Dollar gibt nach: Juli-CPI schließt erstes Öl-Schock-Kapitel, August beginnt das nächste
Der US-Dollar verzeichnete eine breite Abwertung, nachdem die Verbraucherpreisdaten für Juli genau den Markterwartungen entsprochen hatten. Die jährliche Gesamtinflation verlangsamte sich von 3,5 % auf 3,4 %, während die Kerninflation, die Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, von 2,6 % auf 2,5 % sank. Diese Entwicklung erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause durch die Federal Reserve (Fed) im September auf etwa 58 %, ein Anstieg von rund 51 % am Vortag. Bemerkenswert ist, dass die Kerninflation damit wieder auf dem Niveau von vor der ersten Ölpreis-Schockwelle durch den Iran-Krieg angelangt ist.
Inflationsdaten als zweischneidiges Schwert für die Fed
Die Daten für Juli wurden erhoben, bevor die aktuelle Eskalation am Hormus verstrich, ihre volle Intensität erreichte. Der Brent-Ölpreis ist seit Juli von etwa 70 US-Dollar auf dem Weg nach oben Richtung 90 US-Dollar, während die diplomatischen Verhandlungen ins Stocken geraten sind. Die Juli-CPI-Zahlen suggerieren der Fed, dass der erste Ölpreisschock keine nachhaltigen Spuren hinterlassen hat. Sie geben jedoch noch keine Auskunft darüber, ob der zweite Schock dasselbe Muster zeigen wird. Dies wird sich erst mit den August-CPI-Daten am 11. September zeigen.
Die Juli-Inflationszahlen lieferten dem Dollar zwar eine gewisse Erholung, aber keinen durchschlagenden Grund für eine Leitzins-Senkung. Die Fed sieht sich mit einer Situation konfrontiert, die wenig Spielraum für unmittelbare Zinsschritte lässt. Die Gesamtinflation fiel zwar auf 3,4 % im Jahresvergleich, und die Kerninflation sank auf 2,5 %. Auf Monatsbasis stieg der Gesamt-CPI um 0,1 % nach einem Rückgang von -0,4 % im Juni, während der Kern-CPI um 0,2 % zulegte, nachdem er im Vormonat unverändert geblieben war.
Die Marktreaktion war eine verstärkte Neigung zur Zinspause im September. Die implizite Wahrscheinlichkeit in den Fed-Futures stieg auf etwa 58 % von rund 51 % am Vortag. Die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen rutschten in Richtung 4,66 %. Dow-Futures verzeichneten einen Zuwachs von rund 150 Punkten, und der Goldpreis kletterte zurück über 4.400 US-Dollar. Dies stellt eine signifikante Verschiebung dar, aber keine grundlegende Änderung der geldpolitischen Ausrichtung hin zu einer expansiveren Politik.
Die Juli-Daten gaben der Fed keinen Anlass für eine weitere Zinserhöhung, aber auch nicht genügend deflationären Spielraum für eine Zinssenkung. Vielmehr stärkten sie das Argument, dass die beste Strategie der Fed derzeit im Abwarten besteht.
Kerninflation kehrt zum Vorkriegsniveau zurück
Das wichtigste Merkmal des Juli-Berichts ist die Rückkehr der Kerninflation auf 2,5 %. Dies ist exakt das Niveau von Januar und Februar, bevor der Iran-Krieg die Energiemärkte störte. Dies liefert der Fed ein wichtiges Indiz: Der erste Ölpreisschock hinterließ keine bleibenden Narben in der Kerninflation. Nachdem der Druck von den Energiekosten nachließ, konnte sich die zugrunde liegende Inflation wieder auf ihr Vorkriegsniveau erholen.
Leider hat sich die Ölmarktsituation erneut verändert. Die Juli-CPI-Daten wurden vor der jüngsten Eskalation am Hormus erhoben. Die Brent-Preise, die im Juli bei rund 70 US-Dollar lagen, steigen nun Richtung 90 US-Dollar. Verhandlungen bleiben festgefahren, und die Schifffahrtswege sind weiterhin eingeschränkt. Diese Entwicklungen sind überwiegend dem August zuzuordnen.
Die Juli-Inflationsdaten schließen somit ein Kapitel ab, gerade als ein neues beginnt. Der erste Schock war deutlich heftiger, mit Brent-Preisen, die Richtung 120 US-Dollar schossen und einer dramatischen Zunahme der Energiepreise in der CPI-Berechnung. Diesmal sind die Ölpreise zwar von rund 70 US-Dollar im Juli auf etwa 90 US-Dollar gestiegen, doch die Störung könnte hartnäckiger sein, da die Verhandlungen festgefahren bleiben und die Schifffahrtsströme eingeschränkt sind.
Die folgende Tabelle vergleicht die beiden Ölpreisschocks:
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