Ölpreise steigen: 16% Wochenplus erwartet
Ölmarkt im Aufwind
Die Rohölpreise sind auf dem besten Weg, die Woche mit einem Gewinn von über 16% abzuschließen. Trotz eines kurzzeitigen Rückgangs am Donnerstag, ausgelöst durch Signale aus den USA über mögliche Interventionen zur Beruhigung der Futures-Märkte, bleibt der Aufwärtstrend bestehen.
Brent notierte zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bei $84.66 pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) für $79.94 pro Barrel gehandelt wurde. Zuvor hatte das US-Finanzministerium am Donnerstag angekündigt, Sanktionsausnahmen für Rohstoffhandelsunternehmen zu erteilen, um den Verkauf von russischem Öl auf Tankern zu ermöglichen.
Ursachen der Marktverspannung
Die Maßnahme der USA erfolgt vor dem Hintergrund von Lieferengpässen aus dem Nahen Osten, die durch erhebliche Störungen des Tankerverkehrs in der Straße von Hormuz verursacht werden. Laut Medienberichten soll das russische Öl nach Indien verkauft werden, wobei Bloomberg von einer Menge von rund 9.5 Millionen Barrel spricht. Die Sanktionsausnahme gilt für einen Zeitraum von 30 Tagen.
Mit jedem Tag, an dem die Aktivitäten in Hormuz unterbrochen sind, wird dies zwei wesentliche Auswirkungen auf den Ölmarkt haben: die Unfähigkeit, 20 Millionen Barrel pro Tag zu lagern, und der fehlende Fluss in die Welt, was die globalen Energiepreise in die Höhe treiben könnte.
Dies sagte Priyanka Sachdeva, Senior Analyst bei Phillip Nova, gegenüber Reuters.
Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass einige Ölproduzenten im Nahen Osten aufgrund fehlender Lagerkapazitäten gezwungen sein könnten, ihre Produktion bald zu drosseln. Der Irak hat die Förderung bereits um rund 1.5 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Kuwait könnte als nächstes folgen, sollte sich die Lage in der Straße von Hormuz nicht innerhalb von zwei Wochen normalisieren.
Ausblick und Bewertung
Die Rohstoffanalysten von ING kommentierten die US-Bemühungen zur Beruhigung des Ölmarktes mit den Sanktionsausnahmen wie folgt:
Dies mag zwar dazu beitragen, den Markt kurzfristig etwas zu entlasten, ist aber kein Game-Changer. Der einzige Weg, um die Preise nachhaltig zu senken, ist die Wiederaufnahme der Ölflüsse durch die Straße von Hormuz.
Derzeit gibt es jedoch kaum Anzeichen dafür, dass dies in naher Zukunft geschehen wird. Die geopolitische Lage bleibt angespannt, was die Unsicherheit auf dem Ölmarkt weiter erhöht.
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