FOMC hält Kurs: US-Wirtschaft im Fokus trotz globaler Unsicherheiten - Forex | PriceONN
Der US-Zentralbankrat (FOMC) signalisiert weiterhin eine Fokussierung auf die heimische Wirtschaft, wobei Produktivitätssteigerungen das künftige BIP-Wachstum und die Inflation stützen sollen. Inflationserwartungen stellen derzeit keine unmittelbare Sorge dar.

US-Wirtschaft im Blick: Produktivität als Wachstumstreiber

Die US-amerikanische Wirtschaft steht im Fokus der jüngsten Überlegungen des Federal Open Market Committee (FOMC). Daten deuten darauf hin, dass die Produktivität das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Inflation im Prognosezeitraum positiv beeinflussen wird. Im Gegensatz zur australischen Zentralbank (RBA) sieht das FOMC derzeit keine Besorgnis hinsichtlich der Inflationserwartungen. Bei seiner jüngsten Sitzung im März entschied sich das FOMC für eine Beibehaltung des Status quo. Man erkannte zwar eine gestiegene globale Unsicherheit seit Januar, betonte jedoch die Notwendigkeit, sich auf die heimische Wirtschaft zu konzentrieren, um den geeigneten geldpolitischen Kurs festzulegen.

Die Prognosen für das BIP-Wachstum wurden angehoben: Für 2026 wird nun ein Wachstum von 2,4% erwartet (zuvor 2,3%), für 2027 signifikant 2,3% (zuvor 2,0%), gefolgt von 2,1% im Jahr 2028 (zuvor 1,9%) und langfristig 2,0% (zuvor 1,8%). Dies geschieht trotz weitgehend unveränderter Einschätzungen für den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote soll von 4,4% Ende 2026 auf 4,2% bis Ende 2028 sinken und dort langfristig verharren. Die Pressekonferenz verdeutlichte, dass das Arbeitskräfteangebot begrenzt ist und voraussichtlich auch im Prognosezeitraum bleiben wird, was die Zuwächse an Arbeitsplätzen dämpft. Das stärkere BIP-Wachstum resultiert somit primär aus Produktivitätsgewinnen sowie einer erhöhten Konsumbereitschaft der Haushalte, die aus aktuellem Einkommen und Vermögen schöpfen.

Inflationsausblick und geldpolitische Straffung

Die Auswirkungen von Zöllen und des Nahostkonflikts auf die Inflation werden als temporär eingeschätzt. Die jährliche Inflation wurde für 2026 um 0,3 Prozentpunkte auf 2,7% nach oben korrigiert, stieg jedoch nur leicht auf 2,2% für 2027 und blieb unverändert bei 2,0% für 2028. Kapazitätsengpässe in der US-Wirtschaft, beispielsweise im Wohnungsbau und Energiesektor, finden in der Kommunikation des FOMC weiterhin wenig Beachtung. Ebenso wird das Potenzial für Zweitrundeneffekte durch Energie- und Rohstoffpreise, die durch den Nahostkonflikt beeinflusst werden, wie im Falle von Düngemitteln, kaum thematisiert.

Die Inflationserwartungen stellen für das FOMC offensichtlich keine Gefahr dar, was in starkem Kontrast zur Einschätzung der RBA für Australien steht. Der Basisfall für die geldpolitische Haltung des Komitees bleibt daher eine Zinssenkung im Jahr 2026 und eine weitere im Jahr 2027, womit der Leitzins auf 3,1% sinken würde. Dies ist nun die beste Schätzung des Komitees für den langfristigen neutralen Zins in den USA. Die Implikation, die in der Pressekonferenz bestätigt wurde, ist, dass das Komitee eine moderat restriktive Haltung über das kommende Jahr beibehalten möchte, während Inflationsrisiken zurückgehen, um dann in den Folgejahren zu einer neutralen Haltung zurückzukehren.

Ausblick und Risiken für die US-Zinskurve

Die Risiken für die genannten Prognosen sind jedoch im Wandel begriffen. Obwohl die Mehrheit der Komiteemitglieder weiterhin eine Zinssenkung als nächste geldpolitische Entscheidung erwartet, wurde die Untergrenze für den zentralen Prognosekorridor der Zinsen für 2026 sowie die gesamte Bandbreite der Prognosen angehoben. Auch die Obergrenze für den zentralen Prognosekorridor der Inflation für 2026 und 2027 wurde erhöht, was auf eine größere Unsicherheit über die Persistenz der Preisdrucke kurzfristig hinweist.

Es besteht weiterhin die Annahme, dass das FOMC in diesem Zyklus höchstens eine weitere Zinssenkung vornehmen wird. Die mangelnde Schaffung privater Arbeitsplätze, die in der Pressekonferenz thematisiert wurde, deutet darauf hin, dass der Zeitpunkt für diese Senkung eher früher als später kommen könnte. Aktuell wird diese Entscheidung mit geringer Überzeugung für Juni angesetzt. Der kritischere Punkt ist jedoch, dass angesichts der eingeschränkten wirtschaftlichen und fiskalischen Kapazitäten sowie potenzieller Aufwärtsrisiken durch Zölle und Rohstoffe die langfristigen US-Zinsen wahrscheinlich von hier aus steigen werden. Ein solches Szenario verlagert die Verantwortung für das Wachstum auf den privaten Konsum, während die Wohnungsbauinvestitionen schwach bleiben und die Unternehmensinvestitionen sich auf Nischenanwendungen wie KI-Infrastruktur und Effizienzsteigerungsmaßnahmen in der Industrie konzentrieren.

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