Gold behauptet sich über 4.500 US-Dollar: Hoffnungen auf US-Iran-Frieden und schwache US-Daten stützen den Preis
Goldpreis profitiert von geopolitischer Entspannung und Konjunktursorgen
Der Goldpreis hat am Freitag die Marke von 4.500 US-Dollar pro Unze verteidigt. Diese Stabilität ist vor allem auf die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie auf schwächere Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten zurückzuführen. Der US-Dollar zeigte sich im Wochenverlauf leicht schwächer, was die Attraktivität von sicheren Häfen wie Gold weiter erhöhte.
Rohölpreise rutschten auf ein Einmonatstief ab. Dies spiegelt die wachsende Zuversicht der Anleger wider, dass der Nahostkonflikt auf dem Weg zu einer Deeskalation ist. Die mögliche Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormuz könnte zudem Unterbrechungen der Energieversorgung reduzieren. Die Veröffentlichung von US-Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und zur Inflation, die unter den Erwartungen lagen, befeuerte die Nachfrage nach als sicher geltenden Anlageklassen.
Spotgold stieg um 0,7 Prozent auf 4.523,25 US-Dollar je Unze. US-Gold-Futures verzeichneten einen Zuwachs von einem halben Prozent auf 4.553,80 US-Dollar. Berichte deuten auf eine vorläufige Einigung zwischen den USA und dem Iran hin, die eine Verlängerung des Waffenstillstands um 60 Tage vorsieht. Ferner sollen die unbeschränkten Schifftransporte durch die Straße von Hormuz wieder aufgenommen und Verhandlungen über das iranische Atomprogramm aufgenommen werden.
Details der vorläufigen Vereinbarung und wirtschaftliche Indikatoren
Gemäß der vorläufigen Vereinbarung, die noch der endgültigen Zustimmung von US-Präsident Donald Trump bedarf, dürfte der Iran keine Zölle auf Schiffe erheben, die die Straße von Hormuz passieren. Im Gegenzug würden die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen schrittweise aufheben. US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte, dass die Verhandlungsteams intensiv daran arbeiten. Präsident Trump habe drei „rote Linien“ für die Verhandlungen festgelegt: die Übergabe von hochangereichertem Uran durch den Iran, den Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen und die Gewährleistung des freien Durchgangs durch die Straße von Hormuz. Bessent betonte, dass es ohne diese Bedingungen kein Abkommen geben könne und Trump kein für die Vereinigten Staaten nachteiliges Abkommen unterzeichnen werde.
Vizepräsident JD Vance mahnte jedoch zur Vorsicht und wies darauf hin, dass die Finalisierung eines Abkommens mit dem Iran unsicher sei. Im Wirtschaftsbereich zeigten Daten vom Vortag, dass der PCE-Preisindex im April um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,8 Prozent im Jahresvergleich gestiegen ist. Die jährliche Kernrate des PCE-Preisindex kletterte von 3,2 Prozent im März auf 3,3 Prozent.
Der private Konsum in den USA verzeichnete im April einen leichten Anstieg, was Sorgen über eine mögliche Zinserhöhung durch die Federal Reserve nährte. Separate Daten zeigten jedoch, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal mit einer annualisierten Rate von 1,6 Prozent wuchs, was langsamer ist als zuvor geschätzt. Diese gemischten Signale tragen zur Unsicherheit bei und stützen die Nachfrage nach Gold.
Marktausblick und Anlegereinschätzung
Marktdaten zeigen, dass die Anleger die jüngsten Entwicklungen aufmerksam verfolgen. Die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten reduziert die geopolitischen Risiken, die traditionell den Goldpreis stützen. Gleichzeitig deuten die Inflationsdaten und die Konsumausgaben auf anhaltenden Preisdruck hin, der die Federal Reserve zu einer restriktiveren Geldpolitik bewegen könnte. Die verlangsamte BIP-Wachstumsrate im ersten Quartal könnte jedoch die Notwendigkeit weiterer geldpolitischer Lockerungen unterstreichen.
Analysten weisen darauf hin, dass die Goldpreisentwicklung in den kommenden Wochen stark von den Fortschritten in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran abhängen wird. Sollte es zu einer vollständigen Einigung kommen, könnte dies kurzfristig zu Gewinnmitnahmen bei Gold führen. Andererseits könnten die anhaltenden Inflationssorgen und die Möglichkeit einer Zinserhöhung die Nachfrage nach dem Edelmetall weiterhin stützen.
Handelsplätze beobachten die Entwicklung der Ölpreise genau. Ein anhaltend niedrigeres Preisniveau bei Rohöl würde den Inflationsdruck dämpfen und die Kaufkraft der Verbraucher stärken. Dies könnte indirekt die Fed-Politik beeinflussen und somit auch die Zinsdifferenz zu anderen wichtigen Währungen wie dem Euro oder dem Schweizer Franken.
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