Euro und Pfund stabilisieren sich – Märkte bewerten US-Arbeitsmarktdaten
Euro und Pfund behaupten sich auf hohem Niveau
Der Euro und das britische Pfund zeigen sich weiterhin stark gegenüber dem US-Dollar. Nach der jüngsten Sitzung der US-Notenbank (Fed) haben beide Währungen ihre Gewinne gehalten. Wie erwartet, beließ die Fed die Leitzinsen auf ihrem aktuellen Niveau und bekräftigte ihre datenabhängige Haltung bezüglich zukünftiger geldpolitischer Entscheidungen. Diese vorsichtige Äußerung bot dem Dollar keinen neuen Auftrieb. Verschärft wurde der Abwärtsdruck auf den Greenback durch die am Vortag veröffentlichten, schwächeren US-Arbeitsmarktdaten.
Der ADP-Bericht zeigte, dass der US-Privatsektor im vergangenen Monat lediglich 44.000 neue Stellen geschaffen hat. Dies liegt deutlich unter den Prognosen von 68.000 und auch unter den 95.000 des Vormonats. Obwohl der S&P Global Services PMI die Erwartungen übertraf, zeichnete der ISM-Bericht ein gemischteres Bild. Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor fiel auf 54,1 Punkte, während die Beschäftigungskomponente sogar auf 47,4 Zähler zurückging. Dies signalisiert eine fortgesetzte Abkühlung am Arbeitsmarkt.
Infolgedessen sehen Investoren eine breitere Verlangsamung der US-Wirtschaft kommen. Diese Erwartungshaltung begünstigt den Euro und das Pfund, die ihre Aufwärtsdynamik beibehalten konnten. Marktteilnehmer warten nun gespannt auf weitere makroökonomische Indikatoren, um die weitere Richtung abzuschätzen.
Blick auf EUR/USD und GBP/USD
Das Währungspaar EUR/USD zeigte in der Vorwoche eine kräftige Erholung und durchbrach den wichtigen Widerstandsbereich bei 1,1500. Zu Beginn dieser Woche bewegt sich das Paar seitwärts zwischen 1,1500 und 1,1560, während die Marktteilnehmer auf neue Wirtschaftsdaten warten. Die technische Analyse deutet darauf hin, dass der Aufwärtstrend in Richtung 1,1600–1,1620 fortgesetzt werden könnte, falls sich das Niveau von 1,1560 als Unterstützung etablieren kann. Umgekehrt würde ein nachhaltiger Rückgang unter 1,1500 die bullische Tendenz abschwächen.
Für das Paar GBP/USD ist ein ähnliches Muster zu beobachten. Nach dem deutlichen Anstieg in der Vorwoche konsolidiert das Paar derzeit zwischen 1,3420 und 1,3480. Ein entschlossener Ausbruch über 1,3480 könnte den Weg für eine erneute Prüfung des Juli-Hochs bei etwa 1,3560 ebnen. Stärkere als erwartete US-Wirtschaftsdaten könnten das Paar jedoch zurück in den Bereich von 1,3350–1,3400 drücken.
Schlüsselfaktoren für die kommenden Tage
Der offizielle US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls) bleibt das zentrale Ereignis dieser Woche für die Devisenmärkte. Das Beschäftigungswachstum, die Arbeitslosenquote und die Lohnentwicklung werden den Investoren ein klareres Bild von der Robustheit der US-Wirtschaft vermitteln. Diese Daten werden maßgeblich die Erwartungen an die zukünftige Politik der Federal Reserve prägen.
Sollten die Zahlen weitere Anzeichen einer Abkühlung am Arbeitsmarkt bestätigen, könnte der US-Dollar erneut unter Druck geraten, was EUR/USD und GBP/USD weitere Gewinne ermöglichen würde. Deutlich stärkere Daten als erwartet könnten jedoch die Nachfrage nach dem Dollar wiederbeleben und eine Korrektur bei beiden europäischen Währungen auslösen. Händler beobachten aufmerksam die Entwicklung der Auftragseingänge im deutschen Verarbeitenden Gewerbe, die Bau-PMI-Daten für Deutschland und Großbritannien sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA. Morgen steht zudem die Veröffentlichung der ADP-Beschäftigungsänderung in den USA an.
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