Kanadas Inflation: Keine Kursänderung der BoC erwartet?
Kanadas Inflationsdaten im Fokus
Eine ereignisreiche Woche steht bevor, geprägt von wichtigen Wirtschaftsdaten aus Kanada. Im Mittelpunkt stehen die Veröffentlichung des Inflationsberichts für Februar am Montag sowie die Zinsentscheidung der Bank of Canada (BoC) am Mittwoch. Ebenfalls am Montag werden die nationalen Bilanzen Kanadas veröffentlicht, die einen aktuellen Überblick über die Gesundheit der privaten Haushalte und des Finanzsektors geben sollen. Die BoC wird den Verbraucherpreisindex (VPI) vor ihrer anstehenden geldpolitischen Entscheidung genau unter die Lupe nehmen. Es wird erwartet, dass ein leichter Rückgang des VPI auf 2% im Februar die Zentralbank nicht zu einer Änderung ihrer Politik veranlassen wird.
Jüngste Inflationswerte wurden durch den Wegfall der GST/HST-Steuerbefreiung vor einem Jahr, die die Preise vorübergehend gesenkt hatte, sowie durch die Abschaffung der Verbraucher-Kohlenstoffsteuer auf Energiepreise im vergangenen April verzerrt. Die Kerninflationsraten der BoC, die diese Steuereffekte ausklammern, sind ebenfalls rückläufig und lagen im Januar bei durchschnittlich 2,5%, was hauptsächlich auf eine Verlangsamung des Anstiegs der Wohnkosten zurückzuführen ist. Die Kerninflation ohne Wohnkosten lag im Januar allerdings noch über 3%. Einige Bereiche des Preiswachstums bleiben erhöht, insbesondere Lebensmittel, die im Januar immer noch fast 5% über dem Vorjahr lagen. Der Druck durch niedrigere Energiepreise in den letzten Monaten dürfte sich umkehren, da die Ölpreise aufgrund des Konflikts im Nahen Osten steigen.
Die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt zeigen gemischte Signale mit kurzfristigen Schwächen, aber auch zugrunde liegenden Bedingungen, die eine allmähliche Verbesserung unterstützen. Die Beschäftigung sank im Februar um 84.000 Stellen, nachdem sie bereits im Januar um 25.000 Stellen zurückgegangen war, wobei vor allem Vollzeitstellen betroffen waren. Die Arbeitslosenquote stieg im Februar von 6,5% auf 6,7%, liegt aber immer noch unter dem Durchschnitt des vierten Quartals 2025 von 6,8% und deutlich unter dem jüngsten Höchststand von 7,1% im September.
Ausblick auf die BoC-Entscheidung
Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass die BoC auf ihrer Sitzung am Mittwoch keine Änderungen am Leitzins vornehmen wird. Die Basisszenario-Prognose geht davon aus, dass der Leitzins auch für den Rest des Jahres 2026 unverändert bleibt, da die Inflation weiter in Richtung des Zielwerts sinkt. Es wird erwartet, dass die nationalen Bilanzen für das vierte Quartal 2025 einen weiteren Anstieg des Vermögens der privaten Haushalte zeigen, der durch anhaltende Gewinne am Aktienmarkt gestützt wird, wenn auch in einem moderateren Tempo als im dritten Quartal. Der S&P/TSX Composite Index stieg in diesem Zeitraum um 5,6%, nachdem er in den vorangegangenen drei Monaten um 11,8% zugelegt hatte. Ein Teil dieser Gewinne wurde jedoch wahrscheinlich durch anhaltende Rückgänge der Immobilienwerte ausgeglichen, wobei der CREA Home Price Index um 2,2% fiel.
Die Schuldendienstquote dürfte im vierten Quartal gesunken sein, was auf steigendes persönliches verfügbares Einkommen und eine geringere Kreditaufnahme der privaten Haushalte zurückzuführen ist. Die Aufmerksamkeit wird sich auch auf die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch richten. Die Fed hat die Zinsen Anfang des Jahres stabil gehalten, und die jüngsten US-Daten deuten darauf hin, dass sich die Bedingungen am Arbeitsmarkt weiter stabilisieren. Es wird erwartet, dass die Fed die Zinsen bis 2026 unverändert lässt. Am kommenden Freitag werden die kanadischen Einzelhandelsumsätze für Januar veröffentlicht, die einige Hinweise auf die Ausgabendynamik Anfang 2026 geben werden. Der vor einem Monat veröffentlichte Einzelhandelsindikator von Statistics Canada deutete auf einen Umsatzanstieg von 1,5% im Januar hin, der den Rückgang im Vormonat ausglich.
Implikationen für Anleger
Die erwartete Beibehaltung der aktuellen Geldpolitik durch die BoC und die Fed dürfte die Risikoaversion an den Märkten vorerst begrenzen. Anleger sollten die Entwicklung der Rohstoffpreise, insbesondere von Öl, genau beobachten, da diese einen direkten Einfluss auf die Inflation haben können. Der S&P/TSX Composite Index und der kanadische Dollar (CAD) könnten kurzfristig von der Stabilität der Zinsen profitieren. Es ist jedoch wichtig, die Einzelhandelsumsätze im Januar im Auge zu behalten, um ein klareres Bild der Konsumausgaben zu erhalten. Auch die Entwicklung des Immobilienmarktes in Kanada bleibt ein wichtiger Faktor, der die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen kann.
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