GBP/JPY: Konsolidierung nach Neubewertung der Geldpolitik
Die Rolle der Zentralbanken
Zentralbanken spielen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung von Preisstabilität in ihren jeweiligen Ländern oder Regionen. Volkswirtschaften sind ständigen Schwankungen von Inflation und Deflation ausgesetzt, wenn die Preise für bestimmte Güter und Dienstleistungen variieren. Kontinuierlich steigende Preise für dieselben Güter bedeuten Inflation, während konstant sinkende Preise Deflation bedeuten. Es ist die Aufgabe der Zentralbank, die Nachfrage durch Anpassung ihres Leitzinses im Gleichgewicht zu halten. Für die größten Zentralbanken wie die US Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (ECB) oder die Bank of England (BoE) besteht das Mandat darin, die Inflation nahe bei 2% zu halten.
Instrumente der Geldpolitik
Eine Zentralbank verfügt über ein wichtiges Instrument, um die Inflation zu beeinflussen: die Anpassung ihres Leitzinses. Zu vorab kommunizierten Zeitpunkten veröffentlicht die Zentralbank eine Erklärung zu ihrem Leitzins und liefert eine Begründung, warum dieser beibehalten, gesenkt oder erhöht wird. Die lokalen Banken passen ihre Spar- und Kreditzinsen entsprechend an, was es den Menschen entweder erschwert oder erleichtert, an ihren Ersparnissen zu verdienen, oder den Unternehmen, Kredite aufzunehmen und in ihre Geschäfte zu investieren. Wenn die Zentralbank die Zinsen deutlich anhebt, spricht man von einer Straffung der Geldpolitik. Wenn sie ihren Leitzins senkt, spricht man von einer Lockerung der Geldpolitik.
Die Unabhängigkeit und Ausrichtung der Zentralbanken
Eine Zentralbank ist oft politisch unabhängig. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Zentralbank durchlaufen eine Reihe von Gremien und Anhörungen, bevor sie in den Ausschuss berufen werden. Jedes Mitglied dieses Gremiums hat oft eine bestimmte Überzeugung, wie die Zentralbank die Inflation und die daraus resultierende Geldpolitik steuern sollte. Mitglieder, die eine sehr lockere Geldpolitik mit niedrigen Zinsen und billigen Krediten zur Ankurbelung der Wirtschaft befürworten und bereit sind, eine Inflation leicht über 2% zu akzeptieren, werden als „Tauben“ bezeichnet. Mitglieder, die eher höhere Zinsen zur Belohnung von Ersparnissen sehen wollen und die Inflation jederzeit im Auge behalten wollen, werden als „Falken“ bezeichnet und ruhen nicht, bis die Inflation 2% oder knapp darunter erreicht hat.
Konsensfindung und Blackout-Perioden
Normalerweise gibt es einen Vorsitzenden oder Präsidenten, der jede Sitzung leitet, einen Konsens zwischen den Falken und Tauben herstellen muss und das letzte Wort hat, wenn es zu einer Stimmengleichheit kommt, um eine 50-50-Entscheidung darüber zu vermeiden, ob die aktuelle Politik angepasst werden soll. Der Vorsitzende hält Reden, die oft live verfolgt werden können, in denen die aktuelle geldpolitische Haltung und die Aussichten kommuniziert werden. Eine Zentralbank wird versuchen, ihre Geldpolitik voranzutreiben, ohne heftige Schwankungen bei Zinsen, Aktien oder ihrer Währung auszulösen. Alle Mitglieder der Zentralbank werden ihre Haltung gegenüber den Märkten im Vorfeld einer geldpolitischen Sitzung zum Ausdruck bringen. Einige Tage vor einer geldpolitischen Sitzung bis zur Bekanntgabe der neuen Politik dürfen sich die Mitglieder nicht öffentlich äußern. Dies wird als Blackout-Periode bezeichnet.
Aktuell konsolidiert sich das Währungspaar GBP/JPY innerhalb der Wochenspanne, da die Märkte die Erwartungen an eine Lockerung der Geldpolitik durch die BoE reduzieren und Zinserhöhungen durch die Bank of Japan (BoJ) hinauszögern. Die steigenden Ölpreise, die mit dem eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran in Verbindung stehen, schüren Inflationssorgen, was sich auf zukünftige Zinsentscheidungen auswirken könnte.
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