Philly Fed Index rutscht im Mai in den negativen Bereich
Industriestimmung trübt sich ein, während Arbeitsmarkt Stärke zeigt
Der heutige Handelstag begann mit einer Flut von Wirtschaftsdaten, die den Anlegern eine Fülle von Informationen lieferten, während sie gleichzeitig die Auswirkungen steigender Anleiherenditen und die Aussichten auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt abwägten. Die Börsenindizes zeigten sich im frühen Handel uneinheitlich; der Dow Jones verlor 0,30%, während der technologiegewichtete Russell 2000 mit -0,66% stärker nachgab.
Arbeitsmarktdaten und Wohnungsbau mit positiven Signalen
Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (Initial Jobless Claims) verzeichneten einen leichten Rückgang auf 209.000. Dies liegt im Bereich der niedrigeren Werte des Vorjahres, der bis zu einem Mehrjahrzehnt-Tief von 190.000 im späten April reichte. Die fortlaufenden Anträge (Continuing Claims) stiegen leicht auf 1,782 Millionen, verharren aber weiterhin unter der Marke von 1,8 Millionen. Dies ist die erste Serie von vier aufeinanderfolgenden Wochen unter diesem Niveau seit zwei Jahren und deutet auf eine anhaltende Robustheit am Arbeitsmarkt hin.
Im Immobiliensektor zeigten sich die Daten für April ebenfalls ermutigend. Die neuen Wohnungsbaubeginne (Housing Starts) übertrafen mit 1,465 Millionen annualisierten Einheiten die Erwartungen von 1,42 Millionen. Allerdings lag dieser Wert unter dem leicht revidierten Wert des Vormonats von 1,507 Millionen. Deutlich positiver entwickelten sich die Baugenehmigungen (Building Permits), die mit 1,442 Millionen den besten Wert seit Februar erreichten und die Prognosen von 1,39 Millionen übertrafen. Eine genauere Betrachtung offenbart jedoch eine differenzierte Entwicklung: Die Zunahme bei den Baugenehmigungen und Baubeginnen ist fast ausschließlich auf den Mehrfamilienhausbau zurückzuführen (+14,3% bei Starts, +11,5% bei Genehmigungen). Der Einfamilienhausbau hingegen verzeichnete Rückgänge von 9% bei den Starts und 5,5% bei den Genehmigungen. Dies spiegelt die Auswirkungen hoher Hypothekenzinsen auf die Nachfrage nach Einfamilienhäusern wider, während die Produktion von Mehrfamilienhäusern von seinen historisch niedrigen Niveaus seit 2011 anzieht.
Philly Fed Index enttäuscht, Preise ziehen sich zurück
Der Einkaufsmanagerindex der Philadelphia Fed (Philly Fed Manufacturing Index) für Mai lieferte hingegen ein negatives Signal. Mit -0,4% fiel der Index erstmals in diesem Jahr in den negativen Bereich und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen von +19,0 zurück. Dies markiert eine deutliche Abkühlung gegenüber dem Vormonat, der mit unveränderten +26,7 den stärksten Wert seit Januar 2025 aufwies. Positiv zu vermerken ist jedoch, dass die gemeldeten Preise (Prices Paid) im Monatsvergleich rückläufig waren, was als deflationärer Impuls gewertet werden kann. Gleichzeitig äußerten sich die befragten Unternehmer in der Metropolregion Philadelphia optimistisch bezüglich der Geschäftsaussichten in sechs Monaten.
Unternehmensergebnisse: Walmart und Advance Auto Parts im Fokus
Im Berichtsquartal (Q1) zeigten sich einige bedeutende Unternehmen mit gemischten Ergebnissen. Walmart übertraf die Erwartungen leicht mit einem Gewinn von 0,66 USD pro Aktie bei Umsätzen von 177,75 Milliarden USD, ein Anstieg von 1,83% gegenüber dem Konsens und deutlich über den 165,6 Milliarden USD des Vorjahres. Trotzdem fielen die Aktien vorbörslich um 3,5%, was die deutlichen Jahresgewinne von 17,5% teilweise zurücksetzte. Die Prognosen des Einzelhandelsriesen wurden durch steigende Treibstoffkosten gedämpft.
Advance Auto Parts (AAP) meldete eine überraschend starke Gewinnentwicklung im Q1. Der Gewinn pro Aktie erreichte 0,77 USD und lag damit fast doppelt so hoch wie die Konsenserwartung von 0,39 USD. Das Unternehmen erzielte zudem das stärkste Umsatzwachstum seit fünf Jahren mit 2,61 Milliarden USD, übertraf die Erwartungen um 2,08%. Die Margenerholungsstrategie scheint hier aufzugehen.
Bei Williams-Sonoma (WSM) stiegen die Aktien nach der Veröffentlichung der Q1-Ergebnisse um 3%. Der Gewinn pro Aktie von 1,93 USD übertraf die Analystenschätzungen von 1,80 USD, und der Umsatz von 1,81 Milliarden USD lag knapp über dem Konsens von 1,80 Milliarden USD. Die vergleichbaren Umsätze stiegen um 4,8%, wobei die West-Elm-Sparte mit 8,5% Wachstum die treibende Kraft war. Die Aktie liegt year-to-date im Plus, hat aber seine Allzeithochs vom Februar dieses Jahres noch nicht wieder erreicht.
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