EUR/USD und GBP/USD warten auf Inflationsdaten als Impulsgeber - Forex | PriceONN
Der Euro und das britische Pfund halten sich gegenüber dem US-Dollar stabil, doch die Dynamik europäischer Währungen hat sich nach jüngsten Gewinnen abgeschwächt. Marktteilnehmer meiden neue Positionen vor der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für Juli.

Geduld vor US-Inflationsbericht: Euro und Pfund zeigen Stärke

Der Euro und das britische Pfund behaupten ihre Positionen gegenüber dem US-Dollar, wobei die Dynamik der europäischen Währungen nach früheren Zuwächfen merklich nachgelassen hat. Marktteilnehmer agieren zurückhaltend und meiden die Eröffnung neuer Positionen, bevor die entscheidenden Inflationsdaten für Juli aus den USA veröffentlicht werden. Diese könnten die Erwartungen hinsichtlich zukünftiger geldpolitischer Entscheidungen der Federal Reserve maßgeblich beeinflussen.

Zuletzt ermutigte auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt zur Vorsicht: Ein schwacher ADP-Bericht und ein Rückgang der ISM-Beschäftigungskomponente verstärken die Anzeichen einer allmählichen Abkühlung des US-Arbeitsmarktes. Heute rückt vor allem der US-Verbraucherpreisindex (CPI) in den Fokus. Analystenprognosen gehen von einer Verlangsamung der jährlichen Inflation auf 3,4% aus, verglichen mit 3,5% im Vormonat. Monatlich wird mit einem Anstieg von 0,1% gerechnet, nachdem zuvor ein Rückgang um 0,4% verzeichnet wurde. Die Kerninflation (Core CPI) wird mit 2,5% auf Jahresbasis und 0,2% auf Monatsbasis prognostiziert.

Schwächere als erwartete Inflationszahlen könnten die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik der Fed stärken und den Dollar zusätzlich unter Druck setzen. Sollte die Inflation hingegen über den Prognosen liegen oder hartnäckiger ausfallen, könnte die US-Währung neue Unterstützung erfahren.

Europäische Inflationsdaten im Hintergrund

In Europa stehen ebenfalls finale Inflationszahlen für Deutschland und Italien an. Ihr Einfluss dürfte jedoch begrenzt bleiben, solange keine signifikanten Abweichungen von den vorläufigen Schätzungen auftreten. Daher werden die US-Inflationsdaten voraussichtlich die Hauptantriebskraft für EUR/USD und GBP/USD während der heutigen Handelssitzung sein.

Technische Aussichten für EUR/USD und GBP/USD

EUR/USD bewegte sich in den letzten Handelssitzungen innerhalb einer relativ engen Spanne zwischen 1,1500 und 1,1580. Die technische Analyse deutet auf eine mögliche erneute Prüfung der unteren Grenze hin, da sich im Tages-Chart ein sogenanntes Dark Cloud Cover-Muster gebildet hat. Sollten Verkäufer eine Position unterhalb von 1,1500 etablieren können, könnte das Paar seine Abwärtsbewegung in Richtung 1,1430–1,1460 fortsetzen. Umgekehrt könnten schwächere US-Inflationsdaten den Kurs in Richtung 1,1600–1,1620 treiben.

GBP/USD-Käufer schafften es, das Paar auf ein neues lokales Hoch um 1,3500 zu heben. Die technische Analyse signalisiert Potenzial für weitere Gewinne bis 1,3540–1,3560, falls sich der Bereich von 1,3480–1,3500 als Unterstützung etabliert. Stärkere als erwartete US-Inflationsdaten könnten den Dollar stützen und einen erneuten Test des Niveaus von 1,3400 bei GBP/USD auslösen.

Wichtige Termine für die Märkte

Zeit (GMT+3) Ereignis Paar/Region
Heute, 09:00 Verbraucherpreisindex (CPI) Deutschland
Heute, 11:00 Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HICP) Italien
Heute, 15:30 Verbraucherpreisindex (CPI) USA
Morgen, 09:00 BIP UK
Morgen, 21:00 US Bundeshaushaltsvollzugsbericht USA

Händlerperspektive: US-Inflation als entscheidender Katalysator

Insgesamt halten sich EUR/USD und GBP/USD nach ihren jüngsten Gewinnen stabil, doch die künftige Richtung wird maßgeblich vom heutigen US-Inflationsbericht abhängen. Schwache CPI-Daten könnten die Erwartungen an eine Lockerung der Fed-Geldpolitik verstärken und den Dollar weiter schwächen, was Spielraum für weitere Gewinne der europäischen Währungen schaffen würde. Kommen die Inflationszahlen jedoch über den Erwartungen herein, könnte der US-Dollar neue Unterstützung erfahren, was die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr von EUR/USD und GBP/USD zu ihren nächsten Unterstützungsniveaus erhöht. Händler sollten die Veröffentlichung von 15:30 Uhr (GMT+3) genau beobachten, da diese die Marktstimmung für den Rest der Woche maßgeblich prägen könnte. Besonderes Augenmerk gilt den Kerninflationszahlen, da diese oft als Indikator für die zugrunde liegenden Preisdrucktendenzen herangezogen werden.

Trading Desk-Analysten weisen darauf hin, dass die Marktteilnehmer zunehmend preissensibel auf jede Abweichung von den Konsenserwartungen reagieren. Die Volatilität könnte nach der Veröffentlichung signifikant zunehmen. Ein entscheidender Faktor wird sein, ob die Kerninflation weiterhin hartnäckig hoch bleibt, was die Argumente für weitere Zinserhöhungen seitens der Fed stützen würde. Umgekehrt würde ein deutlicher Rückgang die Spekulationen auf baldige Zinssenkungen anheizen. Die Reaktionen im Devisenmarkt werden wahrscheinlich schnell und stark ausfallen.

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