Marktkommentar: US-Feiertag lässt Europa agieren, Yen unter Druck - Forex | PriceONN
Nach dem US-Feiertag zog die Europäische Sitzung am Freitag an: Aktien und Anleiherenditen stiegen leicht, während der Dollar weitgehend stabil blieb. Der Yen gab hingegen nach und geriet weiter unter Verkaufsdruck.

Europäische Marktbewegungen trotz US-Feiertag

Während die US-Märkte am Freitag aufgrund des Unabhängigkeitstages geschlossen blieben, zeigten die europäischen Handelssitzungen eine klare Richtung. Aktien verzeichneten einen leichten Anstieg von 0,8 Prozent, während die Renditen im Anleihensektor um 2 bis 3,8 Basispunkte zulegten. Der US-Dollar präsentierte sich überwiegend flach, mit einer bemerkenswerten Ausnahme: Das Währungspaar USD/JPY verlor anfängliche Gewinne im Laufe des Tages wieder und deutet auf anhaltenden Druck auf den japanischen Yen hin.

Der japanische Yen setzt seine Verluste am Montagmorgen fort und drängt USD/JPY zurück in Richtung der Marke von 162. Dies steht im Kontrast zu den Erwartungen einer Erleichterung für den Yen, die auf die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten folgten. Im Devisenhandel fiel das Paar EUR/GBP am Ende der Vorwoche deutlich unter die wichtige Unterstützungszone von 0,86. Die technische Chartanalyse deutet auf eine Verschlechterung des Bildes für den Euro hin, was für das britische Pfund positiv ist. Die nächsten relevanten Kursniveaus für EUR/GBP liegen nun im Bereich der psychologisch wichtigen 0,85er-Marke.

Zinskurven-Fokus und Inflationserwartungen

Im Kernanleihensektor verschiebt sich die Aufmerksamkeit zunehmend vom kurzen Ende der Zinskurve hin zum langen Ende. Die Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinserhöhung im Juli heruntergespielt. Als Gründe nannten sie den Waffenstillstand in einer Region und den damit einhergehenden Rückgang der Ölpreise, was die Dringlichkeit einer solchen Maßnahme verringere. Dennoch ist es bemerkenswert, wie sich die langfristigen Inflationserwartungen, beispielsweise für eine Laufzeit von 10 Jahren, kürzlich um die Marke von 2 Prozent stabilisiert haben. Dies deutet darauf hin, dass das Potenzial für weitere preisgetriebene Rückgänge durch Öl begrenzt ist.

Angesichts dieser Entwicklung und der anhaltenden Debatte über die öffentlichen Finanzen gibt es ausreichende Gründe anzunehmen, dass die Abwärtsbewegung bei den langfristigen Renditen gut abgesichert ist. Die US-Staatsanleihen eröffneten am Morgen nach den Feierlichkeiten am Wochenende weitgehend unverändert. Es mangelt an marktrelevanten Nachrichten zu Wochenbeginn. Die kontroverse Aufhebung der Suspendierung von USA Balogun, die praktisch auf allen Titelseiten der Finanzmedien prangte, dient hier als Beispiel für die geringe Datenlage. Bemerkenswert ist jedoch der anhaltende Anstieg der langfristigen japanischen Renditen. Diese treiben die 10- und 20-jährigen Laufzeiten auf neue Mehrjahrzehnthochs. Es bleibt abzuwarten, ob sich dieser steilere Trend auch auf Europa und die USA ausweiten wird.

Wirtschaftliche Indikatoren und globale Ölmarktstrategie

Der US-Dollar verzeichnete in einem technisch unbedeutenden Handel leichte Gewinne. Die allgemeine Risikobereitschaft ist gemischt, mit einer gewissen Rotation aus dem KI-Sektor. Der Wirtschaftskalender konzentriert sich auf den US Services ISM-Index für Juni. Der Konsens erwartet eine weitgehend stabile Stimmung mit einem Wert von 54,1 (nach 54,5 im Vormonat). Risiken, falls vorhanden, sind eher nach oben gerichtet, da der Ölpreisrückgang und die Fußball-Weltmeisterschaft potenziell für einen Aufschwung sorgen könnten. Eine Diskussionsrunde mit Vertretern der US-Notenbank (Fed) und der EZB in Rom verdient ebenfalls Erwähnung.

Deutschland plant höhere Nettoverschuldung: Laut einem Budgetentwurf, der Ende letzter Woche bekannt wurde, plant Deutschland, die Nettokreditaufnahme im Jahr 2027 auf über 203 Milliarden Euro zu erhöhen. Dies liegt über der im April signalisierten Schätzung von 196,5 Milliarden Euro. Die Vorgängerregierung nahm im Jahr 2024 lediglich 50,5 Milliarden Euro auf. Der Haushaltsentwurf für 2027 sieht Ausgaben von insgesamt 555,4 Milliarden Euro vor, mehr als die im April genehmigten 543,3 Milliarden Euro. Die Gesamtinvestitionen werden sich auf 117,5 Milliarden Euro belaufen, etwa 40 Milliarden Euro mehr als ursprünglich geplant. Die Neuverschuldung im Kernhaushalt soll auf 118,7 Milliarden Euro steigen, ergänzt durch 54,9 Milliarden Euro aus dem Infrastrukturfonds und 30 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Verteidigung. Die Verteidigungsausgaben im Kernhaushalt sollen bis 2027 auf 109 Milliarden Euro steigen (von 82 Milliarden Euro im Jahr 2026). Unter Einbeziehung von 11,6 Milliarden Euro für die Ukraine und 9,4 Milliarden Euro für andere sicherheitsbezogene Ausgaben belaufen sich die Verteidigungsausgaben auf 130,1 Milliarden Euro. Die Genehmigung dieses ersten Entwurfs könnte bereits heute erfolgen.

OPEC+ erhöht die Fördermenge: Die OPEC+ hat am Sonntag die globalen Ölmarktdaten und Aussichten überprüft. Die Gruppe beschloss, die im Jahr 2023 festgelegten Produktionsbeschränkungen um weitere 188.000 Barrel pro Tag zu lockern. Diese Produktionserhöhung tritt ab dem 1. August in Kraft. Die sieben Länder des Kartells werden sich am 2. August erneut treffen. Die Auswirkungen dieser Entscheidung auf die globale Ölversorgung bleiben ungewiss und hängen davon ab, wie viel Öl regionale Exporteure durch die Straße von Hormuz transportieren können, insbesondere da die USA und Iran ein Memorandum of Understanding unterzeichnet haben, das ein dauerhaftes Ende des Krieges in der Region anstrebt. Nach einem anhaltenden Preisverfall seit Ende April stabilisiert sich der Preis für ein Barrel Brent-Öl derzeit nahe 72 US-Dollar.

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