Europäische Inflation im Blickpunkt - Forex | PriceONN
Die EZB beobachtet genau die Inflationserwartungen, während in den USA der Fokus auf den Erzeugerpreisen liegt. Geopolitische Spannungen beeinflussen die Märkte zusätzlich.

Europäische Inflationsdynamik

EZB-Präsidentin Christine Lagarde thematisierte kürzlich vor dem Europäischen Parlament die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen und der wahrgenommenen Inflation. Diese Unterscheidung ist von Bedeutung, da Inflationswahrnehmungen die Inflationserwartungen beeinflussen können. Der Gouverneur der Bank of England (BoE), Andrew Bailey, äußerte sich diese Woche ähnlich und unterstrich die Bedeutung von Konsumentenbefragungen.

Die EZB-Konsumentenerwartungsumfrage vom Januar zeigte einen leichten Rückgang von 0,2 Prozentpunkten sowohl bei der wahrgenommenen Inflation der letzten 12 Monate als auch bei den Erwartungen für die nächsten 12 Monate, die sich bei 3 % bzw. 2,6 % einpendelten. Diese Werte liegen jedoch weiterhin über dem Ziel der EZB von 2 %. Die längerfristigen Inflationserwartungen für die nächsten drei Jahre blieben mit 2,6 % stabil und erreichten damit den höchsten Wert seit März 2023. Jüngste Inflationsdaten aus Frankreich (0,8 % M/M & 1,1 % Y/Y) und Spanien (0,4 % M/M & 2,5 % Y/Y) übertrafen die Prognosen, während die deutschen Zahlen (0,4 % M/M & 2 % Y/Y) einen teilweisen Ausgleich boten. Die aggregierten Zahlen für die Eurozone werden am kommenden Dienstag erwartet. Die Konsensschätzungen gehen von einem Anstieg von 0,4 % M/M aus, wobei die Headline-Zahl stabil bei 1,7 % Y/Y liegen soll.

US-Erzeugerpreise und geopolitische Risiken

In den Vereinigten Staaten rückte der Erzeugerpreisindex (PPI) als wichtiger Wirtschaftsindikator in den Fokus. Sowohl der Headline- als auch der Kern-PPI für Januar übertrafen die Erwartungen und stiegen um 0,5 % M/M bzw. 0,8 % M/M. Die jährlichen Werte wurden mit 2,9 % (zuvor 3 %) und 3,6 % (zuvor 3,3 %) ausgewiesen. Die Deflation bei den Güterpreisen verbesserte sich von -0,1 % M/M im Dezember auf -0,3 % M/M im Januar, eine Kennzahl, die von der Federal Reserve aufgrund ihres Zusammenhangs mit der US-Handelspolitik genau beobachtet wird. Umgekehrt beschleunigte sich die Inflation der Dienstleistungspreise auf 0,8 % M/M, was ein gemischtes Bild für die Zentralbank ergibt.

Die Aufmerksamkeit des Marktes wurde jedoch weitgehend von den eskalierenden geopolitischen Spannungen abgelenkt. Die US-Botschaft in Jerusalem genehmigte aufgrund von Sicherheitsbedenken die Ausreise von nicht unbedingt erforderlichem Personal und deren Familien aus Israel, nachdem die Nukleargespräche zwischen den USA und dem Iran in Genf ergebnislos verlaufen waren. Diese Maßnahme, zusammen mit dem früheren Abzug von Personal aus dem Libanon, erhöhte die Sensibilität des Marktes für eine mögliche militärische Intervention der USA. Die Preise für Brent Crude Oil erreichten ein neues kurzfristiges Hoch bei 73 $/bbl, während Kernanleihen zulegten und die deutschen und US-amerikanischen Renditen über die Kurve um 1-4 Basispunkte sanken. Für die USA bedeutet dies einen Test der wichtigen Unterstützungsniveaus bei 3,4 % für die 2-Jahres-Rendite und 4 % für die 10-Jahres-Rendite. Der handelsgewichtete Dollar stößt weiterhin auf Widerstand um die Marke von 98, wobei die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs aus einem aufsteigenden Dreiecksmuster steigt. Der Schweizer Franken zeigte eine starke Performance und profitierte von der Nachfrage nach sicheren Häfen.

Schweizer Wirtschaftsausblick

Das monatliche Konjunkturbarometer der KOF Konjunkturforschungsstelle verbesserte sich im Februar auf 104,2 und signalisiert damit einen positiven Ausblick. Das Institut stellt fest, dass der Aufwärtstrend des Barometers anhält und über seinem mittelfristigen Durchschnitt liegt, was vor allem auf Nachfrageindikatoren wie Konsum und Auslandsnachfrage zurückzuführen ist. Das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft veröffentlichte ebenfalls die BIP-Daten für das vierte Quartal, die ein Wachstum von 0,2 % zeigten, bereinigt um Sportveranstaltungen, nach einem Rückgang von 0,4 % im Vorquartal. Dieses Wachstum wurde vor allem durch die Binnennachfrage getragen, wobei der private Konsum um 0,4 % stieg. Darüber hinaus verzeichneten auch die Bauinvestitionen (+1 %) und die Ausrüstungsinvestitionen ein deutliches Wachstum. Die Warenausfuhren stiegen um 0,6 %, während die Einfuhren um 2,7 % zunahmen.

Der Schweizer Franken erfuhr heute eine deutliche Aufwertung, wobei der EUR/CHF unter 0,91 fiel, ein historisch starkes Niveau. Diese Bewegung wurde wahrscheinlich eher durch Safe-Haven-Flows inmitten der Spannungen im Nahen Osten als allein durch Schweizer Wirtschaftsdaten angetrieben.

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