Starke US-Arbeitsmarktdaten lassen die Zinsangst zurückkehren - Forex | PriceONN
Ein überraschend kräftiger US-Arbeitsmarktbericht hat am Freitag die Sorge vor einer erneuten Fed-Zinserhöhung neu entfacht. Aktien gerieten massiv unter Druck, der Dollar legte zu, USD/JPY sprang über 160.

Ein Arbeitsmarktbericht, der fast doppelt so stark ausfiel wie erwartet

Beinahe doppelt so hoch wie von den Märkten kalkuliert: So lautete am Freitag die Zahl, die den ruhigen Wochenverlauf in wenigen Minuten auf den Kopf stellte. Aktien und der US-Dollar waren bis dahin freundlich gelaufen, Öl pendelte seitwärts, während die Händler die Entwicklungen rund um den Iran beobachteten. Erst die US-Beschäftigungsdaten, kombiniert mit den nach oben revidierten Vormonaten, kippten die Stimmung.

Pricing-Daten bestätigen, was danach geschah: Der Markt richtete seinen Blick wieder auf ein Szenario, das viele bereits abgehakt hatten, nämlich eine weitere Zinsanhebung der Fed. Zusammen mit den anhaltenden Inflationssorgen reichte das, um eine spürbare Risikoabkehr auszulösen. Der breite Aktienmarkt verlor mehr als 4%, der S&P 500 erlebte seinen schwächsten Tag des Jahres, und Gold rutschte ab.

Gleichzeitig kletterte USD/JPY über die Marke von 160, weil die Bank of Japan keinerlei Interventionsbereitschaft zeigte. Die Äußerungen von Notenbankchef Kazuo Ueda nährten zudem die Erwartung, dass Japan bereits im Juni an der Zinsschraube drehen könnte.

Die Wochenbilanz Markt für Markt

US-Aktien

Der Dow gab weniger nach als der breite Markt oder der S&P 500, doch der Wochenschluss unter dem 10-Tage-Durchschnitt deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck anhalten könnte. Die anstehenden US-Inflationsdaten dürften sowohl die kurz- als auch die mittelfristige Richtung bestimmen. Solange sich die Märkte an höhere Zinserwartungen anpassen, scheint die Suche nach Verkaufsgelegenheiten der ruhigere Weg. Widerstände liegen bei 51.500 und 52.000, Unterstützungen bei 50.000, 49.500, 49.000, 48.500 und 48.000.

Japanische Aktien

Der Nikkei 225 markierte im Wochenverlauf ein Rekordhoch, fiel in der Freitagnacht jedoch im Gleichschritt mit den US-Börsen deutlich zurück. Kurzfristig wirkt der Markt überverkauft, die Nachfrage nach japanischen Titeln bleibt robust. Mittelfristig spricht eine wahrscheinlichere Zinserhöhung der Bank of Japan eher für eine seitwärts bis tiefer gerichtete Tendenz. Widerstände bei 67.000, 68.000, 69.000 und 70.000, Unterstützungen bei 64.000, 62.000, 61.000, 60.000 und 59.000.

USD/JPY

Die ausbleibende Intervention ermöglichte einen langsamen Anstieg in Richtung der 160er-Marke. Die kräftigen Arbeitsmarktdaten verhalfen dem Paar zum Schluss oberhalb von 160. Eine mögliche japanische Zinsanhebung in diesem Monat könnte Gegenwind bringen, doch vorerst bleibt der Aufwärtstrend in enger Spanne intakt. Das Risiko eines plötzlichen Rücksetzers bei einer Intervention bleibt bestehen. Widerstände bei 160,50, 162,00 und 165,00, Unterstützungen bei 159,00 bis 155,00.

Gold und Rohöl

Neu aufgeflammte Zinsfantasien und die fortlaufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hielten Gold die ganze Woche unter Druck. Die starken US-Daten drückten den Preis nahe an die Wochentiefs. Notenbankkäufe könnten bei größeren Rücksetzern stützen, vorerst bleibt jedoch ein Rebound vor möglichen Verkäufen die geduldigere Variante. Widerstände bei 4.500 USD, 4.600, 4.665, 4.750 und 4.900 USD, Unterstützungen bei 4.300, 4.200 und 4.100 USD.

Beim Rohöl der Sorte WTI verpufften die Hoffnungen auf eine rasche Rückkehr nahöstlicher Lieferungen. Frühe Anstiege bis nahe 100 USD wurden vom Widerstand gestoppt, der festere Dollar drückte den Preis zurück Richtung Wocheneröffnung. Widerstände bei 95, 100, 105, 110 und 120 USD, Unterstützungen bei 90, 80, 75, 70 und 67,50 USD.

Bitcoin

Heftiger Wochenverlust und neue Tiefs für 2026: ETF-Abflüsse und institutionelle Verkäufe verstärkten den Druck auf Bitcoin. Etliche Anleger schichteten in KI- und Technologiewerte um. Nahe den Jahrestiefs hält die Unterstützung kurzfristig, was eine eng abgesicherte Gegenbewegung erlauben könnte. Widerstände bei 65.000, 75.000, 80.000, 85.000 und 90.000 USD, Unterstützungen bei 60.000, 55.000 und 50.000 USD.

Was Händler diese Woche im Blick behalten sollten

Trading-Desks rechnen nach den kräftigen Bewegungen mit anhaltend hoher Volatilität, während sich die Märkte auf eine wachsende Wahrscheinlichkeit einer erneuten Fed-Anhebung einstellen. Im Zentrum stehen die US-Inflationsdaten sowie die Zinsentscheidung der EZB.

  • Montag: Australien BIP und Leistungsbilanz
  • Dienstag: US-Handelsbilanz und Bestandsverkäufe von Eigenheimen
  • Mittwoch: Australien Baugenehmigungen, China CPI und PPI, US-CPI
  • Donnerstag: EZB-Zinsentscheidung, US-PPI
  • Freitag: Japan Industrieproduktion, UK Handelsbilanz und Industrieproduktion, US-Konsumerwartungen (Michigan)

    Da Aktien in diesem Jahr stark gelaufen sind, könnten höher als erwartet ausfallende Inflationszahlen das Risiko weiterer Rücksetzer erhöhen. Wer das Umfeld handelt, achtet weniger auf einzelne Schlagzeilen als auf die Frage, ob sich das Zinsregime tatsächlich erneut verschärft.

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