US Inflationsdaten und globale Zentralbank-Entscheidungen im Fokus der neuen Handelswoche - Forex | PriceONN
Die bevorstehende Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten wird die Erwartungen an die Zinserhöhungen der Fed maßgeblich beeinflussen. Gleichzeitig könnten eine dovish Haltung der Bank of Japan (BoJ) den Yen stützen und die australische Zentralbank (RBA) trotz sinkender Inflation eine straffere Geldpolitik verfolgen.

Globale Märkte blicken gespannt auf US-Inflationsdaten und Zentralbankentscheidungen

Die neue Handelswoche verspricht spannend zu werden, da wichtige Wirtschaftsdaten und geldpolitische Entscheidungen im Mittelpunkt des Interesses stehen. Insbesondere die am Mittwoch anstehenden US-Verbraucherpreisdaten (CPI) für Juli dürften die Erwartungen der Händler bezüglich zukünftiger Zinsschritte der US-Notenbank (Fed) maßgeblich beeinflussen. Begleitet werden diese Daten von den Erzeugerpreisen (PPI) am Donnerstag und den Einzelhandelsumsätzen am Freitag, die weitere Einblicke in die US-Wirtschaft geben werden.

Die jüngste Entspannung im Nahen Osten, insbesondere die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormuz, hat den US-Dollar in der abgelaufenen Woche belastet. Berichte über diplomatische Fortschritte zwischen den USA und dem Iran ließen die Ölpreise deutlich fallen und dämpften Inflationssorgen. Dies führte dazu, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im September von fast vollständig eingepreist auf nur noch 58% zurückging. Auch für Oktober sind die Erwartungen gedämpft, mit einer aktuellen Wahrscheinlichkeit von rund 85% für eine Anhebung um einen Viertel Prozentpunkt.

US-Inflation: Ein potenzieller Impulsgeber für die Fed?

Trotz der jüngsten diplomatischen Signale könnten die bevorstehenden Inflationsdaten unerwartete Impulse liefern. Die Eskalation der Spannungen im Juli, die zu einem Wiederanstieg der Ölpreise führte, birgt das Risiko, dass die CPI- und PPI-Daten höher ausfallen könnten als erwartet. Ein steigender Ölpreis deutet auf höhere Importkosten für Rohmaterialien hin, was sich auf die Erzeugerpreise auswirken könnte. Auch der Preiskomponente des ISM Non-Manufacturing PMI, die im Juli eine Erholung zeigte, stützt diese Annahme.

Sollten die Inflationsdaten tatsächlich überraschen, könnte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September leicht steigen. Dennoch wird erwartet, dass dies die übergeordnete Zinspfad-Prognose der Fed nicht grundlegend verändern wird, solange die diplomatischen Bemühungen im Nahen Osten andauern. Eine nachhaltige Erholung des Dollars würde wahrscheinlich eine erneute militärische Eskalation erfordern, die Hoffnungen auf eine friedliche Lösung zunichtemachen würde.

BoJ und RBA im Fokus: Yen und Australischer Dollar unter Beobachtung

Der japanische Yen gab nach der koordinierten Intervention Japans und der USA einen Teil seiner Gewinne wieder ab, wobei USD/JPY von seinem Tiefststand bei rund 155,20 wieder über 1,6% zulegen konnte. Aussagen von US-Vertretern, die die Politik von BoJ-Gouverneur Ueda unterstützen, deuten auf eine mögliche Bereitschaft zur Zinserhöhung hin, um Inflationsrisiken durch einen schwachen Yen entgegenzuwirken. Die am Montag veröffentlichte Zusammenfassung der Meinungen (Summary of Opinions) der jüngsten BoJ-Sitzung könnte hier Klarheit schaffen. Sollte sie eine zunehmende Neigung zur Anhebung der Zinssätze in den kommenden Monaten offenbaren, könnte dies den Yen stärken und USD/JPY wieder fallen lassen.

Dennoch ist eine deutliche hawkishe Wende der BoJ unwahrscheinlich, da bereits Zinserhöhungen bis Ende 2027 eingepreist sind und es internen Widerstand gegen Zinserhöhungen gibt. Eine deutliche Abwertung des Yen unter die Marke von 155,00 wäre daher schwer vorstellbar.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) wird am Dienstag ihre geldpolitische Entscheidung bekannt geben. Trotz zuletzt unter den Erwartungen liegender Inflationszahlen (Headline CPI im Q2 bei 3,9%) bleiben Kerninflationsmetriken wie die Trimm-Mean- und Weighted-Mean-Raten mit 3,6% über dem Zielbereich der RBA von 2-3%. Zusammen mit starken Arbeitsmarktdaten, die ein Wachstum von 76.300 Stellen im Juni zeigten, besteht eine etwa 50%ige Chance auf eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende. Sollte die RBA ihre Bereitschaft zur Inflationsbekämpfung bekräftigen, könnte dies den australischen Dollar (AUD) weiter stützen.

Britische Wirtschaft im Blick: BIP und Produktionsdaten

Für das Vereinigte Königreich stehen am Donnerstag wichtige Konjunkturdaten an, darunter das vorläufige Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal sowie Produktions- und Handelsdaten für Juni. Die Bank of England (BoE) hatte zuletzt die Zinsen unverändert gelassen, jedoch gab es Stimmen für eine Anhebung um 25 Basispunkte. Trotz nachlassender Inflationsdrucks betonte die BoE erhöhte Abwärtsrisiken aufgrund geopolitischer Spannungen und Unsicherheiten am Energiemarkt.

Obwohl der Markt für September keine Zinserhöhung erwartet, besteht eine 65%ige Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im November. Starke Wirtschaftsdaten könnten diese Erwartungen untermauern und dem britischen Pfund (GBP) Auftrieb verleihen, insbesondere angesichts der jüngsten Ölpreisrückgänge, die durch Friedenshoffnungen im Nahen Osten befeuert wurden.

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