USD/JPY nähert sich 164: Yen unter Druck vor Zinsentscheidungen
Der japanische Yen hat sich erneut dem wichtigen Widerstandsniveau von 164 gegenüber dem US-Dollar genähert, was den niedrigsten Stand seit etwa vier Jahrzehnten markiert. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten verleihen dem Dollar zusätzlichen Auftrieb. Gleichzeitig setzen Sorgen über die japanische Fiskalpolitik und die anhaltend große Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan den Yen weiter unter Druck. Bisherige Warnungen vor möglichen Interventionen der japanischen Behörden haben die Abwertungstendenz kaum gebremst.
Globale Märkte im Spannungsfeld
Die globalen Aktienmärkte zeigten sich angesichts der Entwicklungen verunsichert und verzeichneten Verluste. Investoren reagierten zurückhaltend auf die immensen Ausgaben für künstliche Intelligenz. Ein starker Anstieg der Ölpreise, angetrieben durch die andauernden Konflikte im Nahen Osten und schwindende Hoffnungen auf einen Waffenstillstand, verschlechterte die Marktstimmung zusätzlich. Die steigenden Ölnotierungen schüren die Furcht vor einer erneuten Inflationswelle und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed. Die Europäische Zentralbank (EZB) beließ die Leitzinsen zwar unverändert, schloss jedoch zukünftige Anhebungen nicht aus.
Die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten war begrenzt und bewegte sich weitgehend im Rahmen der Erwartungen.
Marktblicke im Detail
US-Aktien
Der Dow Jones verzeichnete die dritte Woche in Folge Rückgänge. Hohe Ölpreise für WTI-Rohöl und Sorgen über Zölle trugen zu den Verkäufen bei. Der Index befindet sich weiterhin in einem kurzfristigen Abwärtstrend, und nach den kräftigen Gewinnen seit Juni könnte weiteres Abwärtspotenzial bestehen. Verkäufe bei Stärke nahe dem 10-Tage-Durchschnitt könnten in der fortlaufenden bärischen Trendphase die besten Gelegenheiten bieten. Widerstandsniveaus liegen bei 52.500, 53.000, 53.500 und 54.000 Punkten. Unterstützung wird bei 51.500, 51.000, 50.000, 49.500 und 49.000 Punkten gesehen.
Japanische Aktien
Der Nikkei 225 schloss die Woche ebenfalls tiefer. Bedenken hinsichtlich hoher Bewertungen und Verluste an den internationalen Aktienmärkten trübten die Stimmung. Der Index fiel weiter, selbst trotz des schwächeren Yen, was als bärisches Signal gewertet wird. Verkäufe bei Stärke nahe dem 10-Tage-Durchschnitt bleiben die bevorzugte Strategie für die kommende Woche. Widerstände sind bei 66.000, 67.000, 68.000, 69.000 und 70.000 zu erwarten, während Unterstützungen bei 64.000, 62.000, 61.000, 60.000 und 59.000 liegen.
USD/JPY
Das Paar USD/JPY zeigte in der vergangenen Woche eine deutliche Stärke und durchbrach die Marke von 163, um schließlich 164 zu testen. Die gestiegenen Preise für WTI-Rohöl verstärkten die Inflationssorgen in den USA und stützten die Erwartung, dass die Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan weitgehend bestehen bleibt. Die Ausgabenpläne der japanischen Regierung nährten zudem Bedenken hinsichtlich einer erhöhten Staatsverschuldung. Kurzfristig orientierte Händler könnten versuchen, diese Woche frühzeitig nahe dem Widerstand bei 164,00 zu verkaufen, insbesondere im Vorfeld der wichtigen Sitzungen der Fed und der Bank of Japan. Der nächste Widerstand liegt bei 165,00, während Unterstützungen bei 162,00, 161,00, 160,50, 160,00, 159,00, 158,00, 157,00 und 156,00 zu finden sind.
Gold
Gold fiel zu Beginn der letzten Woche kurzzeitig unter die Marke von $4.000. Höhere WTI-Rohölpreise schürten die Erwartung steigender US-Zinsen, was für Gold als zinsloses Anlagegut ungünstig ist. Die Unterstützung nahe dem Tief des Vormonats hielt jedoch, wobei Zentralbanken wahrscheinlich auf niedrigeren Niveaus kauften. Die Erholung über die Woche blieb begrenzt. Starker Support könnte weiterhin die Abwärtsseite absichern. Angesichts möglicher Zinserhöhungen in den USA in diesem Jahr sind jedoch deutliche Gewinne eher unwahrscheinlich. Eine Seitwärtsbewegung im Handel könnte daher kurz- bis mittelfristig die sinnvollste Strategie sein. Widerstände liegen bei $4.150, $4.200, $4.300, $4.400 und $4.500, während Unterstützungen bei $3.950, $3.900 und $3.800 verortet sind.
Rohöl
WTI-Rohöl stieg in der zweiten aufeinanderfolgenden Woche kräftig an, nachdem Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gescheitert waren. Der signifikante Preisanstieg könnte die USA jedoch dazu bewegen, Verhandlungen wieder aufzunehmen und Spannungen abzubauen, um die Wirtschaft zu schützen. Die Suche nach Verkaufsgelegenheiten nach positiven Entwicklungen könnte daher die bessere Strategie für diese Woche sein. Widerstände sind bei 95 $, 100 $ und 105 $ angesiedelt, während Unterstützungen bei 80,00 $, 75,00 $, 67,50 $, 65 $ und 60 $ liegen.
Bitcoin
Bitcoin stieg zu Beginn der letzten Woche kurzzeitig über den Widerstand bei $65.000. Die nachlassende Risikobereitschaft und fallende Aktienmärkte drückten die Kryptowährung jedoch bis zum Handelsschluss leicht nach unten. Der gleitende 10-Tage-Durchschnitt signalisiert das Ende des jüngsten Aufwärtstrends, sodass kurzfristig eine Rückkehr zur Seitwärtsstrategie ratsam sein könnte. Widerstände liegen bei $65.000, $75.000, $80.000, $85.000 und $90.000, während Unterstützungen bei $60.000, $55.000 und $50.000 zu finden sind.
Fokus dieser Woche: Zentralbanken im Rampenlicht
Die Märkte richten ihren Blick diese Woche vor allem auf die anstehenden Sitzungen der Zentralbanken. Die Fed, die Bank of England und die Bank of Japan werden voraussichtlich die Leitzinsen unverändert lassen. Dennoch könnten die begleitenden Kommentare und Ausblicke erhebliche Marktbewegungen auslösen. Aktuell sehen die Märkte eine 82%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in den USA im September, ein deutlicher Anstieg gegenüber 53% in der Vorwoche. Die US-Daten zu langlebigen Wirtschaftsgütern werden ebenfalls von Bedeutung sein. Ein weiterer Anstieg der WTI-Rohölpreise könnte Inflationssorgen verstärken und die Aktienmärkte zusätzlich unter Druck setzen.
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