Nur 90 Schiffe passierten Hormuz seit Kriegsbeginn – Was bedeutet das für den Ölmarkt? - Energie | PriceONN
Seit Beginn der jüngsten Eskalation im Nahen Osten haben nur etwa 90 Schiffe den strategisch wichtigen Hormuz-Seeweg durchquert, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorkriegsniveau von über 100 täglichen Passagen. Daten deuten darauf hin, dass ein Großteil dieser Schiffe unter der Flagge des Iran fuhr und im 'Dark Mode' operierte, was auf staatlich kontrollierte Ölexporte hindeutet.

Dramatischer Rückgang des Schiffsverkehrs im Hormuz-Seeweg

Seitdem die Spannungen im Nahen Osten eskaliert sind und Berichten zufolge Israel und die USA Stellungen im Iran bombardiert haben, ist der Schiffsverkehr durch den strategisch entscheidenden Hormuz-Seeweg dramatisch zurückgegangen. Daten von maritimen Verkehrsüberwachungsdiensten zeigen, dass seit Beginn des Konflikts lediglich rund 90 Schiffe diese wichtige Wasserstraße passiert haben. Dies steht in starkem Kontrast zu den über 100 Schiffen, die täglich vor der Eskalation den Seeweg nutzten. Die Analyse der passierenden Schiffe legt nahe, dass ein signifikanter Anteil davon Öltanker waren. Bemerkenswert ist zudem, dass viele dieser Schiffe im sogenannten 'Dark Mode' operierten, also ohne aktivierte Transponder, was auf eine Verbindung zur iranischen Regierung hindeutet, wie aus Berichten hervorgeht.

Trotz der eingeschränkten Durchfahrt hat der Iran seit Anfang des Monats über 16 Millionen Barrel Rohöl exportiert, wie Daten von Kpler belegen. Dies ist angesichts der Tatsache, dass der Iran die Kontrolle über die Meerenge innehat, wenig überraschend. Teheran hat in jüngster Zeit jedoch auch Schiffen aus Pakistan und Indien die Durchfahrt gestattet, was auf eine selektive Öffnung des Seewegs hindeutet.

Iran erklärt den Seeweg für seine Feinde gesperrt

Der iranische Außenminister Abbas Aragchi erklärte kürzlich, dass der Hormuz-Seeweg für Tanker und Schiffe, die den Feinden des Irans und deren Verbündeten gehören, gesperrt sei. Andere Schiffe seien jedoch frei, die Passage zu nutzen. Diese Aussage unterstreicht die strategische Bedeutung des Irans, seine Seewege zur Beeinflussung des globalen Ölhandels zu nutzen.

Berichte deuten darauf hin, dass der Iran Gespräche mit China führt, um chinesisch-verbundenen Tankern die Durchfahrt zu ermöglichen. Ein iranischer Regierungsvertreter deutete gegenüber CNN an, dass auch andere Tanker die Meerenge passieren dürften, sofern ihre Fracht in Yuan gehandelt werde. Dies könnte die beobachtete, wenn auch geringe, Anzahl chinesisch deklarierter Schiffe erklären, die in den letzten Tagen den Hormuz-Seeweg durchquert haben.

Der Schiffsverkehr bleibt insgesamt stark eingeschränkt. Das Unternehmen Windward meldet im Durchschnitt nur noch wenige Schiffsabgänge pro Tag. Dennoch gab es am Dienstag eine bemerkenswerte Ausnahme: Ein iranischer Öltanker verließ das Kooh Mobarak-Terminal, ohne den Hormuz-Seeweg zu nutzen. Das Terminal liegt östlich der Meerenge. Laut Windward war der Tanker mit schwerem Rohöl für China beladen.

Marktausblick und Implikationen für Investoren

Die anhaltende Einschränkung des Schiffsverkehrs im Hormuz-Seeweg, einem der wichtigsten globalen Öl-Chokepoints, birgt erhebliche Risiken für die globale Energieversorgung und die damit verbundenen Märkte. Analysten beobachten die Entwicklung genau, da jede weitere Eskalation oder Blockade direkte Auswirkungen auf die Ölpreise haben könnte. Derzeit scheint der Iran seine Kontrolle über den Seeweg zu nutzen, um gezielt Druck auszuüben, während er gleichzeitig versucht, seine eigenen Ölexporte, insbesondere nach China, aufrechtzuerhalten.

Für Investoren bedeutet dies erhöhte Volatilität im Energiesektor. Die Preise für Brent und WTI könnten auf jede Nachricht über eine Verschärfung der Blockade oder eine militärische Konfrontation stark reagieren. Währungen von rohstoffexportierenden Ländern, wie der kanadische Dollar (CAD), könnten ebenfalls unter Druck geraten, während sichere Häfen wie der US-Dollar (USD) oder Gold (XAUUSD) potenziell profitieren könnten. Trader sollten die Entwicklung der Schiffsrouten, die offiziellen Erklärungen Teherans sowie die Reaktionen der wichtigsten Abnehmerländer wie China genau verfolgen. Die Möglichkeit, dass der Handel in Yuan eine Rolle spielt, fügt eine weitere komplexe Dimension hinzu und könnte die globalen Handelsströme beeinflussen.

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