US-PPI trübt Stimmung: Sterling unter Druck
US-Produzentenpreise belasten die Stimmung
Stärker als erwartet ausgefallene US-PPI-Daten (Erzeugerpreisindex) haben die Finanzmärkte verunsichert und die Stimmung in Richtung einer defensiveren Haltung verschoben. Der anhaltende Inflationsdruck auf Erzeugerebene verstärkt die Erwartung, dass die Fed (Federal Reserve) vorsichtig bleiben und sich einem raschen Zinssenkungskurs widersetzen wird. Obwohl US-Präsident Donald Trump und hochrangige Beamte des Weißen Hauses weiterhin niedrigere Zinsen fordern, sprechen die Daten für Zurückhaltung. Der Inflationsdruck auf Produzentenebene deutet darauf hin, dass die Kosteneffekte der Zölle noch nicht vollständig verschwunden sind, was eine voreilige Lockerung riskant macht.
Die Aktienmärkte reagierten prompt. Die DOW-Futures fielen nach der Veröffentlichung um mehr als -500 Punkte, was auf eine schwächere Eröffnung hindeutet. Diese Bewegung spiegelt die erneute Sorge wider, dass die Geldpolitik länger restriktiv bleiben könnte als bisher erwartet. Gleichzeitig erholten sich die Anleihemärkte. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 4%, da Investoren in sichere Häfen flüchteten. Dies signalisiert, dass Anleiheinvestoren zunehmend besorgt über Wachstumsrisiken sind, obwohl die Inflation weiterhin hoch ist. Gold und Silber legten zusammen mit den sinkenden Renditen kräftig zu, was die Nachfrage nach Schutz vor sowohl makroökonomischer Unsicherheit als auch politischer Volatilität widerspiegelt.
Für den Dollar ergibt sich ein gemischtes Bild. Einerseits sollte die Risikoaversion unterstützend wirken. Andererseits belasten sinkende Renditen die Zinsdifferenzen. Infolgedessen bleiben die Gewinne des Dollars begrenzt, da sich die gegensätzlichen Kräfte weitgehend ausgleichen.
Politische Turbulenzen in Großbritannien setzen Sterling unter Druck
Das Pfund Sterling steht aus einem anderen Grund unter breit angelegtem Druck. Die Grüne Partei errang einen überraschenden Sieg bei den Nachwahlen in Gorton und Denton und gewann einen Sitz, der lange als sicher für die Labour-Partei galt. Das Ergebnis stellt einen bedeutenden politischen Rückschlag für Premierminister Keir Starmer dar. Die Niederlage verstärkt die Kritik an Starmer und könnte die finanz- und wirtschaftspolitische Agenda der Regierung erschweren.
Yen erholt sich leicht, Wirtschaftsdaten im Blickpunkt
Der Yen hat sich leicht erholt, unterstützt durch Kommentare der japanischen Finanzministerin Satsuki Katayama. Sie betonte, dass die Behörden die Währungsentwicklungen genau beobachten und signalisierte Dringlichkeit angesichts der jüngsten Schwäche. Allerdings können verbale Interventionen ohne konkrete politische Maßnahmen nur begrenzt helfen. Die Märkte bleiben vorsichtig, und die Anschlusskäufe waren begrenzt.
Für die Woche bleibt der Yen trotz der heutigen Erholung der schlechteste Performer. Sterling und der neuseeländische Dollar folgen dahinter. Der Schweizer Franken sticht als stärkste Währung hervor, während auch der australische Dollar und der Euro fest tendieren. Der US-Dollar und der kanadische Dollar liegen im Mittelfeld.
In Europa notiert der FTSE zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts mit +0,38% im Plus. Der DAX notiert mit -0,10% im Minus. Der CAC notiert mit -0,43% im Minus. Die Rendite 10-jähriger britischer Staatsanleihen liegt bei 4,246% (-0,03). Die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen liegt bei 2,682% (-0,017). In Asien stieg der Nikkei um 0,16%. Der Hong Kong HSI stieg um 0,95%. Der chinesische Shanghai SSE stieg um 0,39%. Der Singapore Strait Times stieg um 0,62%. Die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen fiel um -0,045 auf 2,112.
Wichtige Wirtschaftsdaten im Überblick
Die US-Produzentenpreise stiegen im Januar um 0,5% gegenüber dem Vormonat, was vor allem auf Dienstleistungen zurückzuführen ist. Kanadas BIP übertraf im Dezember mit einem Wachstum von 0,2% gegenüber dem Vormonat die Erwartungen, aber der Start ins Jahr 2026 ist fragil. Das Schweizer BIP kehrte mit einem bescheidenen Wachstum von 0,1% gegenüber dem Vorquartal zurück, wobei sich die Inlandsnachfrage im vierten Quartal stabilisierte. Das Schweizer KOF-Barometer stieg auf 104,2, was die verbesserten Nachfrageaussichten widerspiegelt. Die Subventionen senken den Kern-VPI von Tokio auf 1,8%, aber die zugrunde liegende Inflation festigt sich. Japans Industrieproduktion stieg um 2,2% gegenüber dem Vormonat, aber die Vorwärtssignale sind schwach.
| CCY | EVENTS | Act | Cons | Prev |
|---|---|---|---|---|
| JPY | Tokyo CPI Y/Y Feb | 1.60% | 1.50% | |
| JPY | Tokyo CPI Core Y/Y Feb | 1.80% | 1.70% | 2.00% |
| JPY | Tokyo CPI Core-Core Y/Y Feb | 2.50% | 2.40% | |
| JPY | Industrial Production M/M Jan P | 2.20% | 5.50% | -0.10% |
| JPY | Retail Trade Y/Y Jan | 1.80% | 0.20% | -0.90% |
| GBP | GfK Consumer Confidence Feb | -19 | -15 | -16 |
| AUD | Private Sector Credit M/M Jan | 0.50% | 0.10% | 0.80% |
| JPY | Housing Starts Y/Y Jan | -0.40% | -2.00% | 1.30% |
| EUR | Germany Import Price M/M Jan | 1.10% | 0.60% | -0.10% |
| EUR | France GDP Q/Q Q4 | 0.20% | 0.20% | 0.20% |
| CHF | GDP Q/Q Q4 | 0.10% | 0.20% | -0.40% |
| CHF | KOF Economic Barometer Feb | 104.2 | 103.1 | 103.3 |
| EUR | Germany Unemployment Change Jan | 1K | 3K | 1K |
| EUR | Germany Unemployment Rate Jan | 6.30% | 6.30% | 6.30% |
| EUR | Germany CPI M/M Feb P | 0.20% | 0.50% | 0.10% |
| EUR | Germany CPI Y/Y Feb P | 1.90% | 2.00% | 2.10% |
| CAD | GDP M/M Dec | 0.20% | 0.10% | 0.00% |
| USD | PPI M/M Jan | 0.50% | 0.30% |
Märkte in Echtzeit verfolgen
Stärken Sie Ihre Anlageentscheidungen mit KI-gestützter Analyse und Echtzeit-Preisdaten.
Treten Sie unserem Telegram-Kanal bei
Erhalten Sie aktuelle Marktnachrichten, KI-Analysen und Handelssignale sofort auf Telegram.
Kanal beitreten
