USD/JPY durchbricht 161 nach FOMC, während WTI-Rohöl fällt
Marktreaktionen auf globale Entwicklungen
Vor dem Beginn des wöchentlichen Handels zeigten sich die Märkte von der Nachricht über ein erreichten Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Konflikts beeinflusst. Die Wiedereröffnung der Straße von Hormuz und die Lockerung von Sanktionen, die dem Iran die Wiederaufnahme von Ölexporten ermöglichen, führten zu einem deutlichen Rückgang des WTI-Rohöls zu Wochenbeginn und stützten gleichzeitig die Aktienmärkte.
Das wohl wichtigste Ereignis der Woche war die erste FOMC-Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh. Seine Äußerungen wurden so interpretiert, dass sie eine schnellere Anhebung der Zinssätze als bisher erwartet nahelegen. Dies setzte US-Aktien unter Druck und trieb den USD/JPY über die Marke von 161. Das Währungspaar schloss auf seinem höchsten Wochenniveau seit 1986. Die US-Wirtschaftsdaten blieben ebenfalls robust, wobei die Einzelhandelsumsätze die Erwartungen übertrafen.
In Japan hob die Bank of Japan ihren Leitzins wie erwartet auf 1% an, was dem höchsten Stand seit 1995 entspricht. Da diese Maßnahme bereits eingepreist war, hatte sie nur begrenzte Auswirkungen auf den USD/JPY. Die japanischen Aktien entwickelten sich stark, wobei der Nikkei im Wochenverlauf fast 7% zulegte. Die Bank of England beließ ihren Basiszins unverändert bei 3,75%, und auch die Reserve Bank of Australia hielt ihre Zinsen stabil.
Wochenrückblick: US- und japanische Aktienmärkte im Fokus
US-Aktien: Der Dow Jones erreichte ein neues Rekordhoch, da niedrigere WTI-Rohölpreise die Risikobereitschaft stützten. Nach den Kommentaren der FOMC, die auf eine möglicherweise schnellere Zinsanhebung hindeuteten, schloss der Index jedoch nur mit moderaten Gewinnen. Angesichts der Annäherung an eine Lösung im US-Iran-Konflikt benötigen die Märkte möglicherweise frische positive Nachrichten, um den Aufwärtstrend aufrechtzuerhalten. Diese Woche könnte ein Verkauf bei steigenden Kursen die bessere Strategie sein, falls der Dow deutlich über den 10-Tage-Durchschnitt steigt oder darunter fällt. Widerstandsniveaus liegen bei 52.000 und 52.500 Punkten. Unterstützung findet der Index bei 51.000, 50.000, 49.500, 49.000 und 48.500.
Japanische Aktien: Für die japanischen Aktien war es eine sehr positive Woche, wobei der Nikkei auf ein neues Rekordhoch stieg. Die anfängliche Rallye wurde durch den starken Rückgang der WTI-Rohölpreise zu Wochenbeginn gestützt. Die Bewegung des USD/JPY über 161 nach dem FOMC-Meeting ohne Anzeichen von Interventionen half dem Index, die Marke von 70.000 zu überschreiten. Die Zinserhöhung der Bank of Japan auf 1% war weithin erwartet und hatte nur begrenzte Marktauswirkungen. Kurzfristig erscheint der Markt überkauft, sodass Schwächen kurzfristige Verkaufschancen bieten könnten. Für mittelfristige Händler bleibt jedoch das Kaufen bei Rücksetzern angesichts des intakten Aufwärtstrends wahrscheinlich die bessere Strategie. Widerstand wird bei 72.000, 73.000, 74.000 und 75.000 gesehen, während Unterstützung bei 70.000, 68.750, 68.000, 66.500 und 65.000 liegt.
Devisenmärkte und Rohstoffe im Blick
USD/JPY: Das Währungspaar USD/JPY erreichte neue Jahreshochs und näherte sich den Höchstständen von 2024. Die erwartete Zinserhöhung der Bank of Japan auf 1% hatte wenig Einfluss auf den Yen. Nach dem FOMC-Meeting deuteten die Kommentare des neuen Fed-Vorsitzenden auf potenziell schnellere US-Zinserhöhungen hin, was den USD/JPY scharf nach oben trieb. Diese Woche werden Händler auf mögliche Interventionen Japans achten. Der Aufwärtstrend bleibt stark, doch das Trading auf diesen hohen Niveaus könnte nervös bleiben. Widerstand besteht bei 162,00 und 165,00, während Unterstützung bei 160,50, 160,00, 159,00, 158,00, 157,00, 156,00, 155,50 und 155,00 liegt.
Gold: Gold startete die Woche höher, da der Rückgang des WTI-Rohöls als Reduzierung des Inflationsdrucks und schwächere US-Zinserwartungen interpretiert wurde. Diese Bewegung hielt jedoch nicht an. Nach dem FOMC-Meeting kehrten Verkäufer zurück, da die Erwartungen für höhere US-Zinsen stiegen. Gold schloss wieder unter dem 10-Tage-Durchschnitt, was sowohl die technische als auch die fundamentale Aussicht negativ hält. Ein Test des Unterstützungsbereichs um 4.000 USD könnte in den kommenden Wochen möglich sein. Widerstand findet sich bei 4.300, 4.400, 4.500, 4.600 und 4.665 USD, während Unterstützung bei 4.100, 4.000 und 3.900 USD liegt.
Rohöl (WTI): WTI-Rohöl startete die Woche nach der Ankündigung vom Wochenende, dass die Nahost-Rohölversorgung wieder aufgenommen würde, deutlich niedriger. Die Preise blieben die ganze Woche unter Druck, da die Nachrichtenlage bezüglich der Verhandlungen überwiegend positiv war. Da sich die Angebotsbedenken verringern und der kurzfristige Trend schwach bleibt, bleibt der Verkauf bei Stärke vorerst die bevorzugte Strategie. Widerstand besteht bei 85, 90, 95 und 100 USD, während Unterstützung bei 75, 70 und 67,50 USD liegt.
Bitcoin: Bitcoin bewegte sich zu Wochenbeginn höher, da niedrigere Rohölpreise die Risikostimmung verbesserten. Der Widerstand hielt jedoch, und Verkäufer kehrten nach dem FOMC-Meeting zurück, als die Erwartungen an höhere US-Zinsen stiegen. Händler bevorzugen weiterhin andere Märkte für spekulative Chancen, was Bitcoin unter Druck setzt. Da sich die technischen Indikatoren nun seitwärts drehen, könnte ein Range-Trading zwischen 60.000 USD und 67.500 USD diese Woche die bessere Strategie sein. Widerstand liegt bei 67.500, 75.000, 80.000, 85.000 und 90.000 USD, während Unterstützung bei 60.000, 55.000 und 50.000 USD gesehen wird.
Wichtige Wirtschaftsereignisse der kommenden Woche
Diese Woche werden die globalen Zinserwartungen wahrscheinlich weiterhin im Mittelpunkt stehen, da sich die Märkte auf die Möglichkeit einstellen, dass die Inflation länger hoch bleiben könnte. Angesichts des anhaltenden starken Drucks auf den Yen werden die Händler auch genau auf Anzeichen möglicher Interventionen der japanischen Behörden achten. Die wichtigsten Wirtschaftsveröffentlichungen werden am Donnerstag erwartet, mit Daten zum Core PCE Price Index, zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) und zu Durable Goods in den USA, die alle voraussichtlich die Erwartungen für die nächste geldpolitische Entscheidung der Fed beeinflussen werden.
- Montag: EZB-Präsidentin Lagarde spricht.
- Dienstag: Japan S&P Global Services PMI und Kern-CPI der BoJ, EU HCOB Eurozone Manufacturing PMI, U.K. S&P Global Manufacturing PMI, US S&P Global Manufacturing PMI.
- Mittwoch: Australien Trimmed Mean CPI, US Current Account, Building Permits und New Home Sales.
- Donnerstag: Arbeitslosenquote Australien, US Core PCE Price Index, BIP und Durable Goods.
- Freitag: Japan Tokyo Core CPI, US Michigan Consumer Sentiment.
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