Ölpreise steigen: Asien sucht russisches Rohöl
Engpässe in der Straße von Hormus treiben Ölpreise
Die Rohölmärkte erleben derzeit erhebliche Turbulenzen, da Störungen rund um die Straße von Hormus und ein Drohnenangriff auf eine bahrainische Raffinerie Schockwellen durch die globalen Lieferketten senden. Angesichts potenzieller Versorgungsengpässe bei wichtigen asiatischen Importeuren wie China und Indien rückt Russland als entscheidende alternative Quelle in den Fokus. Der Preis für ICE Low-Sulfur Gasoil Futures stieg im frühen Handel um über 100 USD pro Tonne und übertraf damit die Gewinne von Brent Crude.
Die faktische Blockade der Straße von Hormus stellt sowohl die Lieferanten von Golföl als auch ihre großen asiatischen Abnehmer vor eine Zerreißprobe. Obwohl beteuert wird, dass die Wasserstraße offen bleibt, zeigen Satellitenaufzeichnungen, dass seit dem 1. März 2026 keine Öl- oder Produkttanker die Straße passiert haben. Dies setzt China und Indien, die stark von Golföl abhängig sind, enorm unter Druck. Berichten zufolge sind etwa sieben südkoreanische Tanker gestrandet, einer davon mit 2 Millionen Barrel, was dem Tagesverbrauch des Landes entspricht.
Indien setzt verstärkt auf russisches Öl
Indien, das aufgrund des Drucks aus Washington seine Abhängigkeit von russischem Öl verringert hatte, könnte nun gezwungen sein, seine Strategie zu überdenken. Die indischen Importe von russischem Rohöl sanken von 1,85 Millionen Barrel pro Tag im November 2025 auf 1,06 Millionen Barrel pro Tag im Februar 2026. Angesichts der Krise in Hormus wurden nun jedoch zwei Tanker mit 1,4 Millionen Barrel Urals-Rohöl, die ursprünglich für Ostasien bestimmt waren, in indische Häfen umgeleitet. Diese Verschiebung verdeutlicht die prekäre Energiesicherheit angesichts geopolitischer Instabilität.
Auswirkungen des Angriffs auf die bahrainische Raffinerie
Zusätzlich zu den Problemen auf der Angebotsseite traf ein Drohnenangriff die Ölinfrastruktur im Industriegebiet Ma'ameer in Bahrain, wo sich Infrastruktur befindet, die mit den Raffinerieaktivitäten von BAPCO verbunden ist. Obwohl die Details noch begrenzt sind, hat der Angriff Bedenken hinsichtlich der Anfälligkeit von Raffinerieanlagen in der Golfregion geweckt. BAPCO bestätigte den Angriff auf seine 405.000 Barrel pro Tag Sitra-Raffinerie, erklärte jedoch, dass es keine Opfer gegeben habe und das Feuer eingedämmt worden sei, wobei die Raffinerie weiterhin in Betrieb sei.
Die Energiemärkte reagierten prompt auf den Angriff in Bahrain, wobei die Raffineriemargen eine deutliche Ausweitung erfuhren. Crack Spreads, die die Preisdifferenz zwischen Rohöl und raffinierten Produkten widerspiegeln, zeigen einen Aufwärtstrend. Insbesondere die Dieselmargen, gemessen am ICE Gasoil Crack Spread gegenüber Brent Crude, stiegen, da Händler die Möglichkeit von Raffinerieausfällen in der Golfregion einpreisten.
Parallel zu diesen unmittelbaren Krisen unterzeichneten Shell und Kasachstan ein Abkommen zur Öl- und Gasexploration im Zhanaturmys-Block, was ein langfristiges Engagement für den Ausbau der Energieressourcen signalisiert. Der bis 2032 laufende Vertrag umfasst seismische Erkundung, Datenerfassung und technische Bewertung. Dies bietet zwar einen Ausblick auf zukünftiges Potenzial, der unmittelbare Fokus liegt jedoch weiterhin auf der Bewältigung der aktuellen Angebotsunterbrechungen und der Preisvolatilität.
Für Händler und Investoren signalisieren diese Ereignisse eine Zeit erhöhten Risikos und Chancen. Die Beobachtung geopolitischer Entwicklungen, des Raffineriebetriebs und der Veränderungen in den Rohölhandelsströmen wird für die Navigation auf den Energiemärkten in den kommenden Wochen von entscheidender Bedeutung sein. Das Potenzial für weitere Störungen bleibt hoch, was darauf hindeutet, dass die Volatilität wahrscheinlich anhalten wird.
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