Dollar auf breiter Front stark – Märkte ignorieren Japan und Iran - Forex | PriceONN
Der US-Dollar zeigte sich am Freitag weiterhin dominant, trotz nachlassender Handelsaktivität aufgrund des Juneteenth-Feiertags in den USA. Anleger verdauten die jüngste Zinserhöhungsperspektive der Federal Reserve, während Warnungen aus Japan und ein Rückschlag bei den Iran-Gesprächen die Märkte wenig bewegten.

Dollar setzt seine Rally fort

Die Stärke des US-Dollars blieb am Freitag das beherrschende Thema an den Devisenmärkten, auch wenn sich die Gewinne angesichts des Juneteenth-Feiertags in den USA etwas verlangsamten. Investoren verdauten weiterhin die hawkishe Wende der Federal Reserve in dieser Woche, die die Erwartungen auf eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr wiederbelebt hat und die Möglichkeit einer zweiten offenließ, sollte die Inflation hartnäckig bleiben. Angesichts der zunehmenden Markteinschätzung einer 'höher für länger'-Zinspolitik der Fed hat der Greenback breite Unterstützung beibehalten, auch wenn die Handelsaktivität nachließ. Der deutlichste Ausdruck dieses Trends war der Anstieg des USD/JPY über die 161er-Marke, womit die Rally neue Zweijahreshochs erreichte.

Diese Bewegung erfolgte trotz erneuter Warnungen japanischer Offizieller. Finanzministerin Satsuki Katayama soll ihre G7-Amtskollegen darüber informiert haben, dass Japan „bereit ist, entschlossene Maßnahmen gegen spekulative Bewegungen“ an den Devisenmärkten zu ergreifen. Der stellvertretende Gouverneur der Bank of Japan, Ryozo Himino, erklärte, die Zentralbank beobachte die Währungsentwicklungen aufgrund ihrer Auswirkungen auf Wachstum und Inflation genau. Bislang scheinen die Märkte jedoch nicht davon überzeugt zu sein, dass verbale Interventionen allein ausreichen, um eine breite Dollar-Rally, die durch auseinanderlaufende Zinsdifferenzen angetrieben wird, entgegenzuwirken.

Pfund erholt sich leicht, Geopolitik im Hintergrund

Das Britische Pfund zeigte eine moderate Erholung, nachdem die britischen Einzelhandelsumsatzdaten deutlich stärker als erwartet ausfielen. Dies unterstrich die anhaltende Widerstandsfähigkeit der Konsumausgaben. Dennoch bleibt das Pfund einer der schwächsten Performer der Woche, da die Anleger die Erwartungen für aggressive Straffungsmaßnahmen der Bank of England (BoE) zurückschrauben. Die starke Einzelhandelsaktivität mag die Stimmung kurzfristig stabilisieren, hat aber wenig daran geändert, dass die BoE wahrscheinlich eher auf der Bremse stehen als eine weitere Zinserhöhung vorzunehmen. Für die bisherige Woche bleibt der Dollar die stärkste Hauptwährung, gefolgt vom australischen Dollar und dem Yen. Kiwi, Sterling und Schweizer Franken liegen am Ende des Rankings.

Auf der geopolitischen Bühne wurde der Optimismus bezüglich eines US-Iran-Friedensrahmens gedämpft, nachdem Nachverhandlungen in der Schweiz unerwartet abgesagt wurden. Das Schweizer Außenministerium bestätigte, dass Gespräche auf dem Bürgenstock nicht stattfinden würden, während das Weiße Haus mitteilte, dass Vizepräsident JD Vance aufgrund ungelöster logistischer Probleme nicht mehr in die Schweiz reisen würde. Die gedämpfte Marktreaktion deutet jedoch darauf hin, dass die Anleger die breitere Vereinbarung weiterhin für intakt halten. Brent-Rohöl handelt weiterhin um das 80-USD-Niveau, anstatt eine erneute Rally zu starten. Die Märkte scheinen den Verhandlungsführern vorerst den Vorteil des Zweifels zu geben, obwohl eine nachhaltige Rückkehr zu den Ölpreisen vor dem Konflikt wahrscheinlich greifbare Beweise für eine Normalisierung der Lieferketten erfordert, einschließlich einer Wiedereröffnung der Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormuz und einem Rückgang der erhöhten maritimen Versicherungskosten.

Wirtschaftsindikatoren im Überblick

Die kanadischen Einzelhandelsumsätze stiegen im April um 0,6%, aber die Kernausgaben blieben schwach. Treibstoffbedingte Ausgaben hoben die kanadischen Einzelhandelsumsätze an, aber die Kernkäufe fielen den zweiten Monat in Folge. Die britischen Einzelhandelsumsätze stiegen im Mai um 1,2%, angetrieben durch warmes Wetter und Sonderangebote. Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisiert durch Äußerungen von Philip Lane und Pierre Wunsch, dass die Zinserhöhungen noch nicht abgeschlossen sind, falls die Inflation hartnäckig bleibt. Japans Kerninflation verharrte bei 1,4%, während die Treibstoffsubventionen weiterhin die Preisdruckdämpfung unterstützen.

Währung Ereignis Aktuell Konsens Vorherig
NZD Trade Balance (NZD) Mai 800M 875M 1920M
GBP GfK Consumer Confidence Jun -23 -23 -23
JPY National CPI Y/Y Mai 1.50% 1.40%
JPY National CPI Core Y/Y Mai 1.40% 1.40%
JPY National CPI Core-Core Y/Y Mai 1.80% 1.90%
GBP Retail Sales M/M Mai 1.20% 0.50% -1.30%
CAD Retail Sales M/M Apr 0.50% 0.60% 0.90%
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