Wirtschaftswoche: Zinsentscheidungen und Konjunkturdaten im Fokus
Die Fed im Zinswartestand – Ein Blick auf die Datenlage
Die bevorstehende zweite Sitzung unter der Leitung von Kevin Warsh als FOMC-Vorsitzendem wird voraussichtlich keine Zinsänderung mit sich bringen. Die US-Notenbank Fed dürfte abwarten, bis weitere Daten ihre bisherige hawkishe Tendenz entweder bestätigen oder entkräften. Seit der letzten Sitzung fielen sowohl die Beschäftigungs- als auch die Inflationszahlen kühler als erwartet aus, was die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause erhöht. Dennoch ist aus jüngsten Äußerungen der Fed klar ersichtlich, dass die Hürde für eine Zinserhöhung niedrig liegt. Der jüngste Anstieg der Ölpreise birgt zudem das Risiko, die Inflation in den kommenden Monaten erneut anzukurbeln.
Marktbeobachter erwarten mindestens zwei abweichende Stimmen von den eher restriktiv eingestellten Vertretern, wahrscheinlich von Lorie Logan, Präsidentin der Dallas Fed, und Beth Hammack, Präsidentin der Cleveland Fed. Da bei dieser Sitzung keine aktualisierte Prognose (SEP) veröffentlicht wird und FOMC-Chef Warsh generell auf eine zurückhaltende Kommunikation setzt, sind keine bahnbrechenden Enthüllungen aus der verkürzten Erklärung oder der Pressekonferenz zu erwarten. Warsh wird die Pressekonferenz voraussichtlich nutzen, um bis zur nächsten Sitzung am 16. September Zeit zu gewinnen. Er wird wahrscheinlich betonen, dass die Politik derzeit gut positioniert ist, um zusätzliche Informationen abzuwarten, und dass das Komitee sein Inflationsziel erreichen wird.
Internationale Konjunktur im Fokus
In Australien wird erwartet, dass der Inflationsdruck hoch bleibt. Über den Ärmelkanal hinweg wird die Bank of England (BoE) voraussichtlich die Leitzinsen unverändert lassen. Ähnlich wird erwartet, dass die Bank of Japan (BoJ) ihre Politik beibehält und den schrittweisen Normalisierungsprozess fortsetzt. In Kanada wird für das zweite Quartal ein moderates BIP-Wachstum prognostiziert. Die Eurozone dürfte hingegen ein stärkeres BIP-Wachstum und eine höhere Inflation verzeichnen.
Im Bereich der Schwellenländer wird für Mexiko eine Erholung des BIP-Wachstums erwartet, jedoch ohne eine signifikante Beschleunigung. Die PCE-Daten, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden, werden entscheidend sein, um die Einschätzung der Fed zu untermauern oder in Frage zu stellen. Aktuell gehen wir von einer leicht nachlassenden Inflation aus. Das Q2-BIP-Wachstum in den USA wird voraussichtlich moderater ausfallen als im ersten Quartal, ungeachtet der anhaltenden wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit.
Wichtige Wirtschaftsereignisse der Woche
Die Woche hält eine Reihe wichtiger makroökonomischer Veröffentlichungen bereit:
- USA: FOMC-Sitzung (Mittwoch), Persönliche Einkommen & Ausgaben (Donnerstag), Q2-BIP (Donnerstag)
- G10-Volkswirtschaften: Australische Verbraucherpreise (Mittwoch), Bank of England (Donnerstag), Bank of Japan (Freitag), Kanadisches BIP (Freitag), BIP & Verbraucherpreise der Eurozone (Freitag)
- Schwellenländer: Mexikanisches BIP (Donnerstag)
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