Yen zieht nach Interventionsgerüchten an – Zentralbanken halten Zinsen stabil
Yen-Aufwertung nach Spekulationen über Intervention
Der japanische Yen hat zum Ende der vergangenen Handelswoche eine bemerkenswerte Stärke gezeigt. Berichte über eine mögliche Intervention japanischer Währungsbehörden ließen den Yen signifikant aufwerten. Spekulationen zufolge könnte auch die US-Notenbank die Maßnahme unterstützt haben. Diese Entwicklung sorgte für erhebliche Volatilität im Devisenmarkt.
Die Bank of Japan hat, wie erwartet, ihren Leitzins bei 1,00% belassen. Dennoch deutete die Zentralbank auf eine sich verbessernde Wirtschaftslage hin, während Inflationsrisiken weiterhin bestehen bleiben. Diese Einschätzung hält die Tür für eine mögliche Zinserhöhung im September offen.
Ähnlich verhielten sich andere wichtige Zentralbanken. Die Federal Reserve beließ ihre Zinsen ebenfalls unverändert, wenn auch mit einer Abstimmungsmehrheit von 9 zu 3 Stimmen. Die Fed mahnte, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und zukünftige Zinserhöhungen bei Bedarf nicht ausgeschlossen werden. Die Bank of England schloss sich dem Trend an und hielt ihre Zinsen stabil, während sie die Inflationsentwicklung und das Wirtschaftswachstum weiterhin genau beobachtet.
US-Wirtschaft zeigt Verlangsamungszeichen, Inflation bleibt im Fokus
US-Wirtschaftsdaten fielen überwiegend schwächer als prognostiziert aus. Die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter, das Konsumklima und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lagen unter den Erwartungen, was auf eine nachlassende Dynamik der US-Wirtschaft hindeutet. Trotzdem bleibt die Inflation ein zentrales Anliegen der Fed.
In Japan zeigte sich ein anderes Bild auf der Inflationsseite. Der Verbraucherpreisindex für Tokio stieg im Juli im Jahresvergleich um 1,9%, leicht über den prognostizierten 1,8%. Dies unterstreicht, dass die Inflation in Japan weiterhin auf einem stabilen Niveau verharrt.
Marktausblick: Aktien, Devisen und Rohstoffe im Fokus
US-Aktienmärkte im Auf und Ab
Der Dow Jones schloss die Woche trotz einer volatilen Handelsphase im Plus. Anfangs stützten niedrigere WTI-Rohölpreise den Markt, doch Mitte der Woche gerieten Aktien unter Druck, als Sorgen über überbewertete KI-Aktien aufkamen. Nach der Zinsentscheidung der Fed kehrten jedoch Käufer zurück. Der gleitende 10-Tage-Durchschnitt zeigt eine flache Tendenz, was auf nachlassende Trendstärke hindeutet. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit könnte das Verkaufen bei Erholungen die bevorzugte Strategie bleiben. Widerstandsniveaus liegen bei 52.500, 53.000, 53.500 und 54.000 Punkten. Unterstützungen werden bei 51.500, 51.000, 50.000, 49.500 und 49.000 Punkten gesehen.
Japanische Aktien unter Druck, Yen-Volatilität
Der Nikkei 225 setzte seinen Abwärtstrend fort und näherte sich der Marke von 60.000 Punkten. Anleger zeigten sich weiterhin besorgt über die hohen Bewertungen von KI-Aktien. Eine Erholung bei SoftBank-Aktien gegen Ende der Woche und die Entscheidung der Bank of Japan, die Zinsen unverändert zu lassen, halfen dem Index, einige Verluste auszugleichen. Der übergeordnete Trend bleibt jedoch abwärtsgerichtet. Eine volatile Woche wird erwartet, da die Märkte die jüngste starke Aufwertung des japanischen Yen verdauen müssen. Das Verkaufen in der Nähe des 10-Tage-Durchschnitts bleibt eine bevorzugte Strategie. Widerstand ist bei 66.000, 67.000, 68.000, 69.000 und 70.000 zu erwarten, während Unterstützungen bei 62.000, 61.000, 60.000 und 59.000 liegen.
USD/JPY: Kurzfristige Chancen bei hoher Volatilität
Der USD/JPY-Wechselkurs erlebte eine deutliche Abwertung des Dollars gegenüber dem Yen, nachdem Berichte über Interventionen der Bank of Japan und möglicherweise der US-Notenbank die Runde machten. Zuvor hatte die Bank of Japan die Zinsen zwar unverändert gelassen, aber eine mögliche weitere Zinserhöhung im September angedeutet. Trotz der starken Kursbewegung erwarten viele Analysten langfristig eine schwache Yen-Entwicklung, insbesondere angesichts der Pläne Japans zur Reduzierung von Lebensmittelsteuern, die Bedenken hinsichtlich der Haushaltslage aufwerfen.
Kurzfristig könnten die jüngsten Schwankungen gute Kaufgelegenheiten für Trader schaffen. Mittelfristig orientierte Anleger könnten ebenfalls attraktive Einstiegspunkte finden, sofern sie bereit sind, Geduld zu üben und höhere Marktvolatilität zu akzeptieren. Widerstandsniveaus befinden sich bei 160,00, 161,00, 162,00, 164,00 und 165,00. Unterstützungen werden bei 157,00, 156,00, 155,00 und 154,00 gehandelt.
Gold: Seitwärtsbewegung erwartet, Zentralbanken kaufen
Gold handelte in der vergangenen Woche seitwärts. Kommentare großer Zentralbanken zu möglichen Zinserhöhungen in den kommenden Monaten begrenzten die Kaufbereitschaft. Dennoch setzten Zentralbanken ihre Käufe unterhalb der Marke von 4.000 US-Dollar fort, was die Preise stützte. Mit starker Unterstützung nach unten und steigenden Zinsen, die die Aufwärtsbewegung begrenzen, wird Gold wahrscheinlich in seiner Handelsspanne verharren. Range-Trading dürfte daher auch diese Woche die bevorzugte Strategie sein. Widerstand ist bei $4.150, $4.200, $4.300, $4.400 und $4.500 zu finden, während Unterstützungen bei $4.000, $3.950, $3.900 und $3.800 liegen.
Rohöl: Nachrichtengetriebener Handel setzt sich fort
WTI-Rohöl startete die Woche mit einem Rückgang, nachdem die USA und der Iran ihre Verhandlungen wieder aufgenommen hatten. Ein Mangel an substanziellen Fortschritten trieb die Preise jedoch wieder nach oben, sodass Öl nahe seinen Höchstständen schloss. Der Markt reagiert weiterhin stark auf Schlagzeilen, was die Vorhersage von Preisbewegungen erschwert. Kurzfristige Händler könnten Chancen im Momentum-Handel finden, während mittelfristige Händler Verkaufsgelegenheiten suchen könnten, falls die Preise weiter steigen. Widerstand ist bei $90, $95, $100 und $105 zu sehen, während Unterstützungen bei $80,00, $75,00, $67,50, $65 und $60 liegen.
Bitcoin: Vorsicht dominiert vor Zinsentscheidungen
Bitcoin verzeichnete eine ruhige Handelswoche. Erwartungen an höhere US-Zinsen und Sorgen über die hohen Bewertungen von KI-Aktien hielten Käufer zurückhaltend. Der Widerstand um 65.000 US-Dollar blieb bestehen, und der gleitende 10-Tage-Durchschnitt hat sich nach mehreren gescheiterten Versuchen, über dieses Niveau auszubrechen, nach unten gedreht. Das Verkaufen vor dem Widerstandsniveau von 65.000 US-Dollar könnte in dieser Woche die besten Handelsmöglichkeiten bieten. Widerstand ist bei $65.000, $75.000, $80.000, $85.000 und $90.000 zu sehen, während Unterstützungen bei $60.000, $55.000 und $50.000 liegen.
Diese Woche im Fokus: Wichtige Wirtschaftsdaten und Zentralbanken
Die kommende Handelswoche verspricht ereignisreich zu werden. Anleger und Händler werden die deutliche Abwertung des USD/JPY und die gemeldeten Interventionen zur Stützung des Yen genau beobachten. Die Aktienmärkte werden ebenfalls aufmerksam verfolgen, ob die Sorgen über überbewertete KI-Aktien die Marktstimmung weiterhin belasten.
Zu den wichtigsten Wirtschaftsveröffentlichungen zählen die globalen Manufacturing PMI-Daten, die Protokolle der geldpolitischen Sitzung der Bank of Japan und als Höhepunkt der Woche der US-Arbeitsmarktbericht (Nonfarm Payrolls). Letzterer könnte erhebliche Auswirkungen auf die Erwartungen bezüglich der Geldpolitik der Federal Reserve haben.
Montag: S&P Global Manufacturing PMI für Australien, Japan, die E.U. (Eurozone), das Vereinigte Königreich und die USA; U.S. Construction Spending.
Dienstag: U.S. Trade Balance und Factory Orders.
Mittwoch: Protokolle der geldpolitischen Sitzung Japans und S&P Global Services PMI für Japan; S&P Global Services PMI und PPI für die E.U. (Eurozone); U.K. S&P Global Services PMI; U.S. S&P Global Services PMI.
Donnerstag: Australia Trade Balance; ECB Economic Bulletin und Retail Sales für die E.U.; U.K. S&P Global Construction PMI.
Freitag: Japan Household Spending; U.S. Nonfarm Payrolls.
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