Weltweite Aktienmärkte legen zu: US-Iran-Fortschritte und weiche japanische Inflation beflügeln die Kurse
Globale Märkte im Aufwind: Hoffnung auf Frieden und Entspannung bei der Inflation
Die weltweiten Aktienmärkte haben ihre Erholungsrally fortgesetzt, angetrieben von einem spürbar gestiegenen Risikobereitschaft. Grund dafür ist die Optimismuswelle bezüglich eines möglichen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran. Diese positive Stimmung spiegelte sich in kräftigen Zuwächsen an den asiatischen und US-amerikanischen Börsen wider, während die Ölpreise weiter nachgaben. Parallel dazu haben die unerwartet schwachen Inflationsdaten aus Japan im April den Druck auf die Bank of Japan (BoJ) verringert, ihre Geldpolitik aggressiv zu verschärfen. Dies stützt den Yen und vertieft die geldpolitische Divergenz im Vergleich zur strafferen Haltung der US-Notenbank Fed.
Nachlassende Anleiherenditen und eine Entspannung der geopolitischen Spannungen boten frischen Rückenwind für Wachstums- und Technologiewerte. Verbesserte Arbeitsbeziehungen bei Samsung Electronics trugen zudem dazu bei, Sorgen über Störungen in der Halbleiter-Lieferkette zu mindern. Marktbeobachter sehen den Nikkei 225 Index auf dem Weg zu neuen Allzeithochs über dem wichtigen kurzfristigen Unterstützungsniveau von 61.955 Punkten.
Top-Makro-Schlagzeilen und ihre Auswirkungen
Die Nachricht über den Fortschritt bei den US-Iran-Friedensgesprächen, die von iranischer Seite als "in progress" bezeichnet wurden, ließ die Marktstimmung schlagartig in den "Risk-on"-Modus umschalten. Ein Vorschlag der USA scheint die Lücke zwischen den Parteien teilweise zu schließen, was die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens erhöht. Dies führte zu einer deutlichen Reduzierung der als "Risikoprämie" eingepreisten geopolitischen Spannungen.
Japan meldete für April eine Kerninflation von lediglich 1,4% im Jahresvergleich, was unter den Erwartungen von 1,7% lag. Die von der Bank of Japan bevorzugte Kerninflationsrate (ohne frische Lebensmittel und Energie) stieg nur noch um 1,9% gegenüber dem Vorjahr, der langsamste Anstieg seit Juli 2024 und unter dem 2%-Ziel der BoJ. Staatliche Subventionen halfen, die Auswirkungen der Ölpreisschocks infolge des Iran-Konflikts abzufedern.
Die divergierenden geldpolitischen Wege der Zentralbanken werden immer deutlicher. Während die jüngsten Protokolle der Fed auf mögliche Zinserhöhungen aufgrund hartnäckiger US-Inflation hindeuten, gewinnt die Bank of Japan durch die schwache Inflation an Spielraum. Die unerwartet niedrigen Inflationsdaten deuten darauf hin, dass eine aggressive Straffung der Geldpolitik in Japan weniger dringend ist, trotz der anhaltenden Schwäche des Yen.
Ein weiterer treibender Faktor ist der Aufschwung bei Technologie-IPOs. Unternehmen wie SpaceX, die eine Börsenbewertung von 1,75 Billionen US-Dollar anstreben, und OpenAI, das vertrauliche Prospektunterlagen einreicht, signalisieren eine Rückkehr von Liquidität in den Aktienmarkt, insbesondere in den Technologiesektor.
Marktübergreifende Reaktionen und Ausblick
Die globalen Aktienmärkte verzeichneten eine breite Erholung. Die Wall Street setzte ihre Gewinne fort, wobei der Dow Jones Industrial Average ein neues Allzeithoch erreichte. Der Energiesektor war mit einem Rückgang von 1% der einzige Ausreißer nach unten.
Im Anleihenmarkt zogen sich die Renditen der Staatsanleihen zurück. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel um 1 Basispunkt auf 4,57%, während die 30-jährige Rendite um 3 Basispunkte auf 5,09% sank. Dies bot eine willkommene Entlastung nach dem jüngsten historischen Ausverkauf.
Der US-Dollar-Index (DXY) bewegte sich am Donnerstag, den 21. Mai, kaum verändert. Der japanische Yen geriet nach den schwachen CPI-Daten unter Abwärtsdruck und testete das Niveau von 159,10/35 pro USD, was eine verbale Intervention durch die japanische Zentralbank auslösen könnte.
Die Ölpreise für WTI und Brent gaben am Mittwoch, den 21. Mai, weiter nach. WTI fiel um 1,1%, Brent um 0,2%, da die Hoffnungen auf eine Friedenslösung die geopolitische Risikoprämie schwinden ließen. Spot-Gold notierte unverändert bei rund 4.543 USD pro Unze und lag damit unter seinem 20-Tage-Durchschnitt von 4.611 USD.
In der Asien-Pazifik-Region starteten die Aktienmärkte mit einem bullischen Trend. Der Nikkei 225 stieg um 1,8%, der Hang Seng Index um 0,5%, der KOSPI um 0,5%, der ASX 200 um 0,4% und der STI um 0,2% zum Zeitpunkt der Berichterstattung.
Die indonesische Rupiah wertete nach einer Zinserhöhung durch die Bank Indonesia auf. Die schwache japanische Inflation erschwert derweil die Abwehr von spekulativen Leerverkäufen gegen den Yen. Ein wichtiger unterstützender Faktor für den regionalen Technologiesektor war die Einigung zwischen der Samsung-Gewerkschaft und dem Unternehmen, die einen geplanten Streik nach einem vorläufigen Lohnabkommen aussetzte.
Wichtige Ereignisse im Blick
Für den heutigen Handelstag stehen folgende Ereignisse im Fokus:
- Einzelhandelsumsätze im Vereinigten Königreich (April) – 14:00 Uhr SGT; Konsens: 1,3% y/y, März: 1,7%. Dies könnte Auswirkungen auf GBP/USD, GBP-Kreuzraten und den FTSE 100 haben.
- US University of Michigan Consumer Sentiment Index (Endgültige Mai-Daten) – 22:00 Uhr SGT. Wichtig für USD und US-Aktienindizes.
- Weitere Updates zur US-Iran-Friedensinitiative, die potenziell alle Anlageklassen beeinflussen könnten.
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