch Bedenken, dass Stablecoins Bankeinlagen abziehen und die Nachfrage nach traditionellen Kreditlinien verringern könnten. Er argumentierte vehement gegen die Vorstellung eines Konflikts zwischen Banken und Stablecoins. Vielmehr betonte er, dass ein klarer regulatorischer Rahmen diese Risiken effektiv managen könne, ohne die Innovation zu ersticken. Dies sei durch die Einführung robuster Standards für Reserven und Liquidität sowie durch die Förderung der Beteiligung von Banken möglich. „Unser Wachstum über verschiedene Währungen und Gerichtsbarkeiten hinweg ist der Beweis dafür, dass vertrauenswürdige Stablecoins Märkte erweitern. Sie schrumpfen sie nicht“, so Disparte.
Um den regulatorischen Rahmen des Vereinigten Königreichs auf eine solide Basis zu stellen, schlug Disparte vier zentrale Leitprinzipien vor:
- 1:1 Reservedeckung durch hochwertige liquide Vermögenswerte.
- Die Anforderung von hochliquiden Reserven.
- Durchsetzbare Rücktauschmöglichkeiten für Inhaber von Stablecoins.
- Starke und transparente Offenlegungsstandards.
Circle ist der Emittent des weltweit zweitgrößten Stablecoins nach Marktkapitalisierung, des USDC. Die proaktive Haltung von Circle in Bezug auf regulatorische Klarheit unterstreicht die wachsende Bedeutung von Stablecoins im globalen Finanzsystem und die Notwendigkeit einer durchdachten Gesetzgebung, die sowohl Innovation fördert als auch Anlegerschutz gewährleistet.
Marktausblick und Anlegereinfluss
Die von Dante Disparte vorgebrachten Argumente beleuchten die potenziellen Auswirkungen einer klaren und integrierten Regulierung auf das britische Finanzökosystem. Eine durchdachte Gesetzgebung, die sich an den Prinzipien von MiCA und dem GENIUS Act orientiert, könnte dem Vereinigten Königreich erhebliche Vorteile bringen. Sie könnte nicht nur die Inlandsaktivität im Bereich digitaler Vermögenswerte fördern, sondern auch ausländische Investitionen anziehen und die Position Londons als führendes Finanzzentrum stärken.
Für Anleger und Händler bedeutet dies eine erhöhte Rechtssicherheit im Umgang mit Stablecoins und anderen digitalen Vermögenswerten, die unter das neue Regime fallen. Die Betonung von Transparenz, Reservedeckung und Rücktauschmöglichkeiten durch Circle zielt darauf ab, das Vertrauen in diese Instrumente zu stärken. Dies könnte zu einer breiteren Akzeptanz und Nutzung von Stablecoins führen, was wiederum positive Auswirkungen auf verwandte Anlageklassen haben könnte. Insbesondere die Entwicklung von Regulierung für digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) und die Integration von Krypto-Assets in traditionelle Finanzprodukte dürften von einer solchen Entwicklung beeinflusst werden.
Trader sollten die Fortschritte der britischen Gesetzgebung genau beobachten. Die für den 25. Oktober 2027 angesetzte Frist rückt näher, und die finalen Regulierungsdetails werden entscheidend sein. Potenziell könnten sich Änderungen in der Marktstruktur für digitale Vermögenswerte ergeben, die sowohl Chancen als auch Risiken bergen. Die Auswirkungen auf den breiteren Kryptomarkt, einschließlich Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH), sind ebenfalls zu berücksichtigen, da eine stärkere institutionelle Akzeptanz und regulatorische Klarheit oft zu erhöhter Volatilität und neuen Investitionsmöglichkeiten führen kann.
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